Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter


Mit dem Innsbruck Alpine Trailrun Festival stand gleich zu Saisonbeginn der Höhepunkt der heimischen Trailrunningsaison auf dem Programm. Und die heimischen Topathletinnen und Topathleten wussten zu überzeugen: Anna Plattner belegte im Elite-Verfolgungsbewerb der Frauen den zweiten Platz, Manuel Innerhofer und Johannes Nussbaumer liefen in die Top-Sechs.
Beim neuen Verfolgungsformat im Eliterennen, dem Trail Hunt, kombinierte der Veranstalter den Vertical-Bewerb vom Veranstaltungszentrum vor dem Tiroler Landestheater hinauf zur Seegrube mit dem Verfolgungsrennen entlang der Nordkette mit einer Distanz von 24 Kilometern und mehr als 1.450 Höhenmetern. Für eine entsprechende internationale Besetzung sorgte auch das für diesen Bewerb ausgelobte Preisgehld von 30.000 Euro. Tag eins brachte die Herausforderung eines 7,4 Kilometer langen Verticals mit 1.300 zu überwindenden Höhenmetern.
Tag zwei stand aus heimischer Sicht ganz im Zeichen von Anna Plattner, im Vorjahr Fünfte bei den Weltmeisterschaften in den Pyrenäen. Als Fünfte ging sie nach dem Vortagesresultat auch dieses Mal ins Rennen und stürmte mit einer Leistung von 2:21:54 Stunden noch auf Platz zwei. „Es war unglaublich, dass ich Zweite werde, damit habe ich nicht gerechnet. Der Trail Hunt ist ein mega neues Rennformat. Auch die vielen Zuschauer:innen auf der Nordkette haben für Adrenalin pur gesorgt“, sprudelte es aus der Tirolerin hervor.

Geschlagen geben musste sich die 32-Jährige lediglich der in der Schweiz lebenden Deutschen Hanna Groeber, die als Zweite ins Rennen ging und die Kenianerin Ruth Gitonga im Finale noch passierte. Gitonga hatte sich kurz vor Schluss bei der Hungerburg im wahrsten Sinne des Wortes verlaufen, viel Zeit eingebüßt und musste sich so mit Platz vier zufrieden geben. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass sie sich verlaufen hat. Aber ich habe nach dem letzten Anstieg massiv aufgeholt“, freute sich Siegerin Groeber, die bei der WMTRC 2023 in Innsbruck im Team die Silbermedaille gewonnen hatte.
Dritte im Verfolgungsrennen wurde die Holländerin Renee Cardinaals. Einen schwarzen Tag erwischten die Deutsche Laura Hottenrott und Gitongas Landsfrau Philaries Kisang, die als Dritte und Vierte ins Rennen gingen. Hottenrott musste aufgeben, Kisang wurde nur Zehnte und klassierte sich zwischen der zweit- und drittbesten Österreicherin: Isabell Speer und Skibergsteigerin Johanna Hiemer.
Auch bei den Männern gelang dem besten Österreicher eine Positionsverbesserung im Verfolgungsrennen. Manuel Innerhofer verbesserte sich von Platz sechs um eine Position, ebenfalls um einen Rang auf Gesamtposition neun rückte der Osttiroler Josef Bodner nach vorne. Johannes Nussbaumer gewann sogar zwei Positionen und kam hinter dem Pingzauer auf Platz sechs ins Ziel. Innerhofer zeigte sich mit seinem Saisoneinstieg zufrieden: „Die Stimmung war Gänsehaut pur. Am Ende ging ich leider etwas ein, aber insgesamt bin ich absolut zufrieden.“

An der Spitze überholte der in Innsbruck lebende Südtiroler Daniel Pattis Vortagessieger Richard Atuya und seinen kenianischen Landsmann Ephantus Njeri und lief in einer Zeit von 1:50:27 Stunden als Sieger über die Ziellinie. Njeri, der durch eine Zeitstrafe wertvollen Boden verlor, sicherte sich Rang zwei vor Atuya, der dritte Kenianer im Bunde, Philemon Kiriago blieb als Vierter ohne Stockerlplatz. „Für mich ist das wie ein Heimsieg! Ich habe mich super gefühlt“, freute sich Sieger Pattis.
13 Bewerbe standen am vergangenen, verlängerten Wochenende im Rahmen des Innsbruck Alpine Trailrun Festivals (IATF) auf dem Programm. Mit rund 9.000 angemeldeten Läufer:innen und 82 unterschiedliche Nationalitäten im Teilnehmer:innenfeld feierte die Veranstaltung in ihrer elften Auflage neue Höchstmarken und bestätigte eindrucksvoll, die wichtigste Trailrunningveranstaltung in Österreich und einer der Saison-Höhepunkte der europäischen Trailrunningsaison zu sein.
Neben den unterschiedlichen sportlichen Herausforderungen, die vom Jugendrennen und dem Businesstrail auf moderaten Distanzen bis zur Ultradistanz von 111 Kilometern reichten, überzeugte das IATF neuerlich mit der Verbindung der urbanen Schönheiten der Tiroler Landeshauptstadt und den alpinen Schätzen ringsum – eingebettet in Festivalcharakter. Für den reibungslosen Ablauf sorgten rund 500 Mitarbeiter:innen, die in 1.000 Schichten viele Stunden tatkräftig im Einsatz waren.
Ein Höhepunkt des IATF ist jährlich der Startschuss für die längsten Distanzen, dem Bewerb „Masters of Innsbruck“ über die Distanz von 111,2 Kilometern und 5.480 zu bewältigenden Höhenmetern, sowie dem Bewerb „Heart of the Alps Ultra“ mit einer Distanz von 85,5 Kilometern und 3.870 zu bewältigenden Höhenmetern entlang der Nordkette, pünktlich um Mitternacht.
Der Sieg auf der längsten Distanz ging an den in Innsbruck lebenden Deutschen Christian Pecher, der nach 11:35:43 Stunden das Ziel erreichte. „Vor so einer Zuschauerkulisse zu gewinnen, ist einmalig“, jubelte der 35-Jährige. Siegerin Alina Daxböck aus Tirol erreichte das Ziel nach 12:52:01 Stunden fast eine Stunde vor der zweitplatzierten Sophia Schnabl.

Veranstalter Alexander Pittl, CEO der Laufwerkstatt, zog nach vier intensiven Tagen bei frühsommerlichen Bedingungen im Tal und noch vom Winter geprägten Verhältnissen in den Höhen der Tiroler Berge eine positive Bilanz: „Der Zuspruch zum adidas Innsbruck Alpine Trailrun Festival ist überwältigend! Die Stimmung unter den tausenden Läufer:innen und Besucher:innen war einfach phänomenal. Was wir an diesem Wochenende erlebt haben, war weit mehr als ein Sportevent – es war ein echtes Festival der Emotionen, der Leidenschaft und des Miteinanders.“ Die Energie und die Begeisterung aus dem Feld zeige eindrucksvoll, wie sehr Trailrunning Menschen im wahrsten Sinne des Wortes bewege.
Autor: Thomas Kofler
Bilder: © peakpixelcafe