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30:07 Minuten – das ist eine Spitzenzeit, vor allen Dingen auf der selektiven, weil hügeligen Strecke durch den Central Park, der grünen Lunge der US-Metropole, und dann auch noch bei fast sommerlichen Temperaturen. Weltrekordhalterin Agnes Ngetich entzauberte Vorjahressiegerin Hellen Obiri, die sechs Wochen nach ihrer persönlichen Marathon-Bestzeit als Zweite des London Marathon nur knapp hinter Tigst Assefa, die damals einen Weltrekord für Women’s Only Rennen aufstellte, sich in einer Zeit von 31:10 Minuten mit Rang drei hinter der Äthiopierin Tsigie Gebreselama (30:53) zufrieden geben musste.
Nie zuvor ist eine Läuferin auf US-amerikanischen Boden einen schnelleren 10km-Lauf gelaufen als Agnes Ngetich am vergangen Sonntag in New York. Für die 25-jährige Kenianerin war es der sechstbeste 10km-Lauf in ihrer Karriere, seit zweieinhalb Jahren hält sie den Weltrekord in einer Fabelzeit von 28:46 Minuten (mit männlichen Tempomachern) – sie hält auch den Weltrekord für reine Frauenrennen in einer Zeit von 29:27 Minuten. Ngetich ist ein Star der Szene, erst vor zwei Monaten blieb sie in Lille unter 29 Minuten.
Für die Kenianerin war der Sieg eine Wiedergutmachung für den Halbmarathon im März an gleicher Stelle, als sie beim Sieg von Hellen Obiri vor Sharon Lokedi völlig einbrach und nur 13. wurde. Den bisherigen Streckenrekord beim New York Mini 10K hielt die Äthiopierin Senbere Teferi seit drei Jahren.
Der New York Mini 10K ist der älteste Frauenlauf der Welt und ging bereits zum 54. Mal über die Bühne. 10.082 Läuferinnen erreichten in diesem Jahr das Ziel im Central Park. Durchführender Verein sind die New York Road Runners, die unter anderem auch den TCS New York City Marathon veranstalten.
Obiri war sechs Wochen nach dem London Marathon nicht in Topform, die nicht realisierte Titelverteidigung daher verständlich. Bei der Pressekonferenz vor dem Event erklärte sie aber, wieso der New York Mini 10K für sie ein Pflichttermin ist: „Erstens ist es eine tolle Challenge im Elitefeld und zweitens ist es ein tolles Erlebnis, wie sich 10.000 Frauen auf der Strecke gegenseitig inspirieren und motivieren.“
Ähnliches galt für Sharon Lokedi, die vor sieben Wochen den Boston Marathon gewonnen hat. Sie kam als Siebte in einer Zeit von 31:44 Minuten ins Ziel. Beste Europäerin war Europarekordhalterin Klara Lukan als Fünfte in einer Zeit von 31:38 Minuten. Sie erreichte die Ziellinie zwei Sekunden hinter der besten Amerikanerin, Emily Venters. Die Lokalmatadorin krönte ihren 27. Geburtstag mit einer persönlichen Bestzeit um eine Minute. Die Strecke des New York Mini 10K ist allerdings nicht Bestenlisten tauglich, weil das Netto-Gefälle für die Distanz deutlich zu hoch ist.
🇨🇭 In Bern fand am Sonntag einer der bedeutender Frauenlauf in Europa statt. Der Schweizer Frauenlauf lockte rund 15.000 Frauen und Mädchen in verschiedenen Bewerben an und feierte ein besonderes Jubiläum der 40. Auflage. „Der Schweizer Frauenlauf ist seit 40 Jahren weit mehr als ein Lauf. Er verbindet Generationen, fördert die Freude an der Bewegung und schafft unvergessliche Begegnungen“, sagte Veranstalterin Jacqueline Ryffel. „Dieses Jubiläum gemeinsam mit so vielen Frauen feiern zu dürfen, macht uns sehr stolz.“ Gewonnen hat den 10km-Lauf die ehemalige Marathonläuferin Martina Strähl. Fabienne Schlumpf belegte im 5km-Lauf den zweiten Platz hinter der Kenianerin Vivian Cheriyot (nicht die weltbekannte Olympiasiegerin und Weltmeisterin, Anm.).
🇺🇸 Daniel Ebenyo, WM-Silbermedaillengewinner hinter Superstar Sebastian Sawe von 2023, hat am Sonntag den Bank of America Chicago Halbmarathon gewonnen. Der Kenianer setzte sich nach starker Anfangsphase im Alleingang in einer Zeit von 1:00:39 Stunden durch und stellte einen neuen Streckenrekord auf. Es war der erste Wettkampfsieg des 30-Jährigen seit dem Berliner Halbmarathon 2024. Mit 58 Sekunden Rückstand war der zweitplatzierte Futsum Zienasellassie der beste Amerikaner. Siegerin bei den Frauen war die Mexikanerin Laura Galvan, die in einer Zeit von 1:10:11 Stunden die Amerikanerin Molly Born um fast zwei Minuten auf den zweiten Platz verwies. VCM-Teilnehmerin Lindsay Flanagan kam als Fünfte in 1:15:58 Stunden ins Ziel. Rund 10.000 Teilnehmer:innen nahmen an der fünften Ausgabe des Events, welches vom Organisationsteam des Chicago Marathon durchgeführt wird, teil.
🇰🇪 In Nairobi ging am Sonntag der wichtigste Marathonlauf Kenias mit 17.500 Teilnehmer:innen aus 75 Nationen auf diversen Distanzen, davon 1.750 im Marathon, über die Bühne. Sieger der fünften Ausgabe war Enock Kipkemboi in einer Zeit von 2:09:33 Stunden, auch Robert Kwambai und Shadrack Kinduiywo blieben unter 2:10 Stunden, was in der Höhe von rund 1.800 Metern über den Meeresspiegel beachtlich ist. Bei den Frauen siegte Joy Kemuma in einer Zeit von 2:27:43 Minuten mit über drei Minuten Vorsprung.
🇫🇷 Ein viel beachtetes Comeback war die Schlagzeile beim Adidas 10K Paris. Zwei Jahre war Mehdi Frère gesperrt, weil er binnen zwölf Monaten dreimal nicht zu unangekündigten Dopingkontrollen anzutreffen war. Deshalb verpasste er den Olympischen Marathon 2024, für den er qualifiziert gewesen wäre. Am Sonntag kehrte der 29-jährige Marathonläufer auf die Wettkampfbühne zurück, die er sich mit 44.000 Laufbegeisterten teilte, und siegte in einer Zeit von 28:11 Minuten. Damit verbesserte er seine fünf Jahre alte, individuelle Bestmarke deutlich. Siegerin bei den Frauen war Margaux Sieracki in 31:48 Minuten vor Marathon-Spezialistin Manon Trapp. Der 10K Paris gilt als größter 10km-Lauf Europas.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © PUMA – Symbolbild