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B-Lauf-Sieg für Lassacher beim 10.000m-Europacup

Cordula Lassacher gewann am Samstag bei sommerlichen Bedingungen im italienischen La Spezia den 10.000m-Europacup-B-Lauf mit einer persönlichen Bestleistung.
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Seit 1997 ist der im Mai stattfindende 10.000m-Europacup ein Saisonhöhepunkt für all jene, die die langen Distanzen auf der Bahn schätzen. Denn fordernde Wettkämpfe über die Distanz von 25 Stadionrunden sind rar – und so versammelt sich beim Europacup ein Großteil der europäischen Elite zu einem spannenden Wettkampf. Diese Bühne nutzte Cordula Lassacher für einen starken Auftritt und einen tollen Sieg – wenn auch „nur“ im B-Lauf.

Cordula Lassacher (KSV Alutechnik) war als einzige ÖLV-Läuferin zum 10.000m-Europacup in die ligurische Hafenstadt gereist. Die Reise hat sich gelohnt. Die 22-Jährige kehrt mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 33:22,44 Minuten in die Heimat zurück – 32 Sekunden schneller als sie bisher gelaufen ist. Und das, obwohl das Thermometer am frühen Samstagabend noch 26°C anzeigte und die Läuferinnen und Läufer ordentlich ins Schwitzen brachte.

ÖLV-Bestenliste im 10.000m-Lauf

  • 32:12,33 Minuten – Susanne Pumper (Salzburg 2005)
  • 32:55,57 Minuten – Anni Müller (Köln 1989)
  • 33:16,76 Minuten – Julia Mayer (Wien 2022)
  • 33:22,44 Minuten – Cordula Lassacher (La Spezia 2026)
  • 33:35,71 Minuten – Andrea Mayr (Oslo 2011)

Das Beste aus den Möglichkeiten

„Ich glaube, ich habe das Beste aus den Rahmenbedingungen gemacht. Es war schon sehr heiß“, analysierte die in Wien lebende Steirerin, die immer wieder die Getränkestation entlang der Gerade zur Abkühlung nutzte. Die Bilanz ist zwiespältig: „Grundsätzlich bin ich schon happy, aber natürlich weiß ich auch, dass ich bei besseren Bedingungen mehr zeigen hätte können.“ Lassacher kontrollierte den Wettkampf und gestaltete ihn strategisch so, dass sie immer mit an der Spitze lief und trotzdem noch genügend Kraft hatte, um in der zweiten Hälfte aufs Tempo zu drücken, als die Konkurrenz Probleme bekam.

Nach der Durchgangszeit von 16:44,28 Minuten mit der Italienerin Greta Settino an der Spitze konnte sich die Österreicherin im Rücken der Italienerin in eine gute Position laufen. Auf dem neunten Kilometer übernahm Lassacher dann die Initiative und lief zu einer Endzeit von 33:22,44 Minuten – als klare Siegerin des Wettkampfs.

„Vielleicht habe ich zeigen können, dass ich einen Platz im A-Lauf verdient gehabt hätte“, sagte sie nachher. Settino, eine Woche jünger als Lassacher, erzielte in 33:31,10 Minuten ebenfalls eine persönliche Bestleistung und wurde Zweite vor der Holländerin Ineke Van Koldam (33:36,47, PB). In der Summe beider Läufe fiel für Lassacher Rang 22 in die Wertung.

Österreichs Jahresbeste 2025

Cordula Lassacher vertrat Österreich bei den U23-Europameisterschaften 2025 in Bergen im 10.000m-Lauf und belegte dort den tollen achten Platz. Bereits davor hatte sie als Staatsmeisterin auf der längsten Bahndistanz ihre Ambitionen im 10.000m-Lauf nachgewiesen. 2025 war Lassacher damit die klare Nummer eins in Österreich in dieser Disziplin.

Nach einem starken 10km-Lauf im Oktober 2025 in Berlin (33:25) und einer weiteren Verbesserung im Februar in Castellon (32:51) ist sie nun auch auf der Bahn dieser Leistungsdimension nähergerückt. Für eine EM-Teilnahme in Birmingham 2026 hängen die Trauben aber hoch – gefordert ist ein Direktlimit von 32:00,00 Minuten und es ist davon auszugehen, dass alle 27 Startplätze über das Limit besetzt werden.

Heimsieg für Aouani

Im schnelleren A-Lauf, in dem mit Europameisterin Nadia Battocletti der große europäische Name erwartungsgemäß aufgrund ihrer Saisonplanung fehlte, dominierte die Polin Elzbieta Glinka mit einer Siegerzeit von 31:45,36 Minuten, ein neuer „Hausrekord“. Die 32-Jährige, die seit Jahresbeginn den polnischen 10km-Straßenlaufrekord in 31:47 Minuten hält, hat vor fünf Wochen souverän den Titel bei den polnischen Meisterschaften geholt. Die weiteren Medaillen sicherten sich Alessia Zarbo aus Frankreich und die Italienerin Elisa Palmero. Italien holte Gold in der Nationenwertung vor Irland und Spanien.

Noch erfolgreicher verlief das Männerrennen für den gastgebenden Verband. Iliass Aouani, Marathon-Europameister und WM-Medaillengewinner von Tokio, gewann das A-Finale in einer Zeit von 27:50,05 Minuten vor den Franzosen Simon Bedard (27:52,66) und Valentin Gondouin (27:53,09). Es war das erste Bahnrennen für den 30-Jährigen seit drei Jahren, weshalb er im Siegerinterview nachher lachte: „Ich hab nicht verlernt, bis 25 zu zählen.“

Mit vier Läufern in den Top-Acht war Frankreich in der Nationenwertung nicht zu besiegen, Italien holte mit Respektabstand Silber vor Spanien.

Autor: Thomas Kofler
Bild: privat

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