Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter


Mario Bauernfeind und Julia Mayer sind die neuen ÖLV-Staatsmeister im Marathon. Während der Wiener mit einem kontrollierten Lauf „nur“ diese heimische Spitzenplatzierung im Visier hatte, ging Mayer auf den Sieg beim Linz Marathon los. Am Ende wurde sie Dritte in der schnellsten Marathonzeit, die je eine Österreicherin auf österreichischem Boden gelaufen ist.
23 – das ist die erste wichtige Zahl für Julia Mayer (DSG Wien) von ihrem Auftritt beim Linz Donau Marathon 2026. So viele Staatsmeistertitel hat die 33-Jährige nun auf der Habenseite, eine absolut beeindruckende Anzahl für eine Quereinsteigerin, die sich erst seit einigen Jahren voll auf den Laufsport konzentriert. Die Olympia- und WM-Teilnehmerin konnte am gestrigen Tag nicht all ihre Wünsche erfüllen. Dennoch übertrumpfte für sie das lachende Auge das weinende: der zweite Staatsmeistertitel im Marathon nach 2023 und die Endzeit von 2:29:48 Stunden. Das ist die drittschnellste Zeit ihrer Karriere, schneller ist sie bisher nur zweimal beim Valencia Marathon gelaufen.
Die zweite wichtige Zahl wäre die 26 gewesen – und die konnte Julia Mayer nicht realisieren. Im Vorfeld hatte Österreichs Rekordhalterin einen Angriff auf ihren eigenen ÖLV-Rekord (2:26:08) angekündigt und ihr Rennen darauf ausgerichtet. Der Marschplan passte gut eine Marathonhälfte lang wie gewünscht, doch recht bald konnte Mayer ihr Tempo nicht halten und verlor damit frühzeitig nicht nur den virtuellen Vergleich mit ihrer Valencia-Zeit, sondern auch den Kampf um den Sieg. „Marathon ist kein Wunschkonzert: Man hat große Ziele, für die am Tag X alles zusammenpassen muss. Das war heute eben nicht der Fall“, meinte sie.

„Ich habe schon von Anfang an gemerkt, dass heute nicht mein Tag ist. Es ist mir nicht so leicht von den Beinen gegangen wie sonst. Ab Kilometer 25 musste ich die Gruppe ziehen lassen, es war brutal, wie sich das Rennen dann noch entwickelt hat“, sagte sie Interview mit dem ORF. Dennoch überwog das Positive, Staatsmeistertitel und Platz drei in der Gesamtwertung des Linz Marathon: „In Österreich unter 2:30 Stunden zu laufen ist auch eine Leistung. Ich bin happy damit.“
Die Silbermedaille bei den Staatsmeisterschaften ging an Sabrina Exenberger (LG Decker Itter), die mit einer deutlichen persönlichen Bestleistung von 2:48:54 Stunden erstmals unter der begehrten Marke von drei Stunden blieb. Es ist ihre zweite Silbermedaille bei Marathon-Staatsmeisterschaften nach jener 2022 in Salzburg.
Die Bronzemedaille ging an Veronika Mutsch (Club RunAustria), die ihren zweitschnellsten Marathon in einer Zeit von 2:50:07 Stunden beendete. Für sie ist es eine Medaillen-Premiere Staatsmeisterschaften. Exenberger, Mutsch und Lokalmatadorin Elena Stockinger (UNION Rohrbach Berg, 2:57:31) kamen in die Top-Ten der Gesamtwertung des Linz Marathon.

