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Diriba gewinnt Duell mit Masai beim Frankfurt Marathon

Mit einer neuen persönlichen Bestleistung trotz schwieriger Marathon-Bedingungen lief Buze Diriba mit strahlendem Gesicht als Siegerin in die Festhalle ein.
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Mit ihrer Siegerleistung von 2:19:34 Stunden bei wahrlich nicht einfachen Marathon-Bedingungen war Buze Diriba die große Siegerin der 42. Auflage des Frankfurt Marathon. Die Äthiopierin entschied einen aus ihrer Sicht kontrollierten Wettkampf gegen die Kenianerinnen Magdalyne Masai und Sharon Chelimo für sich. Der Marathon der Männer endete mit einem äthiopischen Dreifachsieg.

Bisher fehlte eine Marathonzeit unter 2:20 Stunden auf der Visitenkarte von Buze Diriba. Angekündigt hat die 31-Jährige, Mitglied der Weltklasse-Trainingsgruppe unter dem äthiopischen Trainer Gemedu Dedefo, sie im Vorfeld. Sie ist gelungen, mit einer Zeit von 2:19:34 Stunden steigerte sich die Äthiopierin um knapp eine Minute gegenüber ihrer bisherigen Bestleistung vom Chicago Marathon 2024. Was aber viel wichtiger war: Mit der fünftschnellsten Zeit der Veranstaltungsgeschichte lief sie als Siegerin in die Festhalle ein und markierte den dritten äthiopischen Sieg in Folge bei dieser Veranstaltung.

Mainova Frankfurt Marathon 2025

156 österreichische Marathonläufer:innen waren für den Frankfurt Marathon angemeldet. Stefan Wiegele gewann mit einer Zeit von 2:27:41 Stunden (netto) die Altersklasse M45 und war damit zweitbester Österreicher hinter Lars Demuth (1. SVG Hohe Wand), der eine Zeit von 2:23:56 Stunden (netto) erzielte und auf Gesamtrang 43 landete. Yasmin Rieger (Tri-X-Kufstein) war mit einer Zeit von 3:03:18 Stunden (netto) schnellste Österreicherin und Teil der Top-100 der Gesamtwertung, Monika Grabner (Ultra Turtles) belegte in 4:06:03 Stunden (netto) Platz acht in der Altersklasse W60.

Die Konkurrenz im Griff

Angesichts der prominenten Konkurrenz war es durchaus erstaunlich, dass Diriba den Marathon von Beginn an kontrollierte. Bereits nach zehn Kilometern wiesen ihre wichtigsten Kontrahentinnen eine Verspätung von ein paar Sekunden auf. Bei der Halbmarathon-Durchgangszeit von 1:09:25 Stunden, langsamer als angekündigt, hatte sie 19 Sekunden Vorsprung auf ihre Landsfrau Tsige Haileslase und 23 Sekunden auf die Kenianeirn Gladys Jeptepkeny, während die vermeintlichen Hauptkontrahentinnen der späteren Siegerin, Sharon Chelimo und Magdalyne Masai, im Beisein ihrer älteren Schwester Linet, zu diesem Zeitpunkt auf den Positionen fünf und acht rangierten – mit überschaubaren Abständen freilich.

Buze Diriba
Halbmarathon-Splits: 1:09:25 / 1:10:09 Stunden
5km-Teilzeiten: 16:23 / 16:26 / 16:23 / 16:29 / 16:40 / 16:38 / 16:31 / 16:50 / 7:14 (2,195 km) Minuten

Dass die Hoffnung auf einen Streckenrekord sich nicht erfüllte, lag nicht nur an den windigen Verhältnissen, sondern auch am Rennverlauf. „Es war schwierig, als mein Pacemaker ausgestiegen ist. Ich habe mich dann darauf fokussiert, das Rennen zu gewinnen“, erklärte die Siegerin. „Die Unterstützung der Zuschauer:innen an der Strecke hat mir sehr viel Energie gegeben.“ Zwar holten Masai und Chelimo zwischenzeitlich etwas auf, doch aufgrund starker letzter zwei Kilometer geriet der Sieg von Diriba nie in Gefahr.

Masai gewann sechs Wochen nach ihrem Ausstieg beim WM-Marathon das Duell um Rang zwei gegen Chelimo um sechs Sekunden und erreichte eine Zeit von 2:20:23 Stunden. Nach einigen Tagen mit Kopfschmerzen nach dem Hitze bedingten Kollaps beim WM-Marathon fühlte sich die 31-Jährige bald wieder fit und erreichte die Startlinie des Frankfurt Marathon laut eigenen Aussagen kerngesund und top vorbereitet. Auch nach der dritten Teilnahme beim Frankfurt Marathon wartet die Ehefrau des Neuseeländers Jake Robertson noch auf einen Sieg. Ihre Schwester erreichte das Ziel nicht.

© SIP / Johannes Langer

Äthiopische Newcomer an der Spitze

Im Rennen der Männer gab es einen Überraschungssieg durch Belay Asfaw, der mit einer Tempoverschärfung fünf Kilometer vor dem Ende die Vorentscheidung in einem spannenden Schlagabtausch in der Spitzengruppe sorgte. Der 29-Jährige siegte in einer Zeit von 2:16:16 Stunden vor seinen Landsleuten Taresa Bekuma (2:07:01) und Shura Kitata, der vor acht Jahren den Frankfurt Marathon gewonnen hat und dieses Mal eine Zeit von 2:07:02 Stunden erreichte – immerhin seine schnellste Marathonzeit seit dreieinhalb Jahren.

