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Die wilde Geschichte des Daniel do Nascimento

44 Tage lang galt der Südamerikarekordhalter im Marathon als vermisst. Der aktuell wegen Dopings gesperrte Daniel do Nascimento ist wohlauf zurück bei seiner Familie.
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Die Schlagzeilen Ende Juli waren heftig. Daniel do Nascimento, Olympia-Teilnehmer und Marathonstar aus Brasilien, war Mitte Juni verschwunden. Seine Mutter und der brasilianische Leichtathletik-Verband suchten mithilfe der Öffentlichkeit und sozialer Medien nach ihm, die Polizei ermittelte. Der Aufruf trug Früchte, wenige Tage später berichteten Laufmedien weltweit, dass der Marathonläufer zwar etwas unterernährt, aber ansonsten körperlich unversehrt gefunden wurde.

Mit nur einem schwarzen Rucksack ausgestattet verließ der Läufer am 19. Juni laut Erzählungen seiner Familie sein Zuhause in Paraguacu Paulista und tauchte unter. 44 Tage später wurde der Marathonrekordhalter von einem Passanten in der rund 370 Kilometer entfernten Metropole Sao Paolo erkannt, von der Polizei aufgegriffen und zu seiner Familie zurückgebracht.

Psychische Probleme

Seit seiner Dopingsperre, die im Mai 2024 ausgesprochen wurde, leidet der Athlet unter psychischen Problemen, wie seine Mutter in Interviews zugab. Die Träume von Olympia-Teilnahmen in Paris 2024 und Los Angeles 2028 musste er begraben. Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio lief der damals junge Brasilianer kurz neben der Legende Eliud Kipchoge an der Spitze und war in dieser nicht entscheidenden Rennphase zu Scherzen aufgelegt.

Historische Leistungen 2022

Seinen schnellsten Marathon lief do Nascimento beim Seoul Marathon 2022, als er den Südamerikarekord auf eine Zeit von 2:04:51 Stunden verbesserte. Er unterbot die damals 24 Jahre alte Rekordmarke des ehemaligen Marathonstars Ronaldo Da Costa, ebenfalls ein Brasilianer, um über eine Minute. Do Nascimento war damals der erste nicht auf dem afrikanischen Kontinenten geborene Läufer, der jemals die Schallmauer von 2:05 Stunden im Marathon knacken konnte.

Wenig später wurde er bei den Weltmeisterschaften von Eugene im Juli 2022 Marathon-Achter. Berühmt wurde der heute 28-Jährige auch beim New York City Marathon 2022, als er mit einer Hochrisikotaktik deutlich in Führung ging und ihm gegen Schluss des Rennens übel wurde, so dass er vor laufenden TV-Kameras als Marathon-Führender in eine mobile Sanitäreinrichtung abbog und das Rennen wenig später aufgeben musste.

Die nächsten Schlagzeilen waren mit der Dopingsperre dagegen negativ. Aufgrund des Missbrauchs mit gleich verbotenen Sterioden zog ihn die Athletics Integrity Unit (AIU) gleich für fünf Jahre aus dem Verkehr, die Sperre dauert noch bis Juli 2029.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Katie Chan – CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=186071246

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