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Rund eine Woche nach ihrem ÖLV-Halbmarathonrekord bei der Straßenlauf-WM in Kopenhagen hat Julia Mayer nun auch die offizielle Bestleistung im 15km-Straßenlauf sicher. Aber nicht vom WM-Halbmarathon, sondern von ihrem Vorgänger-Halbmarathonrekord in Barcelona. Der österreichische Laufsport-Journalist Olaf Brockmann hat die Ergänzung in den Statistiken des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes angestoßen und sich auf Spurensuche in der Geschichte begeben.
Wie bei internationalen Meisterschaften und großen internationalen Rennen üblich, werden korrekte Zwischenzeiten alle fünf Kilometer abgenommen, die auch vom Leichtathletik-Weltverband anerkannt werden. Julia Mayer (DSG Wien) war bei ihrem WM-Auftritt in Kopenhagen nach 50:48 Minuten bei der Zwischenzeit nach 15 Kilometern durchgegangen – eine Leistung, die in der ÖLV-Statistik als nationale Bestleistung aufgenommen wurde.
Tatsächlich fand Brockmann heraus, dass Mayer zweimal bereits eine schnellere 15km-Durchgangszeit erzielt hat: bei der Straßenlauf-WM 2023 in Riga in 50:41 Minuten und bei ihrem ehemaligen Halbmarathonrekord in Barcelona 2024 in 50:37 Minuten. Alle drei Splitzeiten werden von World Athletics offiziell anerkannt, wie dem erfahrenen Journalisten von Seiten des Weltverbandes bestätigt wurde.
Der Leichtathletik-Weltverband führt offizielle Rekordlisten im 15km-Lauf. Die Weltbestleistung – 15 Kilometer sind keine Weltrekorddistanz – hält Letesenbet Gidey aus Äthiopien in einer Zeit von 44:20 Minuten, erzielt beim Siebenhügellauf in Nijmegen im November 2019.
Den Europarekord hält die Niederländerin Lornah Kiplagat mit ihrer Durchgangszeit auf dem Weg zum Titel bei der Halbmarathon-WM 2007 in Udine in einer Zeit von 46:59 Minuten. Der US-Rekord ist seit zwölf Jahren in Besitz von Shalane Flanagan (47:00).
Bisher galt Cordula Lassacher (Atus Knittelfeld) als österreichische Rekordhalterin. Ihre Zeit von 51:02 Minuten, erzielt beim VCM Winterlauf 2026, wurde damals vom Veranstalter in der Kommunikation als ÖLV-Bestleistung bezeichnet und wird noch jetzt in den Rekordlisten von World Athletics so geführt. Damals schrieb der ÖLV, Lassacher habe die nationale Bestleistung von Verena Lechner aus dem Jahr 1990 von 52:16 Minuten verbessert.
Tatsächlich, so ergaben die Recherchen Brockmanns, war zum Zeitpunkt Lassachers Bestleistung nicht nur Mayer zweimal schneller bei der Zwischenzeit von 15 Kilometer durchgelaufen. Auch Verena Lechner hat im Jahr 1990 bei einem Straßenlauf in Stuttgart eine schnellere Zeit erzielt (51:01).
Bleibt noch die Frage nach der ÖLV-Bestenliste im 15km-Straßenlauf der Männer. Im Jahr 2009 lief Günther Weidlinger beim Great Australia Run eine Zeit von 43:01 Minuten. Diese Leistung wird von World Athletics als österreichische Bestleistung geführt vor Timo Hinterndorfer und dessen Leistung von 44:55 Minuten beim Siebenhügellauf von Nijmegen im November 2025. In der ewigen europäischen Bestenliste liegt Weidlinger mit seiner Bestzeit übrigens immer noch auf Platz zehn! Sie wird angeführt vom zweifachen Olympia-Medaillengewinner im Marathon, Bashir Abdi aus Belgien.
Der Triumph des Oberösterreichers damals in „Down Under“ sorgte für Schlagzeilen, weil Weidlinger den Wettkampf gewann und dabei unter anderem die beiden Marathon-Olympiasieger Samuel Wanjiru aus Kenia und Stefano Baldini aus Italien hinter sich ließ. Aaron Gruen (ÖBV Pro Team) auf dem Weg zu seinem ÖLV-Halbmarathonrekord im Jänner in Houston und Timo Hinterndorfer beim Berliner Halbmarathon 2026 erzielten ebenfalls 15km-Splitzeiten unter 44 Minuten, wie Brockmann auflistet.
Autor: RunUp.eu
Quelle & Recherche: Olaf Brockmann
Bild: © ÖLV / DECA