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Caroline Bredlinger im Hitzerennen von Zagreb

Bei ungewöhnlich hohen Temperaturen am späten Freitagnachmittag kämpfte sich Caroline Bredlinger in Zagreb in 2:00,45 Minuten als Fünfte des B-Laufs ins Ziel.
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Bei Temperaturen um die 35°C beim World Athletics Continental Tour Meeting der Stufe Gold in Zagreb hatte Caroline Bredlinger im letzten Viertel des 800m-Laufs schwer zu kämpfen und erreichte den fünften Platz. Die Burgenländerin war im B-Lauf gesetzt, der von der Kenianerin Vivian Chebet in 1:59,26 Minuten gewonnen wurde. Dass das Feld minutenlang auf der brennend heißen Tartanbahn warten musste, ehe das Startprozedere in Gang gesetzt wurde, erhöhte die Gesamtbelastung und senkte die Stimmung bei den Athletinnen.

Drei Runden lang lief alles nach Plan, aber die Passage zwischen 600 und 700 Meter sei „eine Katastrophe“ gewesen. So analysierte Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) ihren Wettkampf bei der bereits 76. Auflage des Traditionsmeetings Boris Hanzekovic Memorial gegenüber Olaf Brockmann. Dass sie mit einem fünften Platz hinter der Kenianerin Vivian Chebet, sowie den Europäerinnen Valentina Rosamilia aus der Schweiz, Léna Kandissounon aus Frankreich und Veronica Vancardo aus der Schweiz, die jeweils nur knapp vor der Österreicherin im Ziel waren, enttäuscht war, liegt an ihrem Potenzial, das sich an sub-2-Minuten-Zeiten und noch schneller orientiert.

© James Rhodes

Starkes Statement von Gill

Im A-Lauf überraschte das britische Toptalent Phoebe Gill das Feld mit einer Attacke kurz vor dem Ertönen der Glocke, als sie die Tempomacherin überholte und sich im Laufe der zweiten Runde einen erheblichen Vorsprung erarbeitete. Das Feld kam freilich näher, doch die 19-Jährige verteidigte ihren Vorsprung bis ins Ziel und freute sich dort über einen prestigeträchtigen Sieg in einer Zeit von 1:59,18 Minuten. „Angesichts der Hitze wollte ich nicht zu früh beschleunigen“, so die britische Meisterin aus dem Jahr 2024 über ihren bisher prestigeträchtigsten Sieg auf internationaler Bühne.

Auf dem Weg zurück

Gill hatte die Wettkampfsaison 2025 teils verletzungsbedingt (Ermüdungsbruch), teils aufgrund ihrer Matura verpasst und stieg erst vor gut einem Monat wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Vor zwei Wochen gewann sie bereits ein Rennen beim Meeting in Marseille. „Mental war das für mich sehr hart, nach meinen Karrierehöhepunkten 2024 mit der Olympia-Teilnahme im Jahr darauf so tief zu fallen. Nun bin ich dankbar, dass ich wieder fit bin und angreifen kann“, ergänzte Gill im Interview beim Meeting in Zagreb.

Nach dem Sommer 2025 ohne Wettkämpfe ist Gill zur Trainingsgruppe von Mark Rowland, 1988 Olympia-Medaillengewinner im 3.000m-Hindernislauf und in den letzten Jahren Trainer starker 800m-Läuferinnen und -Läufer, nach Edinburgh gewechselt und verband diesen Schritt mit dem Beginn eines Biochemiestudiums an der Universität der schottischen Regionalhauptstadt. Sie sei nicht nur überzeugt von Rowlands Arbeit, sondern habe sich auf den ersten Blick in die Stadt verliebt, sagte sie im September 2025 dem britischen Leichtathletik-Magazin „Athletics Weekly“.

Für 2026 strebt sie eine Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften an, wo sie um Gold im 800m-Lauf laufen wird.

Boris Hanzekovic Memorial 2026

Bestleistung für Kroatin Vukovic

Lokalmatadorin Nina Vukovic, Trainingspartnerin von Bredlinger, lieferte als Dritte in 2:00,06 Minuten hinter Isabelle Boffey aus Großbritannien einen überzeugenden Heim-Auftritt. Die 24-Jährige steigerte ihre bisherige persönliche Bestleistung um fast eine Sekunde. Damit gelang der Kroatin sechs Tage nach dem Gewinn der Balkan-Meisterschaften ein weiteres wertvolles Resultat, das ihre Position in der „Road to Birmingham“ hinblicklich der EM-Qualifikation deutlich verbessern wird. Hinter ihr errichte die Deutsche Majtie Kolberg das Ziel in 2:00,11 Minuten.

Boris Hanzekovic Memorial

Nach ihrer persönlichen Bestleistung im 1.500m-Lauf im Rahmen des Diamond-League-Meetings in Doha konnte Hindernisläuferin Gesa Krause in Zagreb auf einer weiteren Strecke außerhalb ihrer Spezialdisziplin überzeugen. Als Dritte im 3.000m-Lauf (flach) erreichte sie eine persönliche Bestleistung von 8:45,34 Minuten und musste sich nur den Äthiopierinnen Nigisti Molla (8:44,75) und Mastewal Mehabaw knapp geschlagen geben. Hinter der 33-jährigen Deutschen folgte die Spanierin Agueda Marques auf Platz vier.

Der Franzose Jordan Terrasse gewann in einer Zeit von 1:44,77 Minuten den 800m-Lauf der Männer vor Tsepiso Masalela aus Botswana und dem kroatischen Lokalmatadoren Marino Bloudek. Zwischen den Positionen zwei und sechs lagen in einem hauchengen Schlussspurt nur sechs Hundertstelsekunden.

Absage von Pallitsch

Seine Reise nach Zagreb abbrechen musste Unglücksrabe Raphael Pallitsch (Union St. Pölten). Der Routinier ist umgeknickt, zog sich eine Verletzung noch unbekannten Grades zu und sagte den Start am Freitagabend ab. Der Burgenländer hätte die tolle Bühne in der kroatischen Hauptstadt nur allzu gerne dafür genutzt, um das EM-Limit von 3:33,50 Minuten zu unterbieten – darauf war der Wettkampf in Zagreb ausgelegt.

In Abwesenheit des Österreichers gewann der Amerikaner Nathan Green in einer Zeit von 3:32,46 Minuten knapp vor dem Franzosen Romain Mornet und dem Äthiopier Muhdin Werku. Sieben Läufer unterboten das EM-Limit von 3:33,50 Minuten, darunter der Italiener Pietro Arese, der zuletzt direkt hinter Pallitsch in der „Road to Birmingham“ gelegen ist. Der Österreicher rangiert nun als Bestplatzierter, der das Limit nicht in der Tasche hat, auf Rang 26 der „Road to Birmingham“ – 30 Startplätze sind beim Kontinentalhöhepunkt in Birmingham vorgesehen.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © James Rhodes

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