Julia Mayer hat den Linz Marathon als Auftakt ihres Weges zu den Olympischen Spielen in Los Angeles in knapp zweieinhalb Jahren deklariert. Dass für die Qualifikation ein noch höheres Niveau gefordert werden wird als noch für Paris 2024, ist angesichts der aktuellen Entwicklung im Marathonbereich offenkundig. Mayer wollte in Linz auch von den Bonuspunkten der Staatsmeisterschaftswertung für die Weltrangliste profitieren, besonders hinblicklich einer möglichen WM-Teilnahme in Peking 2027, für die der Qualifikationszeitraum bereits gestartet ist. Auch deshalb war die Hoffnung groß, die Bonuspunkte mit einem hohen Performance Score mit einer Top-Leistung zu kombinieren.
Der Sieg beim Linz Marathon 2026 ging an die Kenianerin Jackline Chepngeno, die sich in der Schlussphase gegen ihre Landsfrau Mary Waithira durchsetzen konnte. Die 33-jährige Chepngeno, vor einigen Jahren mit Top-Sechs-Platzierungen bei den Marathons in Paris, Frankfurt und Amsterdam, überquerte nach 2:26:01 Stunden die Ziellinie, nachdem sie kurz vor dem Hauptplatz eine Schrecksekunde erlebte und beinahe mit einer Ordnerin kollidiert wäre. Es war ihr erster von World Athletics registrierter Wettkampf seit dreieinhalb Jahren. Waithira folgte in 2:26:59 Stunden.
Das Männerrennen ging an den Vorjahres-Dritten Abdednego Cheruiyot, der eine Zeit von 2:08:53 Stunden erreichte. „Ich danke Linz für eine zweite Chance, ich liebe diese Strecke“, wird der 32-Jährige in einer Aussendung des Veranstalters zitiert. Der Äthiopier Sahelislassie Nigussie und der Kenianer Victor Biwott komplettierten das Stockerl.


Bester Österreicher war Mario Bauernfeind (ProTeam Vienna) als Achter. Der 35-Jährige verteidigte seinen Staatsmeistertitel souverän und verbesserte sich mit einer Zeit von 2:19:41 Stunden auch im Qualifikationsranking „Road to Birmingham“, in dem der Wiener vor diesem Wochenende noch knapp innerhalb der angestrebten Top-60 lag.
„Es war mein Plan, dass ich heute Staatsmeister werde. Nicht mehr und nicht weniger“, erklärte Bauernfeind, dem es auch gar nicht wichtig war, schneller zu laufen. Denn sein Hauptziel für diesen Frühling sind die Polizei-Europameisterschaften, die in den Prag Marathon am 3. Mai integriert sind. Bauernfeind lobte im ORF-Interview die hervorragende Stimmung in Linz und die idealen Marathon-Bedingungen. Für den Wiener war es der dritte Staatsmeistertitel nach 2022 (Salzburg) und 2025 (Linz).
Die Silbermedaille ging wie im letzten Jahr an Markus Lemp (LC Sicking) in einer Zeit von 2:23:14 Stunden – eine neue persönliche Bestleistung für den 35-jährigen Oberösterreicher. Bronze gewann Martin Mistelbauer (team2012.at) in einer Zeit von 2:26:40 Stunden.
Markus Hartinger (LTV Köflach) entschied den ORLEN Halbmarathon in einer Zeit von 1:08:12 Stunden für sich. Beste Österreicherin bei den Frauen war die fünftplatzierte Anna Lipp in einer Zeit von 1:24:42 Stunden. Vor ihr lief ein deutsches Quartett, angeführt von der überlegenen Siegerin Eva Schultz (1:13:57), über die Ziellinie.

Einen prominenten heimischen Sieger gab es im 5km-Lauf mit Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA). Der Linzer lief, nachdem ein viraler Infekt ihn im Vorfeld etwas eingebremst haben, im Alleingang eine Zeit von 14:32 Minuten. Die oberösterreichischen Lauftalente Agnes Danner und Emma Scherb (beide TriPowerWimbergerFreistadt) belegten die Plätze zwei und drei bei den Frauen.
Mit 21.401 Anmeldungen feierte die größte Laufveranstaltung Oberösterreichs am vergangenen Wochenende ein stimmungsvolles Lauffest, das heuer unter dem Claim #runthesteelycity stand. Alle Bewerbe waren restlos ausverkauft, was einen deutlichen Teilnehmer:innen-Zuwachs bedeutete. Neben dem Oberbank Linz Donau Marathon gingen am Sonntag noch der ORLEN Halbmarathon, der Hyundai Staffelmarathon, der Linz AG Viertelmarathon, der Generali 5K sowie die Halbmarathons für Handbike und Inline Skating über die Bühne. Dazu kamen der Junior Marathon und der Special Olympics Run am Samstag.
„Mein großer Dank gilt dem gesamten Organisationsteam, unseren Partnern, der Stadt Linz und vor allem den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern. Ohne diesen Einsatz wäre ein Marathon in dieser Qualität nicht möglich. Dass erstmals alle Laufbewerbe restlos ausverkauft waren, ist ein starkes Zeichen und zugleich Anerkennung für die Arbeit vieler Menschen, die dieses Wochenende möglich gemacht haben“, bilanzierte Renndirektor Günther Weidlinger.