Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter


Nach 1:02:03 Stunden hat Aaron Gruen am vergangenen Samstag die Ziellinie beim Halbmarathon in Congers im Dunstkreis der US-Metropole New York überquert. Es war sein wichtigster und zugleich letzter Wettkampf vor seinem ersten Marathonauftritt auf österreichischem Boden, am 19. April in Wien, und keiner, bei dem er gänzlich an seine Leistungsgrenze laufen wollte. Denn das Hauptziel in dieser Frühjahrssaison bleibt der Vienna City Marathon. Die Erwartungshaltung an den österreichischen Rekordhalter sind durch seine eindrucksvolle Generalprobe sicherlich nicht kleiner geworden.
Im zweiteiligen Interview mit Olaf Brockmann, exklusiv für die Tageszeitung „Der Standard“ und RunUp.eu, hat Aaron Gruen (ProTeam Vienna) zuvor Zurückhaltung sowohl für die Generalprobe als auch für seine Erwartungen beim Vienna City Marathon gezeigt. Freilich sind die Hoffnungen nach seinen ÖLV-Rekordläufen im Marathon vor einem Jahr ebenfalls in Congers und im Halbmarathon im Jänner in Houston hoch, aber eine Marathon-Performance hänge immer auch von den äußeren Bedingungen am Marathon-Tag und von der Rennentwicklung ab. In einer Aussendung des Vienna City Marathon sagte er nach dem gelungenen Halbmarathon: „Mein Ziel war es, ein konstant, hohes Tempo zu laufen. Das ist mir gelungen. Es war ein gutes Training, in bin in guter Form für den Vienna City Marathon.“
Die Leistung von 1:02:03 Stunden – nur er selbst (1:01:14) und der langjährige Rekordhalter Günther Weidlinger (1:01:42) sind in der ÖLV-Geschichte jemals schneller gelaufen – ist auch deswegen hoch einzuschätzen, da bei diesem Rennen, das den Namen „Project 13.1“ trug, keine Tempomacher eingesetzt wurden. Für Gruen eine gute Vorbereitung, da er damit rechne, dass das auch in Abschnitten beim Marathon passieren könne, alleine laufen zu müssen. Den Sololauf von vorne konnte der Österreicher zwar nicht in einen Sieg verwandeln, was die Leistung kaum schmälern mag.
Hector Pagan aus Puerto Rico, der davor die Tempogestaltung des Österreichers genoss, ließ ihn auf den letzten Metern stehen und gewann das Rennen in 1:01:55 Stunden. „Meine Zeit ist gut, subjektiv fühlte es sich im ersten Moment aber nicht so gut an, weil ich im Finale nicht mit ihm mithalten konnte. Er kam von irgendwo her“, so Gruen. Eine Woche zuvor war er bei einem Trainingslauf in Wettkampf-Atmosphäre in New Bedford einen Halbmarathon in 1:03:25 Stunden gelaufen.
In Italiens Hauptstadt fiel am Sonntag der sportliche Startschuss zur neuen Serie der European Marathon Classics, die vor wenigen Wochen in Wien präsentiert wurde. Der Vienna City Marathon am 19. April ist die zweite Station. Beim 31. Acea Run Rome the Marathon standen inklusive der Staffel rund 36.000 angemeldete Läufer:innen an der Startlinie bei den Fori Imperiali vor dem weltberühmten Kolosseum.
Für den sportlichen Höhepunkt sorgte die Kenianerin Pascaline Kibiwot, die auf der selektiven Strecke durch die „Ewige Stadt“ in einer Zeit von 2:22:44 Stunden einen neuen Streckenrekord auf der Ziellinie im Circo Massimo fixierte. Sie unterbot den sieben Jahre alten Streckenrekord der Äthiopierin Megertu Alemu um acht Sekunden. Nachdem die 28-Jährige ab Kilometer 25 einen Alleingang gestartet hatte, erarbeitete sie sich zwei bzw. drei Minuten Vorsprung auf die Äthiopierinnen Tadesse Robi und Aberash Fayesa. Kibiwot ist ein absolut unbeschriebenes Blatt in der Szene, es ist die erste Wettkampfleistung, die in ihrem Profil von World Athletics verfügbar ist.
Bei den Männern feierte Asbel Rutto seinen zweiten Rom-Sieg nach 2024. Der 24-Jährige lief im Vorjahr als Vierter des Vienna City Marathon ins Ziel. Er erzielte eine Zeit von 2:06:32 Stunden und setzte sich mit vier Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Henry Tukor durch, Dritter wurde der Äthiopier Lencho Tesfaye. Die Siegerzeit lag nur neun Sekunden über seinem eigenen Streckenrekord.
🇨🇭 Lisa Redlinger (TS Lustenau) hat am vergangenen Sonntag beim Rhylauf in Oberriet in der Schweiz ihren eigenen Vorarlberger Landesrekord im 10km-Lauf auf eine Zeit von 33:04 Minuten gesteigert und damit einen wichtigen Test auf dem Weg zum 10.000m-Europacup im Mai in La Spezia in Italien geschafft. Sie liegt nun auf Platz vier in der ÖLV-Bestenliste im 10km-Straßenlauf. Redlinger musste sich lediglich der Schweizerin Fabienne Vonlanthen um vier Sekunden geschlagen geben, die sich über den Schweizer Meistertitel freute. Schweizer Meister im 10km-Lauf wurde Nino Freitag in 28:48 Minuten.
🇩🇪 Richard Ringer und Esther Pfeiffer haben die deutschen Meistertitel im Halbmarathon gewonnen. Der Olympia-Zwölfte im Marathon von Paris 2024 lief in Frankfurt zu einer Zeit von 1:03:26 Stunden und setzte sich klar vor Tom Thurley und Lars Franken durch. Es war der zweite deutsche Meistertitel in dieser Disziplin für den 37-Jährigen nach 2023. Ringer, der die Qualifikationskriterien für die Europameisterschaften in Birmingham bereits erfüllt hat, wird im April den Boston Marathon bestreiten. Die Ehefrau von Hendrick Pfeiffer, der sie als Tempomacher unterstützte, wiederholte ihren Titel aus dem Vorjahr in einer Zeit von 1:10:39 Stunden. Antonia Schiel und Nina Reuter holten sich die weiteren Medaillen.
🇪🇸 Rund 30.000 Läufer:innen bestritten am Sonntag die 25. Ausgabe des Madrid Halbmarathon. Dominiert wurde das Rennen von den ostafrikanischen Eliteläufern. Levy Kibet gewann das Männerrennen in einer Zeit von 1:00:49 Stunden in klarer Überlegenheit, bei den Frauen war seine kenianische Landsfrau Ludwina Chepngetich in 1:08:30 Minuten die Schnellste.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © Olaf Brockmann