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Andreas Vojta ist zum vierten Mal als bester Österreicher beim Vienna City Marathon ins Ziel gelaufen. Mit Platz neun duplizierte er sein Abschneiden aus dem Vorjahr, auch die Zeit von 2:15:07 Stunden war fast auf die Sekunde dieselbe. Am Ende überwogen beim Routinier gemischte Gefühle, während Aaron Gruen seine Rekordambitionen noch auf der ersten Marathonhälfte beenden musste.
Ein bisschen ein Déjà-vu – so lautete sein Kurzfazit: Andreas Vojta (team2012.at) erreichte das Ziel des Vienna City Marathon wie im Vorjahr als bester Österreicher auf Position neun der Gesamtwertung in einer Zeit von etwas über 2:15 Stunden. In jenem Augenblick, als er die Ziellinie überquerte, lächelte er vorsichtig, es war ein Ausdruck gemischter Gefühle. Einerseits genoss er die Standing Ovations bei seinem Heimrennen und den Status als bester Österreicher im Rennen, andererseits hätte er gerne eine etwas schnellere Zeit erreicht.

„Platz neun beim Vienna City Marathon klingt wirklich gut, aber ich hätte halt gerne eine bessere Zeit erreicht“, sagte der 36-Jährige nach dem Rennen. Nach einer guten Vorbereitung war der Routinier optimistisch ins Rennen gegangen: „Bis zum Halbmarathon hab ich gedacht, es läuft absolut ok und ich könnte vielleicht ein paar Sekunden drauflegen. Aber es ist das Gegenteil passiert. In meiner fortschreitenden Ermüdung hab ich dann auf der zweiten Halbzeit kontinuierlich ein paar Sekunden pro Kilometer eingebüßt und das summiert sich rasch. Das ist die Brutalität des Marathons!“
Der wichtigste Marathontag in Österreich war nicht der Tag der heimischen Marathon-Elite. Aaron Gruen jagte 20 Kilometer lang seinen eigenen österreichischen Marathonrekord von 2:09:53 Stunden und lag gut im Rennen, bis er stehen blieb und den Wettkampf verließ. In einem schriftlichen Statement teilte der 27-Jährige mit: „Ich habe schon am Start gespürt, dass es heute schwer werden wird. Ab Kilometer 15 war mein Eindruck, als wären die Beine nicht da. Da wusste ich, dass ich es nicht ins Ziel schaffe. Daher habe ich das Rennen aufgegeben. Es war körperlich und mental sehr schwierig.“
Später kündigte er in einer Videobotschaft an, dass er nächstes Jahr gerne zum Vienna City Marathon zurückkommen wolle: „Natürlich bin ich ziemlich enttäuscht. Aber ich weiß auch, das gehört zum Marathon dazu. Man kann alles planen – bis auf den Marathon selber. Es war nicht mein Tag, aber Wien gibt es nächstes Jahr wieder. Ich danke allen, die dabei waren und mich angefeuert haben. Das hat mich sehr motiviert!“

Ebenfalls einen harten Tag erlebte Eva Wutti (Club RunAustria), die sich als beste Österreicherin ins Ziel kämpfte. Sie erreichte eine Zeit von 2:42:37 Stunden und belegte den zehnten Platz in der Gesamtwertung – ihre bereits fünfte Top-Ten-Platzierung beim Vienna City Marathon. Theresa Birglechner (TGW Zehnkampf Union) und Elisabeth Stangl (Su fux Ennstal) liefen mit Leistungen von 2:49:23 und 3:03:45 Stunden (beide in ihrer Nettozeit schneller) auf die Position 13 und 14.
Zufrieden war die 37-jährige Kärntnerin mit ihrer Leistung naturgemäß nicht: „Es hat sich schon bei Kilometer 16 muskulär nicht so gut angefühlt. Ich hab mich einfach nicht erholen können und dann war der Weg ins Ziel lang“, erzählte sie. Dass sie nicht das Handtuch warf, lag an der Motivation durch ihren Tempomacher Herbert Kopp, wie sie bei der Pressekonferenz erzählte. „Hätte ich nicht so einen guten Pacemaker gehabt, der mich ermuntert hat, wäre ich einfach stehen geblieben. Dann hätten die Schmerzen in den Beinen einfach aufgehört. Aber Herbert hatte recht: Die Atmosphäre auf den letzten Kilometern war überwältigend und ich hätte mich sicherlich geärgert, hätte ich diese Stimmung verpasst.“
Autor: Thomas Kofler
Quelle: Vienna City Marathon
Bilder: © VCM / Jenia Symonds