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Der Kenianer Evans Kiprono war als Tempomacher für die ambitionierte Spitze des Männerrennens eingeteilt und lief sein Tempo wie geplant auch auf dem 28. Kilometer weiter, als die kleine Gruppe um den Deutschen Simon Boch die Kilometersplits etwas reduzieren musste. „Natürlich wäre es angenehmer gewesen, er wäre bei uns geblieben“, meinte Boch, erkannte aber, dass der Kenianer an der Tempotabelle gemäß seiner Aufgaben festhielt. Schließlich war abgesprochen, dass Kiprono, mit dem Boch während seines Trainingsaufenthalts in Kenia oft trainierte, nach seiner Tempoarbeit über 30 bis 35 Kilometer das Rennen auch zu Ende laufen durfte. Und das tat er mit dem vermeintlich sicheren Sieg vor Augen, als die Kräfte nach über zwei Stunden im schnellen Schritt nachließen und die langgezogene Landstraße als finaler Akt dieses Marathons noch vor ihm lagen.
Plötzlich ging dann doch alles schnell. Simon Boch, im Gesicht auch ob der Anstrengung gezeichnet, lief in dieser Phase doch deutlich okönomischer und auch schneller, zog vorbei und gab dem Wettkampf eine späte Wendung. „Das Ziel war, das Rennen zu gewinnen. Das habe ich geschafft. Für mich war es definitiv ein Vorteil, dass ich gemerkt habe, dass ich immer näher an ihn rankomme“, erzählte der 28-Jährige nach dem Rennen.
Er hatte freilich eine höhere Zielsetzung nach Linz gebracht. Der Deutsche wollte in der oberösterreichischen Landeshauptstadt das Olympia-Limit von 2:08:10 Stunden attackieren und auf diese ambitionierte Herangehensweise war die Tempogestaltung auf der ersten Marathon-Hälfte ausgelegt. Doch Boch spürte früh, dass die Kraft an diesem Tag nicht reichen würde, dieses hohe Tempo 42,195 Kilometer durchzuziehen. „In dieser Phase war ich leicht gefrustet, schließlich habe ich mich am Anfang sehr gut gefühlt. Daher war es mental schwierig, eine Zeitlang alleine laufen zu müssen“, erzählte der Deutsche im Interview mit dem ORF und äußerte die Überzeugung, bei einem schnellen Herbstmarathon noch „locker eine Minute“ von seiner Bestzeit abspecken zu können.
Das rennentscheidende Überholmanöver gelang kurz vor der Kilometermarkierung Nummer 41. Eine halbe Minute verlor Kiprono, der sich verspekuliert hatte und damit weder in seiner Rolle als Tempomacher noch als Sieger vollends überzeugen konnte, auf der restlichen Distanz noch. Jackson Ruto komplettierte das Stockerl. Als bester Österreicher erreiche Matthias Maldet (LC ASKÖ Breitenau) das Ziel in einer Zeit von 2:31:04 Stunden. Es sei sein großes Ziel für diesen Marathon gewesen, erstmals unter 2:40 Stunden zu bleiben und mittelfristig unter 2:35 Stunden, beides schaffte er bei kühlen Temperaturen und zeitweise leichten Regenschauern in Linz locker. „Ich habe mich vom Start weg sehr gut gefühlt und wusste: Heute geht was!“, freute sich der Niederösterreicher im ORF-Interview.

Ein neuer Streckenrekord bei den Frauen, idealerweise unter 2:30 Stunden, war das große spitzensportliche Ziel des Veranstalters in diesem Jahr und es gelang. Auch im Frauenrennen wurden keine kleinen Brötchen gebacken, von Beginn an war ordentlich Zug im Rennen. Nach einigen Kilometern pendelten sich die Kilometersplits für eine Halbmarathon-Durchgangszeit von 1:13:26 Stunden ein. Bald darauf setzte sich die Kenianerin Tecla Chebet von Domenika Mayer ab und lief im Windschatten des kenianischen Tempomachers bis auf den Hauptplatz. In einer Zeit von 2:27:18 Stunden pulverisierte sie den Streckenrekord um über drei Minuten und sprach von einem guten Marathon-Tag trotz des Regens und des leichten Winds.
