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„1,5 Kilo Gatsch am Schuh“

Mit viel Routine lief Andreas Vojta bei den Crosslauf-Europameisterschaften zu Platz 42 – das beste österreichische Resultat des Tages. Im Kurzinterview mit RunUp sprach der 34-Jährige, der zum 14. Mal an diesen Titelkämpfen teilnahm, über Europameisterschaften mit besonderen Bedingungen.
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Andreas-Vojta-Crosslauf_Headerbild_ÖLV-Giancarlo Colombo

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Mit viel Routine lief Andreas Vojta bei den Crosslauf-Europameisterschaften zu Platz 42 – das beste österreichische Resultat des Tages. Im Kurzinterview mit RunUp sprach der 34-Jährige, der zum 14. Mal an diesen Titelkämpfen teilnahm, über Europameisterschaften mit besonderen Bedingungen.

RunUp: Andi, gratuliere zu deiner starken Leistung heute bei der „Schlammschacht“ in Brüssel. Wie kriegst du denn deine Laufschuhe wieder sauber?

Andreas Vojta: „Ich habe sie zum Trocknen hingestellt, gebe sie morgen in einer Sackerl und wenn ich sie dann zu Hause zusammenklopfe, werden rund eineinhalb Kilo Schlamm und Gatsch pro Schuh abfallen. Während des Rennens habe ich mir schon einmal gedacht, welch Nachteil es heute gegenüber Läufern mit kleineren Schuhen ist, Schuhgröße 48 zu haben.“

Mit Platz 42 ist dir heute ein gutes Resultat gelungen, wie im letzten Jahr das beste österreichische bei der Crosslauf-EM. Was war heute die große Herausforderung unter diesen schwierigen Bedingungen?

„Ruhig zu bleiben, um konstant über die Distanz zu kommen. Da hat mir sicherlich die Marathon-Erfahrung geholfen, in der ersten Hälfte mit den Kräften hauszuhalten. Ich habe mir die ersten Rennen im Hotelzimmer im Fernsehen angeschaut und habe gesehen, wie viele eingegangen sind. Es ging für mich darum, mit möglichst kurzen und schnellen Schritten so wenig wie möglich im Schlamm hängen zu bleiben. Auch wenn es seltsam klingen mag: Mir hat dieses Rennen heute Spaß gemacht, auch wenn ich mich an einen solch tiefen Boden nur einmal erinnern kann, 2009 in Dublin. Damals war es teilweise fast Aquajogging, weil so viel Wasser auf der Strecke gestanden ist. Dass mir im Laufe des Rennens ein Sprung nach vorne gelungen ist und ich viele überholt habe, ist unter dem Strich ganz in Ordnung für mich.“

Ich hatte den Eindruck, dass heute Läufer aus Nationen überdurchschnittlich gut gelaufen sind, die solche Bedingungen aus klimatischen Gründen öfters vorfinden. Zum Beispiel Robin Hendrix, der heute eine Medaille gewonnen hat.

„Ich hab das noch nicht im Detail analysieren können, aber du könntest recht haben damit. Zum Beispiel sind zwei starke Spanier hinter mir ins Ziel gekommen, die solchen Boden sicherlich nicht gewöhnt sind. Andererseits ist es verwunderlich, dass gleich alle sechs Belgier vor mir gelandet sind. Die Leistung von Robin Hendrix war schon sehr stark, der ist jetzt in der Europarangliste im 5.000m-Lauf nicht unbedingt ganz vorne zu finden. Die Bedingungen sind beim Crosslauf immer eine wichtige Komponente und daher gehören Überraschungen dazu. Wer hätte gedacht, dass sich Niels Laros mit seiner 3:31er-Zeit im 1.500m-Lauf auf der Zielgerade abkochen lässt.“

Das Wettkampfjahr 2023 neigt sich dem Ende zu. Was steht für dich in den nächsten Wochen und Monaten auf dem Programm?

„Ich laufe beim Silvesterlauf in Peuerbach und am 3. Jänner reise ich ins Trainingslager nach Kenia. Dann probiere ich etwas Neues und reise nach fünf Wochen Trainingslager direkt aus der Höhe zum Halbmarathon in Barcelona. Und dann kommt irgendwann der nächste Marathon.“

Autor: Thomas Kofler
Bild: ÖLV | Giancarlo Colombo

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