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Mit seinem 51. Titel bei Staatsmeisterschaften und Österreichischen Meisterschaften im Einzel hat Andreas Vojta dank seines gestrigen Siegs beim Jedermannlauf in Salzburg heimische Lauf-Geschichte geschrieben. Aus einem von bestem Laufwetter gekrönten Event stachen auch der überlegene Sieg von Sandrina Illes, der Kärntner Landesrekord von Thomas Messner und die Glanzleistung der Salzburger Masters-Läuferin Sabine Hofer hervor.
Andreas Vojta gab gestern im Salzburger Volksgarten entspannte Interviews: „Ich habe alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe: den Titel in Kombination mit einer guten Zeit.“ Dass der 35-Jährige beide Ziele im Miteinander in den Fokus nahm, lag wohl hauptsächlich daran, dass er mit dem Halbmarathon eine kleine Rechnung zu begleichen hatte. Denn einen Titel zu gewinnen, das kennt keiner so gut wie er. Zum 51. Mal lief er bei ÖLV-Staatsmeisterschaften oder Österreichischen Meisterschaften als Erster über die Ziellinie und damit öfters als jeder andere Leichtathlet in der heimischen Sportgeschichte. Günther Weidlinger hat 50 Titel gewonnen, liegt in der Summe mit seinen drei Team-Titeln noch vor Vojta, der einmal in einem erfolgreichen Team war.

Mit seiner Zeit von 1:03:33 Stunden, gelaufen ausschließlich von vorne, agierte Vojta auf dem Frühjahrsniveau, als er in Vorbereitung auf den Linz Marathon beim Vienna Calling Halbmarathon zwei Sekunden schneller war. Dazwischen gaben ihm missglückte Halbmarathons bei hohen Lauftemperaturen in Göteborg und bei der EM in Rom eine Denkaufgabe. „Für mich ist es unverständlich, dass ich bei hohen Temperaturen nicht so gut zurecht komme. Heute habe ich wieder gezeigt, dass es bei super Bedingungen bei mir läuft“, meinte Vojta. Und das, mitten aus dem Training heraus, bevor die spezifischen Einheiten Richtung Valencia Marathon in acht Wochen erst folgen. Die Leistung gestern verleiht Rückenwind: „Meine 10er Durchgangszeit heute war identisch mit der Endzeit in Tattendorf. Das alleine demonstriert den Fortschritt!“
Die Goldmedaille für die Wiener Meisterschaften hat Vojta als Vorstandsmitglied des Wiener Landesverbandes höchstpersönlich in die Mozartstadt mitgebracht – er hätte sie sich demnach selbst umhängen können.
Nur Vojta und Dominik Stadlmann 2022 in Linz sind bei Staatsmeisterschaften jemals schneller gelaufen, damals unterstützt durch die Marathon-Elitegruppe. Einen wesentlichen Anteil daran hatte Thomas Messner (KLC), dessen Atem Vojta bis zum 20. Kilometer im Nacken spürte und der ihn zu einem konzentrierten und flotten letzten Kilometer zwang. Entsprechend üppig fiel das Lob für den gebürtigen Steirer aus, der nach 1:03:42 Stunden das Ziel als Silbermedaillengewinner erreichte – wie bei den 10km-Meisterschaften vor zwei Wochen in Tattendorf.
Messner ist als ehemaliger Triathlet ein recht neues Gesicht in der heimischen Laufszene und er gehört schon zu den besten. Um 44 Sekunden verbesserte er den bisherigen Kärntner Landesrekord im Halbmarathon von Markus Hohenwarter, im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts mehrfach Staatsmeister in dieser Disziplin. „Dass es im Wettkampf so aufgeht, dass ich einen Landesrekord laufe, ist ein Traum! Ich genieße das wirklich sehr“, jubelte der 26-Jährige, der in Zukunft auf den Laufsport setzen wid: „Ich habe mich beim Laufen immer wohlgefühlt, auch beim Triathlon war das Laufen schon meine Stärke. Ich schnüre mir die Laufschuhe jeden Tag mit Freude.“


Hochemotional war auch der Zieleinlauf von Bronzemedaillengewinner Dominik Hirczy (WSV Bad Hofgastein), eine Medaillenpremiere. „Das Rennen war so stark besetzt, ich habe selbst überhaupt nicht damit gerechnet“, erklärte der 25-Jährige seine Tränen der Freude. Dank der Zusammenarbeit im Salzburger Tandem mit Titelverteidiger Hans-Peter Innerhofer setzten sich die beiden früh vom ÖBV Pro Team Duo Dominik Stadlmann und Mario Bauernfeind ab. Da störte nicht einmal, dass Hirczy sich kurz vor Rennhalbzeit beinahe verrannt hätte und er sich mit einem elegangen Sprung über ein Geländer wieder in den Windschatten von Innerhofer bugsierte.
Ab Kilometer 15 erwies sich der Pongauer als der Stärkere im Duell um den Salzburger Landesmeistertitel und finishte in einer Bestzeit von 1:05:52 Stunden. Der Pinzgauer folgte in 1:06:40 Stunden und zeigte sich trotz Platz vier zufrieden: „Es hat genau gepasst. Mir war bewusst, dass mir durch die lange Trailrunning-Saison die schnellen Trainingskilometer fehlen würden. Ich konnte genau das umsetzen, was ich mich vorgestellt habe.“
Quelle: Olaf Brockmann
Bereits zum vierten Mal hat Sandrina Illes (Union St. Pölten) den Staatsmeistertitel im Halbmarathon gewonnen – so viele wie zuletzt Eva-Maria Gradwohl. Ihren ersten Titel hat sie ebenfalls beim Jedermannlauf gewonnen – und zwar 2016. Es folgten die Siege 2017 in Graz und 2022 in Linz. Wie immer kombinierte die 38-Jährige ihre Siege auch mit guten Leistungen: Gestern war es eine Zeit von 1:15:56 Stunden, Nummer zwei der Saisonbestenliste hinter der aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Julia Mayer (DSG Wien). Damit lag Illes im Ziel dreieinhalb Minuten vor Titelverteidigerin Larissa Matz (ULC Riverside Mödling) und über vier Minuten vor Bronzemedaillengewinnerin Stefanie Kurath (LC Villach).

Die idealen Laufbedingungen und die schnelle Jedermannlauf-Strecke begünstigten viele tolle Leistungen und persönliche Rekorde im Feld, besonders in den verschiedenen Altersklassen, in denen die Österreichische Meisterschaften ausgetragen wurden. Eine stach heraus: Die Salzburgerin Sabine Hofer (LAC Salzburg) verbesserte ihren eigenen ÖLV-W60-Rekord im Halbmarathon um acht Sekunden auf eine Zeit von 1:28:56 Stunden.

Wie bemerkenswert diese Leistung ist, zeigt die Einordnung im Feld: Hofer wurde Zwölfte der Gesamtwertung bei den Frauen und Salzburger Landesmeisterin. „Ich bin überglücklich, es war ein rundum gelungener Tag. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich noch einmal Landesmeisterin werde“, strahlte die 63-Jährige.
Autor: Thomas Kofler
Bilder: Jedermannlauf / Alexander Schwarz / Theresa Marka