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Am Samstag will Eliud Kipchoge kein Rennen gewinnen, keinen Rekord brechen. Am Samstag will Eliud Kipchoge einen Meilenstein setzen, Sport- und Menschheitsgeschichte schreiben. Am Samstag (Die genaue Startzeit wird am Freitagnachmittag festgelegt, Anm.) will der Kenianer alle Menschen auf der…




Zum ersten Mal überhaupt begleitet seine Familie Eliud Kipchoge zu einem großen internationalen Event. Für den Hauptprotagonisten der Lauf-Inszenierung in Wien ist es sehr bedeutend, dass seine Frau Grace und seine drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne, die Reise nach Wien mit ihm gemeinsam angetreten sind. „Ich möchte unbedingt, dass sie Teil des Ereignisses sind, bei dem ich Geschichte schreibe“, betont er. Denn: „Dieses Ereignis wird mein Leben verändern!“
Beim einzigen Medientermin im Vorfeld der INEOS 1:59 Challenge präsentierte sich der „größte Marathonläufer aller Zeiten“, wie er in der Anmoderation treffend begrüßt wurde, ruhig, enorm fokussiert, klar in seinen Gedanken und einer überlegten Wortwahl und mit Fortdauer des Gesprächs auch entspannter und lockerer. Mit charmantem Witz begegnete er Fragen nach der Höhe seines Startgelds und etwaiger Prämien oder ob es für ihn eine besondere Herausforderung wäre, bei Start um 5 Uhr morgens den gesamten Marathon in Dunkelheit zu absolvieren. Kernbotschaft seines Auftritts: Seine Zuversicht und sein Vertrauen in sich selbst sind spürbar. Verpackt hat er diesen Eindruck in mehreren philosophisch angehauchten Aussagen.

Seinen Weltrekordlauf von 2018 in Berlin und die INEOS 1:59 Challenge trennt der 34-Jährige bewusst. „In Berlin ging es darum, einen Weltrekord zu laufen. Hier in Wien geht es darum, Geschichte zu schreiben. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge“, sagt Kipchoge. Auf diesem Weg war in der Vorbereitung alles gleich, außer die Zielvorgabe. Kipchoge trainierte nach bewährten Konzepten und arbeitete im Trainingscamp in Kaptagat monatelang mit denselben Vertrauten zusammen wie immer – dazu gehören seine Teamkollegen und allen voran sein Trainer Patrick Sang, sein Physiotherapeut Peter Nduhui und sein Manager Valentijn Trouw. Disziplin, Hingabe und Fokus spielten auch dieses Mal in der mentalen Vorbereitung die tragenden Rollen, begleitend natürlich zur konsequenten physischen. Der Unterschied: Er bereitete sich darauf vor, am Samstag mindestens 100 Sekunden schneller zu laufen als in Berlin vor einem Jahr.

Diese Herausforderung will er mit der nötigen Demut angehen. „Viele verschiedene Komponenten sind sehr wichtig, dass sie am Samstag zusammenspielen. Dann kann ich auch im Kopf bei all denjenigen, die glauben, es sei unmöglich, die Limits lösen. Dafür bin ich bereit!“ Eine wichtige Komponente ist der Arbeitsbeitrag von insgesamt 41 Pacemakern. In dieser Gruppe befinden sich zahlreiche prominente Läufer, die zur Weltelite auf den Mittel- und Langstrecken sowie im Halbmarathon zählen. „Das sind alles hervorragende Sportler. Ich freue mich, dass ich der Chef bin“, grinste Kipchoge.
„Ich bin bereit für Samstag!“ Das war selbstredend die wichtigste Botschaft einer Pressekonferenz voller überlegter, authentischer, durchdachter und zwischendurch auch unterhaltender Aussagen. Denn mit der INEOS 1:59 Challenge geht Eliud Kipchoge all-in. Jetzt oder nie wird er der erste sub-2-Marathonläufer der Geschichte. Und im Erfolgsfall wird die Stadt Wien als Austragungsort auf ewig mit diesem historischen Ereignis verbunden.
INEOS 1:59 Challenge
Vienna City Marathon