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Happy-End für Caroline Bredlinger! Die 23-Jährige, die bei den Staatsmeisterschaften in der Halle von Linz mit einem eindrucksvollen Solo das Direktlimit von 2:02,00 Minuten nur um elf Hundertstelsekunden verpasst hat (siehe RunUp.eu), ist über die Europarangliste in das Teilnehmerfeld für die Hallen-Europameisterschaften von Apeldoorn (6.–9. März) gerutscht. Bereits vorher fix mit seiner Teilnahme rechnen durfte Raphael Pallitsch, der im 1.500m-Lauf mit einem neuen ÖLV-Hallenrekord das Limit deutlich unterboten hat. Insgesamt hat der Österreichische Leichtathletik-Verband sieben Athletinnen und Athleten nominiert.
Es war eine Zitterpartie für Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt). Doch das Zittern hat sich gelohnt. Genügend Absagen, darunter von vier fix-qualifizierten Athletinnen, ließen die Burgenländerin am Ende noch von Position 37 auf Platz 25 der 30 Startplätze umfassenden Qualifikationsliste rutschen. Entscheidend war die Leistung vom Samstagabend letztlich doch nicht, auch wenn sie der Burgenländerin eine Positionsverbesserung in der Europarangliste beschert hat. Aber Selbstvertrauen wird die Darbietung Richtung Saison-Höhepunkt gegeben haben.
Angeführt wird das 800m-Feld von der frisch gebackenen italienischen Hallenmeisterin Eloisa Coiro, die bei den Hallen-Weltmeisterschaften 2024 in Glasgow unter zwei Minuten gelaufen ist. Keine weitere Europäerin, die die Hallensaison nicht schon beendet hat, schaffte dies seither, auch nicht die auf den Positionen zwei und drei rangierenden Schweizerinnen Lore Hoffmann und Audrey Werro. Gleich drei Schweizerinnen sind qualifiziert, Rachel Pellaud profitiert von ihrer letztjährigen Freiluft-Leistung. Das deutsche Team ist durch Majtie Kolberg, die auf eine starke Hallensaison zurückblickt, vertreten. Christina Hering wäre auch qualifiziert gewesen, hat aber ihre Laufbahn im Herbst beendet.
Das ÖLV-Team ergänzen Hürdensprinter Enzo Diessl (SU Leibnitz), Dreispringer Endiorass Kingley (TGW Zehnkampf Union), Sprinterin Magdalena Lindner (Union St. Pölten), Fünfkämpferin Verena Mayr (Union Ebensee) und Hürdensprinterin Karin Strametz (SU Leibnitz). Neben Pallitsch und Strametz hatten auch Susanne Gogl-Walli (TGW Zehnkampf Union, 400m) und Markus Fuchs (Union St. Pölten, 60m) das Direktlimit in der Tasche, beide verzichten aus gesundheitlichen Gründen.
Die beiden großen Abwesenden in Apeldoorn werden die Europameisterin Keely Hodgkinson und die Hallen-Vize-Weltmeisterin Jemma Reekie sein. Hodgkinson hat sich eine Muskelverletzung zugezogen, eine Teilnahme an den Hallen-Weltmeisterschaften zwei Wochen später ist noch nicht ausgeschlossen, hängt aber am seidenen Faden. Reekie, die die Qualifikationsliste mit ihrer Saisonbestleistung von 1:59,72 Minuten angeführt hätte, stoppte ihre Saison wegen unzufriedenstellender Verfassung abrupt und verzichtete bereits auf die britischen Hallenmeisterschaften letztes Wochenende.
Sieben Athletinnen und Athleten umfasst die Delegation des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV). Nicht alle mussten um die Qualifikation im dualen System so lange bangen wie Bredlinger, die bereits im Vorjahr die Qualifikation zu den Hallen-Weltmeisterschaften haarscharf verpasst hat. Raphael Pallitsch (Union St. Pölten) ist mit der Erbringung des Limits (3:36,34, ÖLV-Hallenrekord) als 14. der Rangliste genau im Mittelfeld der 27 qualifizierten Athleten.
Das Feld ist stark, auch wenn prominente Namen wie Josh Kerr, der seine Hallensaison nach einer Erkrankung Anfang des Monats beendet hat, fehlen. Neben Dominator Jakob Ingebrigtsen haben zuletzt der Franzose Azzedine Habz und der Portugiese Isaac Nader eine Topform bewiesen. Nader lief bei den portugiesischen Meisterschaften einen portugiesischen Hallenrekord auf der Unterdistanz (800m). Auch Robert Farken und der britische Meister Neil Gourley sind bereits niedrige 3:33er-Zeiten gelaufen – und das als Zwischenzeit bei einem Meilenrennen in New York. Farkens Landsmann Marius Probst, frisch gebackener deutscher Hallenmeister (siehe RunUp.eu-Bericht), ist über die Europarangliste ins Feld gerutscht.
Die Wettkämpfe der Hallen-Europameisterschaften gehen vom 6. bis 9. März in der Omnisport-Halle von Apeldoorn östlich von Amsterdam über die Bühne. Zum dritten Mal nach 1973 (Rotterdam) und 1989 (Den Haag) ist die Niederlande Gastgeber, insgesamt ist es die 38. Auflage. Bis 1990 fanden die Hallen-Europameisterschaften jährlich statt, seither im Zwei-Jahres-Rhythmus.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / @wolf.amri