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Carina Reicht nur knapp am ÖLV-Rekord vorbei

Beim Sieg der schottischen Topläuferin Eilish McColgan verpasste Carina Reicht beim Österreichischen Frauenlauf nur knapp den ÖLV-Rekord im 5km-Straßenlauf.
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Zwei sportliche Höhepunkte zierten die Spitze des Elitelaufs im Rahmen des ASICS Österreichischen Frauenlauf. Carina Reicht verpasste den österreichischen 5km-Rekord nur um zwei Sekunden. Sie strahlte vom Siegerfoto mit Europas Laufgröße Eilish McColgan, die souverän als Siegerin das Ziel erreichte. Beim Österreichischen Frauenlauf standen aber nicht nur die Topleistungen im Vordergrund, sondern die Freude aller, die die Ziellinie nach fünf oder zehn Kilometern laufend oder walkend überquerten.

Selbst ein kräftiger Regenguss unmittelbar vor dem Start zum ersten Bewerb des Österreichischen Frauenlauf konnte die unvergleichliche Frauenlauf-Atmosphäre im Wiener Prater nicht vermasseln. Rund 26.000 angemeldete Läuferinnen und Walkerinnen genossen unter dem diesjährigen Motto „Ready, Steady, Adventure“ das Wochenende bei der zweitgrößten Laufveranstaltung Österreichs. Mit einem engen Zusammenhaltsgefühl und gestärktem, weiblichem Selbstvertrauen bildete der Event das breite Spektrum des weiblichen Teils der Gesellschaft ab und bot jeglichen Frauen und Mädchen mit Interesse an sportlicher Bewegung und unabhängig ihres Niveaus einen Platz im Teilnehmerinnenfeld. „Ich freue mich, mit so vielen motivierten Frauen und Mädchen meinen heutigen Geburtstag feiern zu können“, sagte Veranstalterin Ilse Dippmann. „Alle, die heute am Start waren, machen den Österreichischen Frauenlauf zu einem so positiven Event, dass ich glücklicher nicht sein könnte.“

© Agentur Diener / Österreichischer Frauenlauf

Ein großes Lob gab es von der portugiesischen Lauflegende Rosa Mota, die gegenüber dem ORF versprach, im nächsten Jahr wiederzukommen: „Es war ein großartiges Rennen mit perfekter Organisation und freundschaftlicher Atmosphäre.“ Mota ist eine der einflussreichsten Pionierinnen im Frauenlaufsport. Die heute 65-Jährige war 1982 erste Marathon-Europameisterin der Frauen und verteidigte diesen Titel gleich zweimal. 1988 lief sie in Seoul zu Olympischem Gold, im Jahr davor wurde sie in Rom Marathon-Weltmeisterin. Außerdem reüssierte sie bei einigen der wichtigsten Marathonläufen der Welt und stellt seit einigen Jahren immer wieder Weltrekorde in diversen Altersklassen auf.

Ergebnis 5km-Elitelauf des Österreichischen Frauenlauf 2024
1. Eilish McColgan (GBR) 15:19 Minuten
2. Katharina Steinruck (GER) 15:39 Minuten
3. Carina Reicht (AUT) 15:48 Minuten
4. Julia Mayer (AUT) 16:26 Minuten
5. Lemuela Wutz (AUT) 16:40 Minuten
6. Cordula Lassacher (AUT) 16:43 Minuten
7. Sandrina Illes (AUT) 16:45 Minuten
8. Kristina Hendel (GER) 16:51 Minuten
9. Lisa Redlinger (AUT) 16:53 Minuten
10. Sandra Schauer (AUT) 17:01 Minuten

Besonderes Erlebnis für Carina Reicht

Carina Reicht (OMNi BiOTiC POWER-Team) , die bereits im Vorjahr mit einer Zeit von 15:53 Minuten aufzeigte, steigerte sich um weitere fünf Sekunden und schaffte etwas, was länger nicht glückte: nämlich einen heimischen Stockerlplatz beim Österreichischen Frauenlauf. „Es ist unglaublich, mit solch international arrivierten und erfolgreichen Athletinnen auf dem Stockerl zu stehen. Ein wirklich besonderes Erlebnis!“, strahlte die 22-jährige Steirerin. Mit ihrer Zeit von 15:48 Minuten verpasste sie den österreichischen Rekord im 5km-Straßenlauf, den Jennifer Wenth und Julia Mayer gemeinsam halten, lediglich um zwei Sekunden.

Die talentierte Nachwuchsläuferin und Triathletin steht mit ihrer starken Leistung repräsentativ für eine wichtige Initiative des Österreichischen Frauenlauf 2024. Sie stellte nämlich mit dem Girls Running Club den Nachwuchs mit speziellen Förderungen ins Zentrum. Eigene Wertungskategorien und Prämien für die Altersklassen U18 und U20 strahlten zusätzliche Attraktivität aus. Ein bestes Beispiel für gelungene Laufmotivation in jungen Jahren mit positiven Impulsen auch durch den Österreichischen Frauenlauf ist Carina Reicht selbst: Sie startete bereits zum siebten Mal in Folge beim Österreichischen Frauenlauf und finishte jedes Mal schneller als im vorangegangenen Jahr.