Domenika Mayers Halbmarathon-Splits: 1:13:26 / 1:15:21 Stunden
Nur allzu gerne hätte Domenika Mayer dasselbe geschafft wie ihr Landsmann, doch die EM-Sechste des letzten Jahres erwischte ein suboptimales Rennen, welches sie in einer Zeit von 2:28:47 Stunden auf Platz zwei führte. „Ich habe von Anfang an gefühlt, dass es heute zäh werden würde. Ich bin zufrieden, dass ich es durchgezogen habe“, konnte die von zwei persönlichen Tempomachern unterstützte 32-Jährige im ORF-Interview bereits wieder lächeln. Die Enttäuschung darüber, dass sie deutlich mehr erreichen wollte, nämlich eine Zeit unter dem Olympia-Limit von 2:26:50 Stunden, konnte sie aber nicht verbergen.
Rebecah Jeruto komplettierte das Stockerl, als bester Österreicherin wurde Sabine Schnölzer (Tri Team Traunsee) als Fünfte. Dass Mayer, die lange Zeit auf Rang vier lief, doch noch Zweite wurde, lag daran, dass Jeruto und die zweite kenianische Debütantin Beatrice Jepkemei fehlgeleitet wurden. Diese Panne verhinderte, dass diese beiden Marathon-Premieren mit noch beeindruckenden Zeiten über die Bühne gegangen wären als sie es ohnehin sind. Sie unterbot erstmals die für viele Freizeitläuferinnen bedeutende Marke von drei Stunden.
Im Halbmarathon gelang dem jungen Österreicher Timo Hinterndorfer (DSG Wien) eine starke Leistung. Er finishte in einer Zeit von 1:04:06 Stunden und war damit der überlegene Sieger des Bewerbs. Damit egalisierte der 19-Jährige bei seinem Debüt die Bestleistung von Valentin Pfeil auf Platz zwölf der ewigen Bestenliste des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV). Den ÖLV-U23-Rekord von Markus Hohenwarter aus dem Jahr 2022 pulverisierte der U20-Läufer Hinterndorfer um über zwei Minuten. „Offensichtlich liegt mir der Halbmarathon“, schmunzelte der Junior. „Es war richtig cool hier zu laufen.“
Bei den Frauen siegte die Australierin Vanessa Wilson in einer Zeit von 1:17:53 Stunden. Sie reiste vor zwei Wochen nach Berlin, um erstmals überhaupt in Europa einen Wettkampf zu bestreiten. Anschließend folgte der Oster-Urlaub mit der Familie. Zufällig erfuhr sie von der Laufveranstaltung in Linz und meldete sich für den Halbmarathon an. Martin Enzenberger (33:44) und Bernadette Schuster (38:00) gewannen den Viertelmarathon.
Im Hyundai Staffelmarathon Setzte sich das Team „die Fitmacher – Zaubertrank“ mit Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau), Dominik Jandl (SVS Leichtathletik), Dominik Stadlmann (KUS ÖBV Pro Team) und Jürgen Aigner (LAG Genböck HAUS Ried) in einer Zeit von 2:09:55 Stunden vor der „Hyundai Elite Staffel“ mit Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA), Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr), Peter Herzog (Union Salzburg LA) und Lars Demuth (1. Sportvereinigung Hohe Wand), die eine Zeit von 2:15:51 Stunden erreichte, durch.
11.060 Anmeldungen aus 74 Nationen gingen für 21. Ausgabe des Linz Donau Marathon ein. Der Marathon zählte 540 Finisher, der Halbmarathon 2.443 Finisher und der Viertelmarathon 3.259 Finisher. Aufgrund des schlechten Wetters mit Wintereinbruch am Freitag und nass-kaltem Wetter am Samstag wurden die Nachwuchsläufe der Kinder und Jugendlichen kurzfristig auf den 13. Mai verschoben.
Männer
Frauen
* neue persönliche Bestleistung
** Marathon-Debüt
*** neuer Streckenrekord
Borealis Halbmarathon der Männer
Borealis Halbmarathon der Frauen
Linz AG Viertelmarathon der Männer
Linz AG Viertelmarathon der Frauen