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Die australische Laufszene erlebte beim gestrigen Gold Coast Marathon eine Sternstunde. Haftu Strinzos verbesserte in einer Zeit von 2:06:20 Stunden den australischen Rekord von Andrew Buchanan um zwei Sekunden und markierte die schnellte Marathonzeit, die je auf australischem Boden erzielt worden ist. 20 Jahre nach Lee Troop lief damit wieder ein Lokalmatador als Erster über die Ziellinie der traditionsreichen Veranstaltung an der ostaustralischen Küste, die seit 1979 stattfindet.
„Es ist super-speziell für mich“, blickte Haftu Strinzos auf sein gestriges Glanzstück zurück. Er habe so hart gearbeitet für den australischen Rekord. „Es ist das Highlight meiner Karriere!“ Es fühle sich an wie sein Durchbruch. „Eine perfekte Gelegenheit, ein perfektes Rennen. Einfach nur erstaunlich!“ Sein Traum, sein Heimatland bei den Olympischen Spielen 2028 von Los Angeles zu vertreten, sei nun einen großen Schritt näher gekommen.
Es sind Zitate, die in australischen Medien eine besondere Marathon-Geschichte erzählen. Denn die Superleistung des 26-Jährigen kam überraschend: Alleine die Tatsache, dass erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder ein Australier als Sieger des Gold Coast Marathon ins Ziel lief, ist bemerkenswert. Die Leistung von 2:06:20 Stunden stellt eine Sternstunde dar, schließlich gab es nicht einmal beim World Marathon Major in Sydney eine so starke Siegerzeit.
Sie kam für viele unerwartet: Der Ozeanienmeister im 10.000m-Lauf von 2024 hat erst vor fünf Wochen bei einem Halbmarathon in Launceston mit einer Zeit von 1:00:41 Stunden seine Klasse unter Beweis gestellt – zum zweiten Mal in seiner Karriere nach einem Halbmarathon von 1:00:36 Stunden 2025 in Japan. In seinem vierten Marathon – sein Debüt endete vor einem Jahr an gleicher Stelle frühzeitig, den ersten finishte er letztes Jahr in Sydney als 14. in 2:11:27 Stunden – setzte er sich, angefeuert vom frenetischen Publikum, gegen eine Reihe guter Marathonläufer aus Japan und Kenia durch: Hidekazu Hijikata (2:07:20) und Debütant Jinya Ozaki (2:07:48) hatten das unmittelbare Nachsehen. Die Vorentscheidung gelang dem entfesselten Lokalmatador mit einer Attacke bei Kilometer 30.
Haftu Strinzos hat ostafrikanische Gene. Er ist in Äthiopien geboren, wurde von einer Familie aus Melbourne adaptiert und studierte an der Villanova University in den USA, wo er für das Universitätsteam antrat. Nun ist der 26-Jährige australischer Marathonrekordhalter, gleichbedeutend mit dem Kontinentalrekord für Ozeanien, und auch Streckenrekordhalter – Vorjahressieger Yuki Takei aus Japan benötigte damals 2:07:33 Stunden für die 42,195 Kilometer entlang der Gold Coast.
Das Fernduell um den australischen Rekord wurde zum Herzschlagfinale entlang der Zielgerade: Strinzos blieb zwei Sekunden unter dem bisherigen australischen Rekord von Andrew Buchanan auf der schnellen Strecke des Valencia Marathon.
Der Sieg im Frauenrennen ging an die Äthiopierin Almaz Kebede, die in einer Zeit von 2:24:53 Stunden die Oberhand gegenüber Antonina Kwambai aus Kenia (2:25:41) und Kaede Kawamura (2:28:00) behielt.
🇦🇺 Die zweite australische Topleistung des Gold Coast Marathon Wochenendes erzielte Isobel Batt-Doyle, die den Halbmarathon der Frauen in einer Zeit von 1:07:29 Stunden für sich entschied. Nie zuvor gelang auf australischem Boden ein schnellerer Halbmarathon. Für die 30-Jährigen, seit 2025 australische Rekordhalterin in 1:07:17 Stunden, ist es der zweitschnellste Halbmarathon ihrer Karriere. Den Halbmarathon der Männer gewann Shumphei Tomita aus Japan (1:00:52) fünf Sekunden vor dem Australier Ed Marks, der seinen ersten Halbmarathon bestritt.
🇺🇸 Am Independence Day am Samstag, an dem die USA das 250-jährige Bestehen ihrer Nation feierte, fand traditionell das Peachtree Road Race in Atlanta mit über 50.000 Teilnehmer:innen statt. Das Rennen der Männer endete mit einem kenianischen Fünffachsieg, der von Patrick Kiprop in 27:37 Minuten angeführt wurde. Siegerin bei den Frauen war Tsigie Gebreselama aus Äthiopien in einer Zeit von 31:02 Minuten. US-amerikanische Top-Platzierungen gab es keine.
🇷🇴 Bereits letztes Wochenende gewann die französische Marathonrekordhalterin Mekdes Woldu den tRUNsylvania International 10K im rumänischen Cluj. Die 33-Jährige setzte sich in einer Zeit von 32:21 Minuten gegen die ugandische Favoritin Joy Cheptoyek, WM-Silbermeddaillengewinnerin im Crosslauf, und Meselech Alemayehu aus Äthiopien durch. Sieger bei den Männern war Cyrus Kimaiyo aus Kenia in 28:22 Minuten, der Franzose Mehdi Frère wurde Dritter.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © Miguel Amutio / Unsplash – Symbolbild