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Der Confettiregen auf der Ziellinie war mehr als verdient für Domenika Mayer. Die Olympia-Teilnehmerin von Paris 2024 stürmte beim ADAC Hannover Marathon zum bereits vierten Sieg, drei davon in Serie. Was den heurigen Erfolg aber besonders machte, ist die Zeit: 2:21:26 Stunden, eine Bestleistung um fast zwei Minuten und damit Position zwei in der ewigen deutschen Bestenliste hinter Irina Mikitenko.
„Ich bin überglücklich über diese Zeit. Ich bin überglücklich über die Dimension. Und ich bin überglücklich, neuerlich deutsche Meisterin zu sein. Es war ein fantastischer Marathon-Tag für mich“, so Domenika Mayer, die nebenbei ihren eigenen Streckenrekord um fast zweieinhalb Minuten verbesserte. Im mit Spannung erwarteten Duell um den deutschen Meistertitel gegen Fabienne Königstein, die aufgrund einer Verletzung einen kurzen Marathon-Aufbau machen musste, lag Mayer über das ganze Rennen deutlich besser, doch auch Königsteins zweiter Platz in einer Zeit von 2:24:31 Stunden wies hohe Qualität auf. „Ich habe mich gut gefühlt und bin ohne Probleme durchgekommen. Domenika war heute eine Klasse stärker“, gab Königstein, seit heuer Athletin von Hannover 96, zu. Mit vier Siegen ist die 35-jährige Mayer nun Rekordsiegerin der Veranstaltung.
Deutscher Meister bei den Männern wurde Tom Thurley mit einer persönlichen Bestleistung von 2:11:02 Stunden. Damit lag der 32-Jährige gut drei Minuten hinter dem kenianischen Sieger Maru Kibet und wurde Sechster. Thurley profitierte von der Aufgabe von Johannes Motschmann. Über 6.000 Läufer:innen waren für die 34. Auflage des ADAC Hannover Marathon angemeldet, insgesamt beteiligten sich rund 34.000 angemeldete Aktive an den sportlichen Bewerben. „Wir haben ein fantastisches Lauffest vor einer mitreißenden Kulisse und Begeisterung pur erleben dürfen“, freute sich Veranstalterin Stefanie Eichel.

Hochkarätige Marathon-Ergebnisse lieferte der Klassiker in Rotterdam. Dabei kam es im Rennen der Männer zu einem dramatischen Marathon-Finale. Der führende Bashir Abdi, der den Rotterdam Marathon bereits zweimal gewonnen hat, kämpfte auf den letzten Kilometern mit Krämpfen und musste sich daher unerwartet aus dem Kampf um den Sieg verabschieden. Profitieren konnte davon der ehemalige Berlin-Sieger Guye Adola. Der 35-jährige Routinier feierte den ersten äthiopischen Sieg bei den Männern in der holländischen Hafenstadt seit elf Jahren und verpasste seine persönliche Bestleistung in einer Siegerzeit von 2:03:46 Stunden lediglich um acht Sekunden. Zweiter wurde sein Landsmann Tesfaye Deriba in 2:04:15 Stunden.
In einer immer noch starken Zeit von 2:04:19 Stunden sicherte sich der Belgier Platz drei und hält nun drei der schnellsten sechs europäischen Marathonleistungen. „Bis Kilometer 38 lief alles wie am Schnürchen. Aber dann bekam ich Krämpfe in der linken Wade und musste ein paar Mal stehen bleiben“, schilderte Abdi. Der zweifache Olympia-Medaillengewinner versuchte das Positive zu betonen: „Nach einem sehr schweren Wettkampfjahr 2025 kann ich zufrieden sein mit der Zeit.“ Dank eines neuen belgischen Halbmarathonrekordes in der Vorbereitung war dem 37-jährigen Routinier ein dritter Sieg bei seinem Lieblingsmarathon durchaus zuzutrauen. „Der Veranstalter hat es mir nicht leicht gemacht, die Konkurrenz war stark“, meinte er.
Neben Abdi gab es weitere starke europäische Leistungen: Filmon Tesfu gewann den holländischen Meistertitel in einer Zeit von 2:06:40 Stunden, zwei Sekunden schneller als in Valencia 2025. Der Italiener Pietro Riva steigerte sich in seinem zweiten Marathon auf eine Zeit von 2:06:46 Stunden und wurde hinter Tesfu Achter in der Gesamtwertung des Rotterdam Marathon.
Bei den Frauen fiel nach 14 Jahren endlich der Streckenrekord von London-Olympiasiegerin Tiki Gelana. Mekides Shimeles aus Äthiopien, im vergangenen Jahr Dritte beim Amsterdam Marathon, gewann das Rennen in einer persönlichen Bestzeit von 2:18:56 Stunden mit einem Vorsprung von zweieinhalb Minuten auf ihre Landsfrau Aminet Ahmed und weitere zwei Minuten Abstand zu Shitaye Eshete, ebenfalls aus Äthiopien.
🇮🇹 Die Kenianer Vitalis Kibiwott in einer Zeit von 2:06:35 Stunden und die Äthiopierin Yeshi Chekole in einer Zeit von 2:20:15 Stunden haben den Mailand Marathon gewonnen. Für die Leistung des Tages sorgte wohl der Italiener Giuseppe Damato, der im Alter von 90 Minuten nach 4:30:30 Stunden ins Ziel kam und den bisherigen Weltrekord in der Altersklasse M90 um sage und schreibe eine Stunde und 44 Minuten pulverisierte.
15.000 Marathonläufer:innen sowie 16.000 Läufer:innen für die Staffel haben sich für das Spektakel in der norditalienischen Metropole angemeldet.
🇨🇭 Eine starke Straßenlauf-Leistung gelang Lisa Redlinger im Rahmen des Zürich Marathon. Die 23-jährige Vorarlbergerin gewann den 10km-Lauf in einer Zeit von 32:29 Minuten und verpasste dabei den ÖLV-Rekord von Carina Reicht nur um zehn Sekunden. Damit liegt sie auf Rang drei der der ewigen ÖLV-Bestenliste. Die Marathonsiege in Zürich gingen an die Kenianer Davis Kiplangat (2:09:03) und Lydia Cheruto (2:28:25).
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ADAC Hannover Marathon / Norbert Wilhelmi