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Aaron Gruen plant in Houston schnellen Halbmarathon

Österreichs Marathonrekordhalter Aaron Gruen ist Teil des Elitefelds des Houston Halbmarathon. Das Wetter und die Qualität des Feldes bilden einen sehr guten Rahmen.
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Mit dem Houston Marathon steht am kommenden Sonntag das erste Marathon-Highlight des Jahres auf dem Programm. Traditionell ist der Halbmarathon in der texanischen Metropole der sportlich stärker besetzte Bewerb. Aaron Gruen absolviert seinen wichtigsten Wettkampf vor dem anvisierten Start beim Vienna City Marathon am 19. April und könnte sich in die Spitzengruppe der Halbmarathon-Bestenliste schieben.

„Das Training lief in den letzten Wochen sehr gut. Die Einheiten waren schneller als je zuvor und haben sich gleichzeitig kontrollierter und ,leichter’ angefühlt. Das werte ich als sehr positives Zeichen“, schrieb Aaron Gruen (ÖBV Pro Team) an den österreichischen Laufsport-Journalisten Olaf Brockmann. Die prognostizierten Wetterbedingungen mit Morgentemperaturen knapp im zweistelligen Plusbereich, teilweise bedecktem Himmel und zurückhaltendem Wind lassen gleich wie das dicht besetzte Elitefeld im Bereich von 1:00:30 bis 1:02:00 Stunden laut persönliche Bestzeiten auf einen schnellen Halbmarathon des Österreichers hoffen.

„Bessere Bedingungen kann man sich kaum wünschen“, bestätigt Gruen. Zu konkreten Zeitzielen – und ob er Richtung einer Zeit unter 1:02 Stunden denkt – möchte der 26-Jährige, der vor neun Monaten bei einem Rennen in der Nähe von New York als erster Österreicher die Marathon-Distanz unter 2:10 Stunden bewältigt hat, im Vorfeld allerdings keine Äußerung treffen. Nur eines ist sicher: Er will seine persönliche Halbmarathon-Bestleistung klar steigern und auch seinen bisher schnellsten Halbmarathon auf der Downhill-Strecke in Mesa vor elf Monaten (1:02:47) unterbieten.

Das Elitefeld des Houston Halbmarathon der Männer

  • Vincent Ngetich (Kenia) – PB: 59:09 Minuten
  • Galen Rupp (USA) – PB: 59:47 Minuten
  • Hillary Bor (USA) – PB: 59:55 Minuten
  • Cameron Levins (Kanada) – PB: 1:00:18 Stunden
  • Abbiya Simbassa (USA) – PB: 1:00:37 Stunden
  • Sam Chelanga (USA) – PB: 1:00:37 Stunden
  • Andrew Colley (USA) – PB: 1:00:47 Stunden
  • Alex Maier (USA) – PB: 1:00:48 Stunden
  • Marcelo Laguera (Mexiko) – PB: 1:00:53 Stunden
  • Reed Fisher (USA) – PB: 1:00:54 Stunden
  • Rory Linkletter (Kanada) – PB: 1:00:57 Stunden
  • Ryan Ford (USA) – PB: 1:00:59 Stunden
  •  
    … (weiters: Auswahl)

  • Davor Aaron Bienenfeld (Deutschland) – PB: 1:01:39 Stunden
  • Haimro Alame (Israel) – PB: 1:02:02 Stunden
  • Aaron Gruen (Österreich) – PB: 1:04:35 Stunden
  • Habtom Samuel (Eritrea) – Halbmarathon-Debüt

Klare Bestzeit im Visier

Damit wäre Gruen im virtuellen Kampf um die Positionen mit jenen Athleten, die in der ÖLV-Bestenliste hinter Rekordhalter Günther Weidlinger liegen: Andreas Vojta, Timon Theuer und Michael Buchleitner haben Halbmarathon-Bestleistungen knapp über 1:02:30 Stunden. Aber, als ÖLV-Marathonrekordhalter hat der seit eineinhalb Jahren für Österreich startberechtigte Student an der Harvard Medical School möglicherweise auch Weidlingers Bestmarke von 1:01:42 Stunden im Hinterkopf.

