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Der Vienna City Marathon war ihm eine Lehre. Die Dreifachbelastung mit Medizinstudium an der Harvard Medical School sowie die Leidenschaft zur Musik und zum Laufsport habe ihn an seine Grenzen gebracht, erzählt Aaron Gruen dem österreichischen Laufsport-Journalist Olaf Brockmann. Die Konsequenz daraus: Verzicht auf den Marathon bei den Europameisterschaften Mitte August in Birmingham.
Aaron Gruen (Pro Team Vienna) wäre in der „Road to Birmingham“ der beste der drei gegenwärtig innerhalb der Top-60 liegenden Österreicher gewesen. Nun hat der 27-Jährige nach dem frühzeitigen Aus beim Vienna City Marathon seine Jahresplanung überdacht. „Die letzten Monate waren extrem belastend. Obwohl ich sehr gut trainiert habe und mein Training objektiv sehr gut war, waren die Umfänge nicht ideal“, blickt er zurück. Das Umfeld an der Harvard Medical School sei unheimlich anspruchsvoll, teilweise täglich litt er an Panikattacken, alles wie erhofft schaffen zu können. „Ich habe lange versucht, all das zu verdrängen und nach außen vorzugeben, als wäre alles in Ordnung. Es war nicht so!“
Beim Vienna City Marathon implodierte das Konstrukt, die hohe Erwartungshaltung hatte den Druck in zu große Höhe getrieben. Die Leistung am Tag X entsprach nicht dem Erhofften. Die Lehre daraus war, nicht gleich wieder an den nächsten Marathon-Aufbau Richtung Birmingham zu denken.
Dank seines ÖLV-Rekords im Halbmarathon von 1:01:14 Stunden, gelaufen im Jänner in Houston, ist Gruen bereits für den Halbmarathon bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften von Kopenhagen am 19. und 20. September qualifiziert. Dieses Großereignis passe nun besser in seinen adaptierten Jahresplan.
Mit Ende Mai will der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) sein Marathon-Team für Birmingham nominieren. Bei den Männern sind Andreas Vojta (team2012.at) als 51. und Mario Bauernfeind (Pro Team Vienna) als 60. innerhalb der Qualifikationsliste für die 60 Startplätze bei der EM. Bei den Frauen haben Julia Mayer (DSG Wien) und Salzburg-Marathon-Siegerin Eva Wutti (Club RunAustria) auf den Positionen 23 und 51 ihre Qualifikation nach jetzigem Stand sicher, Mayer ist dank ihres ÖLV-Rekords von 2:26:08 Stunden über das Direktlimit fix qualifiziert. Die 33-Jährige startet am kommenden Sonntag beim Österreichischen Frauenlauf über 10 Kilometer in ihren ersten Wettkampf nach dem Linz Marathon.
Autor: RunUp.eu
Quelle: Olaf Brockmann
Bild: © VCM / Max-Louis Köbele