36. ASICS Österreichischer Frauenlauf

Comeback mit Sieg

Die große Siegerin des Tages war Eilish McColgan, die das Rennen nach 15:19 Minuten beendete. Wie der ORF berichtete, versuchte das Organisationsteam rund um Ilse Dippmann seit sechs Jahren die wohl prominenteste ASICS-Athletin Europas nach Wien zu lotsen. 2024 gelang es endlich und die 33-Jährige lieferte mit ihrem Sieg ab: „Ich bin glücklich, es war ein tolles Rennen und ich habe alles gegeben“, sagte sie dem ORF. Der Österreichische Frauenlauf war für den Commonwealth-Champion im 10.000m-Lauf und die zweifache EM-Medaillengewinnerin von 2022 der Startschuss für ihren Weg zu den Olympischen Spielen von Paris.

© Agentur Diener / Österreichischer Frauenlauf

Für die Tochter der ehemaligen Weltmeisterin Liz McColgan war der Auftritt in Wien der erste bei einem Wettkampf seit ihrem Sieg beim Berliner Halbmarathon vor fast 14 Monaten. Danach verzögerte eine Knieverletzung den Auftakt in die Stadionleichtathletik-Saison, ehe eine Wirbelsäulenverletzung diese beendete, bevor sie begonnen hatte.

Bester Laune war auch Katharina Steinruck, die bereits zum fünften Mal beim Österreichischen Frauenlauf am Start war und nach zwei vierten Plätzen als Zweite erstmals zur Siegerehrung durfte. Neuerlich lobte die Deutsche die herausragende Stimmung bei einem der bedeutensten Frauenläufe der Welt.

© Agentur Diener / Österreichischer Frauenlauf

„Pflicht“ für Olympia-Starterin

Gut einen Monat nach dem Vienna City Marathon durfte auch Julia Mayer (DSG Wien) beim Österreichischen Frauenlauf nicht fehlen. Die 31-Jährige, die seit Jahren von ASICS gesponsert wird, lief 38 Sekunden hinter Reicht auf Platz vier ins Ziel, so weit vorne in der Rangliste wie noch nie bei diesem Event. „Die Teilnahme hier ist für mich absolute Pflicht. Auch wenn ich nicht mehr auf der 5km-Strecke zu Hause bin und alles meinem großen Ziel der bestmöglichen Vorbereitung auf den Olympischen Marathon untergeordnet habe“, rückte die Niederösterreicherin ihr Ergebnis zurück und zeigte nach dem Zieleinlauf positive Emotionen.

Mit Lemuela Wutz (DSG Wien), Cordula Lassacher (Atus Knittelfeld), Sandrina Illes (Union St. Pölten), Lisa Redlinger (TS Lustenau) und Sandra Schauer (Union St. Pölten) landeten fünf weitere österreichische Läuferinnen in den Top-Ten. Siegerin im 10km-Lauf war die Französin Francoise Parage in einer Zeit von 36:06 Minuten. Tina Zeinlinger war als Vierte die schnellste Österreicherin.

© Agentur Diener / Österreichischer Frauenlauf

Impulsgeber für mehr Bewegung

Der Österreichische Frauenlauf ist nun bereits seit 36 Jahren ein wichtiger Signalgeber für viele Tausend Frauen in Österreich, sich mehr zu bewegen. Dazu trägt auch das Trainingsprogramm „Fit in 12 Wochen“ bei, welches an 56 Standorten in Österreich und drei weiteren im Ausland Laufanfängerinnen und fortgeschrittene Läuferinnen auf den Österreichischen Frauenlauf vorbereitet.

Mit rund 26.000 Anmeldungen gelang ein Fortschritt zu den vergangenen Jahren, vor der Pandemie zählte der Frauenlauf im Wiener Prater mit bis zu 35.000 Anmeldungen zu den größten Frauenläufen der Welt. Im 36. Jahr der Austragung übertraf der Österreichische Frauenlauf die Schallmauer der 500.000 Gesamtteilnehmerinnen.

Carina Reichts bisherige Karrierehighlights

Carina Reicht zählt seit Jahren zu den hoffnungsreichsten österreichischen Lauftalenten, ist aber gleichzeitig im Triathlon und Aquathlon aktiv. Im vergangenen Sommer fuhr sie als Sechste im 5.000m-Lauf bei den U23-Europameisterschaften in Finnland ein achtbares Resultat ein. Stark war auch ihr Auftritt bei der U18-EM 2018 in Györ, als sie im Alter von 17 Jahren Sechste im 3.000m-Lauf wurde, bei U20-Europameisterschaften schaffte sie ebenfalls ein Top-Ten-Resultat (Platz neun über 5.000m 2019). Zweimal war Reicht bereits Staatsmeisterin im 1.500m-Lauf.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Agentur Diener / Österreichischer Frauenlauf

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