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Jahrelang hat Mo Farah nicht nur die europäische, sondern auch die globale Bühne im 10.000m-Lauf dominiert und keinen Platz für andere europäische Läufer gelassen. Nun hat der Brite die Bühne verlassen und es sieht so aus, als hätte der kontinentale…


Jahrelang hat Mo Farah nicht nur die europäische, sondern auch die globale Bühne im 10.000m-Lauf dominiert und keinen Platz für andere europäische Läufer gelassen. Nun hat der Brite die Bühne verlassen und es sieht so aus, als hätte der kontinentale 10.000m-Lauf eine neue Attraktivität entfacht. So viele prominente Läuferinnen und Läufer haben sich positiv geäußert und haben die medial recht unbeliebte Disziplin für die Europameisterschaften in Berlin ins Auge gefasst. Was teilweise auch damit zu tun hat, dass sich Marathonläufer weder den stimmungsvollen Saison-Höhepunkt in der deutschen Hauptstadt noch einen lukrativen Marathon in der Herbst-Saison entgehen lassen wollen.

Daher sind in Oslo, wo heuer im Gegensatz zum Traditionstermin in Eugene ein 10.000m-Lauf im Vorprogramm steht, einige europäische Marathon-Stars am Start: Deutschlands Marathon-Rekordhalter Arne Gabius, Europarekordhalter Sondre Nordstad Moen, Europameister Daniele Meucci und der Schwede David Nilsson. Während Meucci auf dem Weg zum EM-Marathon einen Testlauf auf seiner ehemaligen Spezialstrecke abliefert, peilen Gabius und Moen das EM-Limit im 10.000m-Lauf an. Beim deutschen Routinier, der früher auf der halben Strecke zu Hause war, darf man gespannt sein, wie er seine beim Boston Marathon erlittene Verletzung überstanden hat. Für den 27-jährigen Lokalmatador ist es der erste Start in dieser Saison, nachdem ihn eine Verletzung im Winter ausgebremst hat. Kategorisch hat Moen einen Marathon-Start bei der EM allerdings noch nicht ausgeschlossen – der August-Termin würde eine mögliche Titelverteidigung beim Fukuoka Marathon Anfang Dezember nicht stören, einen Antritt bei einem der World Marathon Majors davor allerdings schon.
Ein weiterer hochinteressanter Teilnehmer im 10.000m-Lauf im Rahmen der Bislett Games ist der Schweizer Julien Wanders. Nach Landesrekorden im 10km-Lauf und im Halbmarathon zählt der 22-Jährige zu den talentiertesten Langstreckenläufern des Kontinenten. Nach einem starken Auftritt im 5.000m-Lauf in Oordegem, wo er das Limit für diese Distanz locker schaffte, steht in Oslo der Schweizer Landesrekord, den Christian Belz in einer Zeit von 27:53,16 Minuten hält, ganz oben auf der Wunschliste. Dafür müsste der hauptsächlich in Kenia wohnhafte Genfer seine Bestleistung um 13 Sekunden steigern. Das EM-Limit hat er bereits aus dem Vorjahr. Neben Gabius ist mit Amanal Petros auch noch ein zweiter Deutscher am Start. Er hat die DLV-Norm von 28:55 Minuten genauso wie Europacup-Sieger Richard Ringer bereits in der Tasche.
Seit Jahren befindet sich die norwegische Leichtathletik auf einem massiven Höhenflug, was auch den Ingebrigtsen-Brüdern geschuldet ist. Beim Heimspiel im Bislett Stadion mitten in der Hauptstadt sind alle drei am Start. Henrik und Filip sind bei der traditionsreichen Dream-Mile am Start, die von 1.500m-Weltmeister Elijah Managoi und dem überraschenden Vorjahressieger Jake Wightman (damals 1.500m) angeführt wird. Der 17-jährige Jakob startet zu Beginn des Hauptprogramms im 1.500m-Lauf, der praktisch auf ihn ausgerichtet ist und die Bühne für einen möglichen Sieg und eine mögliche persönliche Bestleistung bietet.
Obwohl mit Caster Semenya und Francine Niyonsaba die beiden dominierenden 800m-Läuferinnen auf in Oslo am Start sind, bietet der 800m eine gute Chance für europäische Läuferinnen, sich gut in Szene zu setzen. Nach einem eher missglückten Saisoneinstieg in Eugene will sich die Schweizerin Selina Büchel dieses Mal von einer besseren Seite präsentieren. Die Schwedin Lovisa Lindh, die 2017 bis zu einer Verletzung, die ihr den WM-Start in London vermasselte, sehr überzeugte, feiert ihr Comeback. Die norwegischen Fahnen werden von Hedda Hynne und Yngvild Elvemo als einzige Läuferin mit einer Bestleistung über zwei Minuten hochgehalten. Die frisch gebackene Uni-Absolventin Laura Muir absolviert einen wichtigen Formtest nach einem guten Auftritt in Eugene über 1.500m.
Neben dem Meilenrennen der Männer und dem 800m-Lauf der Frauen geht es auch im 3.000m-Hindernislauf der Frauen um Punkte für die Qualifikation für das Diamond-League-Finale. Emma Coburn bietet sich nach dem unglücklichen Sturz in Rom die nächste Chance auf einen hochkarätigen Sieg. Dieses Mal ist auch ihre Landsfrau und Vize-Weltmeisterin Courntey Frerichs am Start. Angeführt wird das Starterfeld von Rom-Siegerin Hyvin Kiyeng, die weiteren Läuferinnen der ersten kenianischen Garde fehlt. Commonwealth-Champion Aisha Praught hofft auf einen stärkeren Auftritt als vor einer Woche in Rom.Der 3.000m-Hindernislauf ist der einzige Lauf-Bewerb, bei dem nur wenige europäische Läuferinnen dabei sein. Zu Lokalmatadorin Karoline Bjerkeli Grövdal, die in den letzten Monaten zwischen mehreren Disziplinen hin- und herspringt, gesellt sich die Britin Rosie Clarke.
Diamond League Meeting in Oslo