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Eilish McColgan mit starkem Halbmarathon in Japan

Die britische Langstreckenläuferin Eilish McColgan ist auf dem Weg zurück zu ihren besten Leistungen. Beim Kagawa Marugame Halbmarathon wurde sie Zweite.
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Eilish McColgan hat mit ihrem bereits zweiten starken Rennen im noch jungen Kalenderjahr nachgewiesen, wieder auf bestem Weg zu sein. Beim Kagawa Marugame Halbmarathon in Japan belegte sie in der drittschnellsten Halbmarathonzeit ihrer Karriere den zweiten Platz und zeigt sich in guter Form für die nun folgende Marathon-Vorbereitung mit dem großen Ziel London Marathon am 26. April.

Eilish McColgan kommt aus einer Leidenszeit. Eine halbe Ewigkeit wirken ihre Erfolge her. 2022, als sie bei den Commonwealth Games vor heimischem Publikum in Birmingham Gold im 10.000m-Lauf gewann und wenige Tage später zwei EM-Medaillen in München. Oder im Frühling 2023, als sie erst den britischen 10.000m-Rekord und dann in Berlin den nationalen Halbmarathonrekord aufstellte. Unmittelbar darauf brachten Knieschmerzen sie und ihre Karriere aus dem Gleichgewicht, das geplante Marathon-Debüt in London platzte. Sie legte sich unters Messer und verpasste damit auch die Weltmeisterschaften von Budapest. Die Comebacksaison 2024 lief trotz eines schottischen Marathonrekords beim verschobenen Debüt in London nicht vollends nach Wunsch, bei den Olympischen Spielen von Paris konnte sie nicht mit der erweiterten Weltspitze mithalten.

Kagawa Marugame Halbmarathon 2026

„Ich hatte mir begonnen, die Frage zu stellen: Schaffte ich es wieder nach oben? War es das? Werde ich in meinem Alter nun langsamer und langsamer?“, erzählte die 35-Jährige in einem Interview mit dem britischen Leichtathletik-Magazin „Athletics Weekly“. Die Zweifel, die, wie sie erzählte, ihr auch von außen zugetragen wurden, lichten sich seit kurzer Zeit. Nach Platz drei beim Great North Run im September zeigte die Britin gute Leistungen über 15 Kilometer (Siebenhügellauf in Nijmegen), 5 Kilometer (Saudi Arabien) und 10 Kilometer (Europarekord in Valencia).

Zweiter überzeugender Wettkampf

McColgans aktuellste Leistung, jene von 1:07:08 Stunden beim Kagawa Marugame Halbmarathon am gestrigen Sonntag, ist die drittbeste ihrer Karriere im Halbmarathon, 1:25 Minuten hinter ihrem britischen Rekord. Wie bereits die Leistung vor drei Wochen in Valencia über 10 Kilometer zeigt auch die gestrige, dass die Schottin auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist. Nach dem Rennen sagte sie zu Japan Running News: „Es war ein hartes Rennen, weil ich die meiste Zeit auf mich alleine gestellt war. Immerhin habe ich immer wieder Männer eingeholt, das hat mir mental geholfen.“

Eilish McColgan:
5km-Teilzeiten: 15:34 / 15:44 / 16:13 / 16:07 (3:30 (1,0975 km) Minuten

Im Aufwind

Beim Auftritt in Japan 2026 kam McColgan, ausgerüstet von einer weltbekannten japanischen Sportmarke, in den Genuss der Startnummer eins. Und sie zeigte, dass sie dieser Bürde gerecht wurde. Die ersten zehn Kilometer des Wettkampfs waren sehr schnell, 31:18 Minuten – nur 70 Sekunden hinter ihrem beim Valencia 10K vor drei Wochen aufgestellten Europarekord im 10km-Straßenlauf. In der zweiten Rennhälfte konnte die 35-Jährige zwar diese Pace nicht ganz halten und damit auch die Kenianerin Dolphine Omare, die superschnell angegangen war und zur Halbzeit des Rennens schon eine halbe Minute vor ihr lag, nicht mehr einholen. Die 24-Jährige siegte in einer Zeit von 1:06:15 Stunden und feierte ihren dritten Sieg in Folge bei dieser Veranstaltung, wobei alle drei Leistungen binnen weniger Sekunden liegen.

