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Seit Anfang der 2000er Jahre gehören Firmenläufe, immer häufiger als Businessläufe oder Businessruns bezeichnet, zur heimischen Laufszene dazu. Beeindruckende Steigerungen der Teilnehmerdimensionen in den letzten Jahren skizzieren ihre Bedeutung, wie auch der Business Run in Wien und der Salzburger Businesslauf in den letzten Wochen hierzulande demonstriert haben. Firmenläufe, die sich durch eine moderate Streckenlänge und den Fokus auf das Miteinander auszeichnen, ziehen ihre Zielgruppe unter anderen Vorzeichen an als andere Laufevents, die Community deckt sich nicht mit deren Zielgruppe. Dennoch sind sie nicht nur in Österreich wichtige Player in der Laufszene.
1977 hatte eine Bank mit dem Namen „Manufacturers Hanover Trust“ in New York die Idee, eine Corporate Challenge für Firmenteams durchzuführen, die allen Mitarbeiter*innen von Unternehmen, Organisationen und Behörden offen stand. Es war jene Zeit, in der das Laufen langsam in der Gesellschaft ankam, weil die Bedeutung der gesundheitsfördernden Bewegung rasant zunahm. Der Lauf wurde so gestaltet, dass selbst jene, die keinen Enthusiasmus fürs Laufen entwickeln konnten, leicht in die Veranstaltung integriert wurden. Binnen weniger Jahre eroberte die Serie etliche US-Metropolen und wurde zum Erfolg, so dass sie expandierte: nach London, Frankfurt am Main, Sydney, Johannesburg, Singapur, Hong Kong, Shanghai und Buenos Aires.
Heute gehört die Gründerbank der bekanntesten Firmenlaufserie der Welt zur in New York ansässigen Bank „JPMorgan Chase“. Die JP Morgan Corporate Challenge in Frankfurt ist der Vorbild-Firmenlauf schlechthin: In den besten Zeiten meldeten sich über 70.000 Läufer*innen für den Event an, Anfang Juni 2024 liefen rund 60.000 Läufer*innen durch die Finanzmetropole am Main. Es war bereits die 30. Auflage des Firmenlaufs in Frankfurt, ein europäischer Pionier.
Der größte Businesslauf in Österreich ist der Wien Energie Business Run, der am 6. September über die Bühne ging. Nach der gelungenen Neuausrichtung im letzten Jahr war die Donauinsel neuerdings der neue Austragungsort des Events. Über 1.000 Unternehmen sagten ihre Teilnahme zu und buchten insgesamt rund 34.000 Startplätze. Faktisch waren beeindruckende rund 29.000 Läufer*innen und Walker*innen bei der damit zweitgrößten Laufveranstaltung Österreichs hinter dem Vienna City Marathon am Start. „Ein schöner Erfolg und gleichzeitig Ansporn für 2025“, fand Organisationschef Gerhard Wehr.
Mit Andreas Vojta konnte der Businessrun auch einen in der Laufszene bekannten Athleten als Sieger im Ziel begrüßen. Allerdings steht beim Wiener Businessrun wie bei Firmenläufen üblich nicht die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern das gemeinsame Dabeisein und Erlebnis inklusive des Feiern nach der sportlichen Betätigung. Die damals noch sommerlichen Bedingungen erlaubten das Gestalten eines rundum gelungenen Tags.

Gerade noch vor der außergewöhnlichen Regenmenge über Österreich letzte Woche fand mitten in der Salzburger Altstadt der Salzburger Businesslauf statt. Trotz der bereits widrigen Wetterbedingungen mit kühlen Temperaturen und lückenlosen Regenschauern finishten über 8.000 Läufer*innen und Walker*innen, die meisten in Dressen der Firmen, Unternehmen und Organisationen, die sie vertraten. Damit gelang dem Salzburger Businesslauf die Fortsetzung einer eindrucksvollen Entwicklung der Veranstaltungsdimension nach der Pandemie. Schnellster im Hauptbewerb war übrigens der ehemalige Olympia-Teilnehmer im Triathlon, Lukas Hollaus, der im Frühjahr in Wien sein Marathon-Debüt gegeben hat.
Die bekanntesten Firmenläufe in Österreich im ersten Halbjahr sind der Welser Businessrun in Oberösterreich sowie der Österreichische Sparkasse Firmenlauf in niederösterreichischen Wiener Neustadt, der gleichzeitig der älteste seiner Art in Österreich ist. Alle Firmenläufe ziehen ihre Beliebtheit aus der Essenz der Pionierveranstaltungen: Schließlich ist betriebliche Gesundheit wichtiger denn je, nicht nur aus Fitnessaspekten, sondern auch als Ausgleich der mentalen Belastungen durch Beruf und Alltag. Dass sportliche Bewegung als Lösungsansatz harmoniert, ist hinlänglich bekannt. Für Betriebsräte ist das Angebot einer Lauf-Veranstaltung als Motivatorin ideal, lässt sich damit das Gesundheitsanspruch durch Bewegung mit einem Erlebnis im Miteinander kombinieren.
Neben der erwähnten JP Morgan Corporate Challenge in Frankfurt besticht in Deutschland noch der B2Run in München mit über 20.000 Teilnehmer*innen im vergangenen Sommer. Größere Firmenläufe gibt es in diversen Städten, darunter auch in Berlin.
Eine organisierte Firmenlaufserie gibt es in der Schweiz: Dort spannt sich die B2Run-Firmenlaufserie über acht der größten Städte des Landes.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © Agentur Diener / Eva Manhart