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Mit einer neuen Weltjahresbestleistung zeigte die junge Schweizerin Audrey Werro auch beim Indoor-Meeting in Belgrad, Station sechs der diesjährigen World Athletics Indoor Tour der Stufe Gold, ihre bestechende Winterform. Während auch ihre Landsfrau Joceline Wind mit einem Sieg im Gepäck nach Hause flog, überwog bei Caroline Bredlinger der Ärger über eine Startphase, die misslang.
Der Missmut von Caroline Bredlinger (LT Bgld. Eisenstadt) bezog sich darauf, dass der Veranstalter des Meetings in Belgrad, immerhin eines der acht Gold-Meetings von World Athletics, sich entgegen der neuen Regelungen für 800m-Starts in der Halle für einen so genannten Evolventenstart entschied. Es liefen also alle sechs Teilnehmerinnen auf fast gleicher Höhe los, in einem leichten Bogen, um die Außenbahnen vor einer Distanzverlängerung zu schützen. Damit mussten die Athletinnen aber vom ersten Schritt keine bestimmten Bahnen einhalten und das Feld stauchte sich nach wenigen Augenblicken innen zusammen – zum Nachteil der 24-jährigen Burgenländerin, die auf Startbahn zwei loslaufen musste und sofort den Positionskampf im intensiven Körperkontakt mit Patricia Silva verlor.
„Ich bin sehr enttäuscht und grantig“, versuchte die Burgenländerin erst gar nicht ein positives Wort über den Wettkampf zu finden. „Dieser Start war ein Schwachsinn! Gleich zu Beginn gab es nur Rangeleien und es konnte kein flüssiges Rennen entstehen.“ Außerdem habe sie keine Zwischenzeiten einsehen können. „Ein absoluter Blindflug!“
So begann Bredlinger das Rennen auf Position fünf, arbeitete sich im Mittelteil des Wettkampfs auf Position zwei nach vorne und bestimmte damit auf den letzten beiden Runden das Tempo der Verfolgerinnengruppe. Nach 2:01,80 Minuten stoppte die Zeitnehmung – ein Top-Resultat mit den Wermutstropfen, dass zum Hallen-WM-Limit neun Zehntelsekunden fehlten. Und das war das erklärte Ziel für dieses Meeting mit der Bühne eines Weltklassefeldes im 800m-Lauf.
Der Leichtathletik-Weltverband (World Athletics) hat für den 800m-Lauf vor Saisonbeginn eine Neuerung eingeführt. So wurde die Distanz, auf der Athletinnen und Athleten nach dem versetzten 800m-Start in ihren Bahnen bleiben müssen, von 50 auf 150 Meter erhöht – also bis hinter die zweite Kurve. Damit wollte man Rangeleien vorbauen. In Belgrad verzichtete der Veranstalter auf einen herkömmlichen Start und entschied sich für einen Evolventenstart.
Schade, dass die missglückte Startphase, die den gesamten Wettkampf nachhaltig beeinflusste, in der Nachbetrachtung ein starkes Abschneiden übertünchte. Denn es ist beachtlich, wen die Österreicherin hinter sich lassen konnte. Exakt eine Sekunde nach ihr überquerte die Portugiesin Patricia Silva, 2025 Hallen-WM-Dritte in Nanjing, die Ziellinie. Weiterhin weit weg von ihrer Topform präsentierte sich die amtierende Hallen-Weltmeisterin Prudence Sekgodiso. Die Südafrikanerin wurde in Saisonbestleistung von 2:03,76 Minuten Vierte.
An der Spitze zeigte Audrey Werro eine Galavorstellung vom ersten Schritt. Die 21-Jährige, die bereits ihren dritten Sieg beim dritten Auftritt in dieser Hallensaison feierte, verbesserte ihren Schweizer Hallenrekord um 0,22 Sekunden auf eine Zeit von 1:57,27 Minuten und ist nun – einen Monat vor der WM – auch Inhaberin der Weltjahresbestleistung und liegt auf Position acht der ewigen Weltjahresbestenliste.
Einen weiteren Schweizer Sieg feierte Joceline Wind, die im 1.500m-Lauf einen Meetingrekord von 4:08,87 Minuten aufstellte. In einem keinesfalls schlecht besetzten Bewerb setzte sie sich deutlich vor der Italienerin Marta Zenoni und ihrer Landsfrau Lore Hoffmann durch. Alle drei Äthiopierinnen, darunter die zweifache, ehemalige Hallen-WM-Medaillengewinnerin Axumawit Embaye, verpassten die Top-Drei.
Der Sieg im 3.000m-Lauf ging an den in dieser Hallensaison überzeugend starken Südafrikaner Tshepo Tshite. Der 29-Jährige setzte sich in einer Zeit von 7:50,87 Minuten vor dem Kenianer Ishmael Kipkurui und dem Äthiopier Hailemariyam Amare durch.
Der Österreicher Sebastian Frey (DSG Wien) kam nicht ins Ziel. Der 23-Jährige absolvierte die Anfangsphase im Mittelfeld, verlor aber zu Rennmitte den Anschluss und gab das Rennen auf.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / Sonia Maleterova – Caroline Bredlinger bei der WM 2025 in Tokio.