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Bredlinger startete in Lyon mit Platz sechs in die Saison

Caroline Bredlinger hat bei ihrem Wettkampfeinstieg ins Jahr 2026 noch die Nachwehen einer Erkrankung gespürt und zog daher kein zufrieden stellendes Fazit.
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Mit den ersten 700 Metern hätte Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) vielleicht noch zufrieden sein können. Nach einer konservativen Startphase arbeitete sich die Österreicherin im Mittelteil des Wettkampfs in eine gute Position vor. Für ihre Eindrücke musste sie dafür aber zu viel Zeit auf Bahn zwei verbringen – und damit Extrameter beim Überholen in Kauf nehmen. Doch in der von der überlegenen Siegerin Patricia Silva angeführten Schlussrunde verließen der 24-Jährigen die Kräfte.

„Ich bin komplett gestanden“, erzählte sie im Gespräch mit dem österreichischen Laufsport-Journalisten Olaf Brockmann. „Ich habe einfach gespürt, dass ich noch nicht ganz fit bin.“ Am letzten Tag des Trainingslagers in Südafrika habe sie sich einen Virus eingefangen. Daher zeigt die Zeit von 2:02,68 Minuten am Samstagabend in Lyon noch nicht das wahre Leistungspotenzial der WM-Teilnehmerin von Tokio.

Hinter der Portugiesin, die den Wettkampf in einer Zeit von 2:01,40 Minuten gewann, platzierten sich Lokalmatadorin Clara Liberman und die Schweizerin Lore Hoffmann auf den weiteren Plätzen. Patricia Silva ist die Tochter des ehemaligen portugiesischen Topläufers Rui Silva, Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen von Athen 2004. Das Meeting Indoor de Lyon gehört der World Athletics Indoor Tour Bronze an.

Nächster Start bei einem Gold-Meeting

Das große Saisonziel für die Burgenländerin ist die Teilnahme an den Hallen-Weltmeisterschaften von Torun vom 20. bis 22. März. Um einen sicheren Startplatz für den 800m-Lauf der Frauen zu ergattern, ist das Direktlimit von 2:00,90 Minuten erforderlich, dann wird anhand der Saisonbestleistungen aufgefüllt. Bredlinger kann ihre Position bei ihrem nächsten Auftritt im Rahmen der Czech Indoor Gala am 3. Februar in Ostrava verbessern. In der noch jungen Saison sind bisher vier Startplätze für die WM gebucht: zwei für die USA, einer für Großbritannien und einer für Luxemburg.

Neue Regel

Mit der neuen Hallensaison wurde auch eine Regeländerung für den 800m-Lauf schlagend. Die Distanz, auf der sich die Athletinnen innerhalb ihrer Bahn aufhalten müssen, wurde auf 150 Meter erhöht. Damit erhoffen sich die Regelhüter des Weltverbandes eine harmonischere Eingliederung ins Feld, nachdem in der engen Halle diese Momente oft heftige Positionskämpfe früh im Rennen ausgelöst haben.

Die weiteren österreichischen Läufer in Lyon

Zwei weitere österreichische Läufer waren in Lyon im Einsatz. Sebastian Frey (DSG Wien) belegte im B-Lauf über 1.500m den neunten Platz in einer Zeit von 3:51,13 Minuten. Timo Hinterndorfer (DSG Wien) startete im C-Lauf über 3.000m und belegte in einer Zeit von 8:14,53 Minuten den vierten Platz.

Schweizer Talent meldet sich zurück

Delia Sclabas war vor einigen Jahren eines der viel versprechenden europäischen Lauftalente und sammelte fleißig Medaillen in den Nachwuchsklassen. Ihre Entwicklung geriet beim Übergang in die Allgemeine Klasse ins Stocken, 2023 und 2025 konnte die Schweizerin keine Wettkämpfe laufen. Bei den Crosslauf-Europameisterschaften vor gut einem Monat feierte die 25-Jährige als Zwölfte ein unerwartet tolles Comeback.

In Lyon gelang ihr ein zweites starkes Statement, das an die Leistungen an früher erinnerte. Sie dominierte den 1.500m-Lauf mit einem Vorsprung von fast drei Sekunden auf die zuletzt gut in Form laufende Adèle Gay aus Frankreich. Mit der Zeit von 4:08,67 Minuten schob sich Sclabas auf Position zwei der ewigen Schweizer Hallenbestenliste in dieser Disziplin, die von Sandra Gasser angeführt wird. Laut World Athletics ist es die wertvollste Wettkampfleistung, die die zweifache Junioren-WM-Medaillengewinnerin von 2018 und mehrfache Nachwuchs-Europameisterin je erzielt hat. Rekordhalterin Gasser war 1993 Hallen-WM-Medaillengewinnerin in dieser Disziplin.

Französischer Rekord für Madeleine

Im 5.000m-Lauf der Frauen holte sich Sarah Madeleine den tosenden Applaus des Publikums. Die WM-Achte von Tokio im 1.500m-Lauf lief in einer Zeit von 15:03,76 Minuten einen neuen französischen Rekord auf dieser in der Halle eher selten gelaufenen Distanz und setzte sich im Wettkampf gegen die Tunesierin Marwa Bouzayani, eine der stärksten 3.000m-Hindernisläuferinnen der Welt, durch. Der bisherige französische Rekord, der elf Jahre lang hielt, lag bei einer Zeit von 15:31,62 Minuten.

Den 800m-Lauf der Männer entschied Mohamed Ali Gouaned mit einer explosiven Beschleunigung auf den letzten 50 Metern in einer Zeit von 1:45,85 Minuten für sich. Der Deutsche Alexander Stepanov gewann den B-Lauf in einer Zeit von 1:47,18 Minuten. Auch im 1.500m-Lauf gab es einen algerischen Sieg aufgrund eines starken Endspurts – durch Heithem Chenitef in einer Zeit von 3:36,51 Minuten. Der Äthiopier Milkesa Fikadu siegte im 3.000m-Lauf mit einer Zeit von 7:50,41 Minuten.

Zwei Rekorde von Pauline Schedler

Binnen sieben Tagen hat Pauline Schedler (TS Egg) in den USA den ÖLV-U20-Hallenrekord über 1.000m gleich zweimal verbessert – am vergangenen Wochenende in Iowa City auf eine Zeit von 2:48,98 Minuten, gleichzeitig ein ÖLV-U23-Rekord. Ebenfalls eine gute Leistung gelang Marie Theres Gruber (Union Salzburg) in Lynchburg mit einer Meile in 4:52,29 Minuten. Die beiden heimischen Talente studieren in Amerika.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © jarod_photo (honorpflichtig)

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