Doch Platz zwei in einer Zeit von 1:07:08 Stunden bestätigt den Aufwärtstrend der mehrfachen EM-Medaillengewinnerin und Tochter der ehemaligen 10.000m-Weltmeisterin Liz. Hinter McColgan belegte die kenianische Debütantin Susan Kamotho Platz drei, die Australierin Isobel Batt-Doyle verpasste das Stockerl in 1:08:51 Stunden um 55 Sekunden. Als zweite britische Topläuferin im Rennen erreichte Charlotte Purdue das Ziel auf der elften Position.

Kagawa Marugame Halbmarathon

Bereits zum 78. Mal ging der Klassiker im Südwesten Japans über die Bühne. Drei Siege in Folge wie von Omare hat es bei den Frauen, die erst seit dem Jahr 2000 mitlaufen dürfen, noch nie gegeben. Die in Japan lebende Kenianerin ist nun gemeinsam mit der Japanerin Kayoko Fukushi Rekordsiegerin des Events.

Catrofe rückt der 59 näher

Zwei großartige Leistungen zierten das Männerrennen. Richard Etir aus Kenia verbesserte als Sieger in einer Zeit von 59:07 Minuten den Streckenrekord – trotz merklichem Wind als erschwerende Begleitscheinung. Der 22-Jährige, der neun Sekunden schneller war als Vorjahressieger Alexander Mutiso und zum zweiten Mal bei diesem Rennen als Sieger ins Ziel lief, erarbeitete sich einen Vorsprung von knapp einer Minute auf seinen Landsmann Emmanuel Maru. Der drittplatzierte Santiago Catrofe verbesserte seinen erst im November in Boston aufgestellten uruguayischen Landesrekord um über eine Minute auf eine Zeit von 1:00:21 Stunden. Der 26-Jährige, der seit seiner Kindheit in Spanien lebt, sprang damit auf Rang zwei der ewigen südamerikanischen Bestenliste im Halbmarathon, die seit 18 Jahren vom Brasilianer Marilson Gomes dos Santos angeführt wird.

Richard Etir:
5km-Teilzeiten: 13:59 / 13:52 / 14:03 / 14:09 / 3:04 (1,0975 km) Minuten

Schnellster Japaner war Tomoya Ogikubo in einer persönlichen Bestzeit von 1:00:22 Stunden auf Position vier. Bester Europäer war der Norweger Sondre Nordstad Moen. Der Routinier, der 2017 als Sieger des Fukuoka Marathon auf japanischem Boden seinen damaligen Marathon-Europarekord gelaufen ist, kam in einer Zeit von 1:00:46 Stunden auf dem achten Platz ins Ziel. Es war sein siebter Halbmarathon in einer Zeit unter 1:01 Stunden.

Dennoch war der norwegische Routinier in einem unfassbar dichten Rennen einer von nur zwei Läufern in den Top-25, der keine persönliche Bestleistung aufstellte. 25. wurde man übrigens mit einer Zeit von 1:01:01 Stunden, das ist schneller als der österreichische Halbmarathonrekord von Aaron Gruen. Eine Zeit von 1:02:01 Stunden reichte nur für Position 72.

Weitere Straßenlauf-Ergebnisse

🇩🇪 Deutschlands Marathon-Olympiateilnehmerin Domenika Mayer hat im Rahmen des Johannesbad Thermen-Marathon einen neuen Streckenrekord im 10km-Lauf aufgestellt. Sie blieb in einer Zeit von 31:41 Minuten 13 Sekunden unter der bisher schnellsten 10km-Zeit auf dieser Strecke von Miriam Dattke. Sieger im Halbmarathon wurde Trailrunner Hannes Namberger in 1:07:32 Stunden, bei den Frauen siegte Verena Cerna in 1:20:39 Stunden. Einen neuen Streckenrekord gab es auch im Marathon der Männer: Michael Diensthuber überquerte die Ziellinie in Bad Füssing nach 2:24:17 Stunden.

🇪🇸 Die Äthiopierin Zeineba Yimer hat mit einer starken Siegerzeit von 1:06:33 Stunden letzte Woche den Halbmarathon in Sevilla gewonnen und dabei einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Im Alter von 40 Jahren blieb Marta Galimany erstmals in ihrer Karriere unter 1:10 Stunden. Die Spanierin überquerte die Ziellinie in 1:09:57 Stunden als Fünfte und war hinter der Italienerin Elisa Palmero zweitbeste Europäerin. Bei den Männern sorgte der Franzose Emmanuel Roudolff für eine Überraschung und lief mit einer persönlichen Bestleistung von 1:00:24 Stunden als Erster ins Ziel. Rund 20.000 Teilnehmer:innen zählte die Veranstaltung.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © SIP / Johannes Langer – Eilish McColgan beim Berliner Halbmarathon 2023.

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