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Aus Ärger über DLV – Gabius verzichtet auf WM

Die Krise im gegenseitigen Umgang zwischen dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und seinen Läufern ist um ein delikates Kapitel reicher. Marathon-Rekordhalter Arne Gabius hat öffentlich seinen Verzicht auf einen Marathon-Start bei den Weltmeisterschaften in London bekannt gegeben, selbst wenn er das…

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Die Krise im gegenseitigen Umgang zwischen dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und seinen Läufern ist um ein delikates Kapitel reicher. Marathon-Rekordhalter Arne Gabius hat öffentlich seinen Verzicht auf einen Marathon-Start bei den Weltmeisterschaften in London bekannt gegeben, selbst wenn er das WM-Limit beim Hannover Marathon knackt (was zu erwarten ist, Anm.). Der Grund dafür ist laut dem 35-Jährigen die bis dato nicht erfolgte Finanzierung seines Höhentrainingslagers in Kenia im Februar zur Vorbereitung dieser Saison. „Die WM war ein Thema. Jetzt habe ich gar keine Lust mehr, das ist vorbei“, zitiert die deutsche Presseagentur dpa. Erst vor kurzem hat Florian Orth seinen Antritt bei den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad trotz erfolgter Qualifikation abgesagt und in einem offenen Brief einerseits über mangelnde Unterstützung von Seiten des Verbandes und andererseits über undurchsichtige Kommunikationsstrategien sowie √verstörende Signale“ gewettert (siehe RunAustria-Bericht).
 

© SIP / Johannes Langer
© SIP / Johannes Langer
„Kommunikation erzeugt Stress“

In diese Kerbe schlägt auch Gabius, der die „sehr schlechte“ Wertschätzung der Läufer im Verband beklagt. Dass die Kostenrückerstattung des Trainingslagers in Kenia noch nicht erfolgt ist, hat für den erfahrenen Marathonläufer und langjähriges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Kommunikation mit dem DLV hat Gabius nach eigenen Angaben weitgehend eingestellt. „Das ärgert mich alles und das erzeugt Stress. Und Stress kann ich in so einer Phase nicht gebrauchen.“ Gleichzeitig bemängelte er ein fehlendes Kommunikationsinteresse von Seiten des Verbandes.

„Wollen Trainingslager finanzieren“

Der Deutsche Leichtathletik-Verband wehrt sich in einem Bericht auf der eigenen Website. Thomas Dreißigacker, neuer Bundestrainer für den Bereich Laufen / Gehen, sagt: „Die getätigten Aussagen von Arne Gabius kann ich so nicht bestätigen. In dem Kommunikationsprozess von Seiten der Marathon-Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig und mir wurde allerseits klar das Signal gesendet, dass wir sein Höhenlager in Kenia voll finanzieren möchten. Daran hat sich bisher auch nichts geändert.“ Dreißigacker erklärt, dass bei entsprechender Jahresplanung Topathleten auch bei individuellen Trainings-Maßnahmen unterstützt würden, das mittel- und langfristige Ziel müsse dabei aber eine erfolgreiche Teilnahme bei internationalen Meisterschaften sein.

Neue Förderungsstruktur drängt Läufer in den Hintergrund

Mit einer neuen Förderungsstruktur innerhalb der deutschen Leichtathletik, die im Zuge eines Beschluss des deutschen Sports nach den Olympischen Spielen 2016 erneuert wurde, hat sich der DLV den Missmut zahlreicher Läufer auf sich gezogen. Da sie in ihren Disziplinen häufig bestenfalls geringe Chancen auf geforderte Final-Teilnahmen auf Weltniveau haben, mussten viele deutliche Abstriche in Kauf nehmen. Zuletzt hat dies auch 1.500m-Läufer Timo Benitz massiv kritisiert. Marathonläufer Arne Gabius ist wohl der einzige deutsche Läufer, der bei den Weltmeisterschaften in London überhaupt für einen Spitzenplatz in Frage gekommen wäre, bei den Damen ist die Perspektive dank des talentierten Nachwuchses und Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause, WM-Medaillengewinnerin 2015, etwas besser.

EM-Start 2018 in Berlin offen

Dass nach Orth nun schon der zweite deutsche Läufer sich öffentlich über den Verband beschwert, könnte auch am „günstigen“ Zeitpunkt liegen. Im Sommer 2018 finden die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin statt, wo der DLV auf Teilnehmer auch auf den Laufdistanzen angewiesen ist. Ob Gabius beim EM-Marathon in der deutschen Hauptstadt dabei sein wird, lässt er offen: „Im Moment frage ich mich, ob ich das deutsche Laufen nicht besser vertrete beim traditionellen Berlin Marathon als beim EM-Marathon.“
Damit einhergehend ist natürlich auch ein altes Diskussionsthema unter europäischen Marathonläufern, welches im Kontext dieser Diskussion durchaus auch eine Rolle spielen könnte. Während es bei WM- und EM-Marathons kein Startgeld gibt und bei Europameisterschaften sogar kein Preisgeld, suchen Marathonläufer gerne nach Möglichkeiten, bei ihren zwei bis drei Saisonstarts im Marathon lukrative Angebote wahrzunehmen, um Geld zu verdienen.

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