Gruens offizielle persönliche Bestleistung liegt „nur“ bei einer Zeit von 1:04:35 Stunden, gelaufen in Hamburg 2024. Sie ist irreführend, sein Leistungsvermögen ist in der Zwischenzeit gestiegen. Im letzten Jahr lief der WM-Teilnehmer vom Tokio im Marathon in der Nähe von Boston einen Halbmarathon von 1:03:11 Stunden auf einer vom US-amerikanischen Verband zertifizierten Strecke – der Event war jedoch nicht im World Calendar von World Athletics eingetragen, womit der Weltverband diese Zeit nicht offiziell anerkennt.

Der 26-Jährige hofft am Sonntagnachmittag österreichischer Zeit in Houston auf einen guten Rennverlauf mit einer großen Gruppe: „Das Elitefeld ist wirklich stark und macht Lust auf das Rennen. Besonders freue ich mich über die vielen PUMA-Athleten am Start, außerdem sind weitere Athleten vom Rhode Island Track Club dabei. Es wird schön sein, diesen Team-Support zu spüren.“ Neben dem Training mit leistungssportlichem Anspruch ist Gruen in seinem Medizinstudium voll gefordert, daher hält er wie schon bei der WM in Tokio die Reiseperiode eng. Obwohl ein Inlandsflug, fliegt der Österreicher fast fünf Stunden lang einmal von Nordosten nach Süden quer durch das viertgrößte Land der Welt und wieder retour.

Jagd auf den kanadischen Rekord

Der Houston Halbmarathon ist am Sonntag auch Bühne, auf der der kanadische Halbmarathonrekord zur Disposition steht. Dieser liegt bei einer Zeit von 1:00:18 Stunden und wird – wie auch der kanadische Marathonrekord (2:05:46) – von Cam Levins gehalten. Rory Linkletter, dem in den letzten Jahren kontinuierliche Fortschritte gelangen, liegt in beiden Wertungen auf Position zwei. Das Duo steht in Houston gemeinsam am Start. Die beiden hatten sich im letzten Sommer im Rahmen des Edmonton Marathon um den Titel bei den kanadischen Halbmarathon-Meisterschaften duelliert. Linkletter gewann mit einem Wimpernschlag Vorsprung.

Favorit auf den Sieg beim Houston Halbmarathon ist der Kenianer Vincent Ngetich. Der 26-Jährige hat sich mit Platz drei beim Tokio Marathon 2025 für das kenianische WM-Team qualifiziert. Der Sieger des letztjährigen Houston Marathon, Haimro Alame, läuft dieses Mal den Halbmarathon. Viel erwartet sich der Veranstalter von Habtom Samuel aus Eritrea, der an der University of New Mexico studiert. Es wird der erste Straßenlauf überhaupt für den 21-jährigen, zweifachen U20-WM-Medaillengewinner im 3.000m- bzw. 5.000m-Lauf.

Stark besetzt ist die Spitze des Frauenrennens mit der zwölftschnellsten Läuferin der Geschichte, Tsigie Gebreselama aus Äthiopien, und den Kenianerinnen Veronica Loleo und Evaline Chirchir sowie der äthiopischen Frankfurt-Marathon-Siegerin Buze Diriba.

Hauger-Thackery greift nach US-Doppel

Nur einen Monat nach ihrem Sieg beim Honolulu Marathon greift die in den USA lebende, britische Olympia-Teilnehmerin Calli Hauger-Thackery nach dem zweiten Sieg bei einem US-Klassiker in Folge. Der Chevron Houston Marathon wird schließlich bereits zum 54. Mal ausgetragen. Über alle Distanzen sind rund 30.000 Aktive am Start.

Hauger-Thackery fordert die Dreifachsiegerin Biruktayit Degefa aus Äthiopien, die bereits zum achten Mal den Houston Marathon läuft. Favorit bei den Männern ist Zouhair Talbi, Streckenrekordhalter und Sieger aus dem Jahr 2024. „Mein Sieg damals hat mein Leben komplett verändert“, erinnert er sich. Damals lief der 30-Jährige noch für Marokko, mittlerweile ist er für die USA startberechtigt.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Olaf Brockmann

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