Asfaw ist in der Szene noch recht unbekannt und bestritt seinen dritten Marathon, den ersten in Europa. Er blieb 44 Sekunden unter seiner Bestleistung vom Guangzhou Marathon 2024. Bekuma ist gar ein völlig unbeschriebenes Blatt, das Resultat beim Frankfurt Marathon ist der erste Eintrag in den Statistiken von World Athletics.

© SIP / Johannes Langer

Trotz der schwierigen Wetterverhältnisse markierten vier der Top-Fünf bei den Männern neuen persönliche Bestleistungen, bei den Frauen waren es acht aus den Top-Ten – Debüts inklusive. „Die Leistungen waren sehr gut. Viele konnten persönliche Bestleistungen erzielen, das unterstreicht die Klasse des Feldes und Qualität der Strecke“, lobt Philipp Kopp, Sportlicher Leiter des Mainova Frankfurt Marathon, die Besetzung an der Spitze. „Wir sind sehr zufrieden mit der Performance unseres Elitefeldes!“

Belay Asfaw
Halbmarathon-Splits: 1:02:50 / 1:03:26 Stunden
5km-Teilzeiten: 14:41 / 14:54 / 14:51 / 14:59 / 15:03 / 14:34 / 14:50 / 15:30 / 6:54 (2,195 km) Minuten

Abraham und Hottenrott beste Deutsche

Der böige Wind und die damit verbundenen, schwierigen Marathon-Bedingungen in Frankfurt hatten auch Einfluss auf die Leistungen der besten Deutschen im Feld, Filimon Abraham und Laura Hottenrott.
Der sechstschnellste deutsche Marathonläufer aller Zeiten beendete das Rennen in einer Zeit von 2:09:43 Stunden auf dem neunten Platz. „Bis Kilometer 30 war alles in Ordnung, danach wurde, auch aufgrund des Windes, jeder Kilometer schwerer“, kommentierte er.

© SIP / Johannes Langer

Davor hatte der 32-Jährige noch von der besten Marathonform seines Lebens berichtet und war aus dem Höhentrainingslager in der Nähe der eritreischen Hauptstadt Asmare mit der Hoffnung einer neuen Bestzeit (bisher 2:08:11, Sevilla Marathon 2025) in die Mainmetropole gereist. Doch im letzten Renndrittel verlor Abraham eine Zeit um 2:08 Stunden aus den Augen. Dagegen gelang dem zweitbesten Deutschen, Tom Thurley, in einer Zeit von 2:11:19 Stunden eine neue persönliche Bestleistung. Jan Lukas Becker kam nach 2:13:34 Stunden und verbesserte in seinem zweiten Marathon seine Zeit aus dem Vorjahr um knapp zwei Minuten.

Filimon Abraham
Halbmarathon-Splits: 1:03:48 / 1:05:55 Stunden
5km-Teilzeiten: 15:01 / 15:02 / 15:10 / 15:11 / 15:16 / 15:12 / 15:25 / 16:11 / 7:15 (2,195 km) Minuten
 
Laura Hottenrott
Halbmarathon-Splits: 1:14:09 / 1:14:08 Stunden
5km-Teilzeiten: 17:14 / 17:35 / 17:42 / 17:41 / 17:39 / 17:27 / 17:31 / 17:53 / 7:35 (2,195 km) Minuten

Ebenfalls nicht in die Dimensionen ihrer besten Leistungen kam Laura Hottenrott, die sich kurzfristig für einen Start bei jenem Marathon entschieden hat, bei dem vor acht Jahren ihre Marathon-Laufbahn begonnen hat. In einer Zeit von 2:28:17 Stunden belegte sie Rang 14. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden und bin ein sehr gutes und konstantes Rennen gelaufen. Frankfurt ist für mich immer etwas Besonderes“, sagte die 33-Jährige nach dem Rennen. Die zweitbeste Deutsche, Katharina Saathoff, markierte in einer Zeit von 2:34:39 Stunden eine neue persönliche Bestleistung.

© SIP / Johannes Langer

Starke europäische Leistungen

Beste Europäerin bei den Frauen war Abbie Donnelly aus Großbritannien, die sich mit einer starken neuen persönlichen Bestleistung von 2:24:11 Stunden auf den achten Platz kämpfte. Es ist die neuntschnellste Marathonzeit des Jahres einer Europäerin. Die 29-jährige EM-Fünfte im Halbmarathon liegt nun auf Platz sieben der ewigen britischen Bestenliste im Marathon, übrigens unmittelbar vor Eilish McColgan.

Ebenfalls Beifall verdiente sich Lili Anna Vindics-Toth, die ihr Marathon-Debüt in einer Zeit von 2:28:15 Stunden unmittelbar vor Hottenrott beendete. Damit setzte sich die 27-Jährige, zuletzt hauptsächlich im 5.000m-Lauf aktiv, direkt vor der langjährigen ungarischen Rekordhalterin Judit Földingné Nagy auf Platz zwei der ewigen ungarischen Bestenliste hinter Nora Szabo, die im Herbst 2024 zwei schnellere Marathons als Vindics-Toth gelaufen ist. Sieben Wochen vor dem Frankfurt Marathon gewann sie in Budapest den ungarischen Meistertitel im Halbmarathon.

Marathon-Fest in Frankfurt

Über 30.000 Menschen waren im Rahmen des Programms der 42. Auflage des Frankfurt Marathon aktiv, rund 17.000 Anmeldungen gingen für den Marathon ein, womit der 13 Jahre alte Anmelderekord gebrochen wurde. „Das ist eine neue Dimension, die wir erreicht haben und die uns sehr glücklich macht. Wir hatten so viele Menschen und Emotionen wie nie auf der Strecke“, freut sich Renndirektor Jo Schindler.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © SIP / Johannes Langer

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