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Elliott beim ÖM-Debüt von Kainrath besiegt

Niklas Kainrath sicherte sich bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck am gestrigen Sonntag seinen ersten Freiluft-Staatsmeistertitel – im Duell mit Neo-Österreicher Cass Elliott.
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Seinen ersten Auftritt als Österreicher hat sich Cass Elliott sicherlich ganz anders vorgestellt. Bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck musste sich der US-Doppelstaatsbürger völlig unerwartet Niklas Kainrath geschlagen geben. Für eine EM-Teilnahme in Birmingham hätte der 26-Jährige ein Wunder gebraucht. Das verpasste erste Staatsmeisterschaftsgold ist eine bemerkenswerte Niederlage – und für Kainrath der bisherige Höhepunkt.

Erst vor wenigen Wochen hat Niklas Kainrath (Union St. Pölten) beide Titel auf den Mittelstrecken verteidigt – wohlgemerkt bei den ÖLV-U23-Meisterschaften in Rif. Nun ist dem 22-Jährigen am Universitätssportzentrum in Innsbruck ein nächster, wichtiger Schritt gelungen. Ein halbes Jahr nach seinem Titel unter dem Hallendach jubelte er erstmals über Staatsmeisterschaftsgold im Freien.

War er in der Halle noch als Favorit angetreten, war der gestrige Titel für die von Gottfried Lammerhuber betreute Nachwuchshoffnung, die sich in den letzten Jahren sukzessive verbessert hat, eine Überraschung. Denn er besiegte mit Cass Elliott jenen Mann, dessen Einbürgerung nicht nur mit der unmittelbaren Hoffnung auf eine EM-Teilnahme in Birmingham, sondern auch mit einer kurz- bis mittelfristigen Verbesserung des ÖLV-Rekords im 800m-Lauf (der seit 34 Jahren von Michael Wildner in einer Zeit von 1:46,21 Minuten gehalten wird) verbunden ist.

ÖLV-Staatsmeisterschaften 2026

„Der Plan ist aufgegangen“

Kainrath verhielt sich taktisch günstig im Windschatten des Favoriten, der auf eine schnelle Zeit aus war und daher das Feld von vorne in die zweite Runde führte. Der Niederösterreicher ließ sich nicht abschütteln und konterte auf der Zielgerade erfolgreich. „Ich gehe in jedes Meisterschaftsrennen, um es zu gewinnen. Ich habe gewusst, dass es ein schnelles Rennen wird. Der Plan ist aufgegangen und ich konnte Cass am Ende attackieren. Der Titel fühlt sich super an“, jubelte Kainrath, der den Wettkampf in einer Zeit von 1:49,11 Minuten gewann. Elliott folgte in 1:49,35 Minuten, Bronzemedaillengewinner Samuel Krebs (ULC Linz Oberbank) wies bereits einen Respektabstand von drei Sekunden auf.

Duell um 800m-Gold: Niklas Kainrath (l.) gegen Cass Elliott. © ÖLV / @amri.sports

Suboptimaler Auftakt

Für Elliott, der in Manchester in der Trainingsgruppe von Trevor Painter rund um Superstar Keely Hodgkinson trainiert und in Vergangenheit bereits unterhalb des österreichischen Rekords performt hat, beginnt seine Karriere als ÖLV-Läufer also mit einem Rückschlag. Erst am 15. Juli wurde bekannt, dass der Leichtathletik-Weltverband (World Athletics) Elliotts Nationentransfer genehmigt und ihm ein sofortiges Startrecht für Österreich ausgesprochen hat.

Elliott ist schon seit einigen Jahren in Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft, seine Großeltern stammen aus Oberösterreich und sind in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nach Tacoma im US-Bundesstaat Washington ausgewandert, wie Olaf Brockmann berichtete. Seine sportliche Vergangenheit liegt ausnahmslos in den USA, weswegen sein Nationenwechsel in der österreichischen Leichtathletikszene auch kritische Stimmen hervorrief.

Mit seinem Erfolg bei den Staatsmeisterschaften in der Tiroler Landeshauptstadt setzte Kainrath auch ein Zeichen, dass die heimische 800m-Szene, die in den letzten Jahren keine internationalen Startplätze hervorrief, künftig nicht zur alleinigen Spielwiese des Neo-Österreichers werden muss.

© ÖLV / @amri.sports

Pallitsch auf Sparflamme zum Sieg

Kurzfristig hat Raphael Pallitsch (Union St. Pölten) auf seinen Start über 800m verzichtet, womit eine Wiederholung des letztjährigen Doubles ausfiel. Auf seiner Spezialdistanz, dem 1.500m-Lauf, in dem der Burgenländer Österreich auch bei den Europameisterschaften vertreten wird, gelang erwartungsgemäß der vierte Freilufttitel in den vergangenen fünf Jahren.

In einem von Tempoarmut geprägten Rennen hatte der 36-Jährige im Finale, bekanntlich seine Stärke, keine Probleme, um sich mit einer Siegerzeit von 4:06,31 Minuten klar gegen Niklas Scherb (TGW Zehnkampf Union) und 3.000m-Hindernisläufer Tobias Rattinger (LAC Amateure Steyr) durchzusetzen. „Ich habe mich nicht ganz fit gefühlt und darum nur das Notwendigste gemacht, um den Titel zu gewinnen“, gab Pallitsch zu Protokoll und erklärte somit auch den Startverzicht am Sonntag.

Zwei Titel für Bredlinger

Ihre Dominanz weiter ausgebaut hat Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) im 800m-Lauf, wo sie seit fünf Jahren alle Titel in der Halle und im Stadion geholt hat. In einer Zeit von 2:05,19 Minuten war die Burgenländerin in einem gut besetzten Feld konkurrenzlos. Lotte Seiler (KSV Alutechnik, 2:08,73) und Katharina Stöger (Union Salzburg, 2:09,08) holten sich die weiteren Medaillen noch vor den Nachwuchsläuferinnen Tabea Schmid (ULC Riverside Mödling) und Pauline Schedler (TS Egg).

© ÖLV / @amri.sports

Neu bei Freiluft-Staatsmeisterschaften ist, dass Bredlinger – wie bereits in der Halle – auch den Titel im 1.500m-Lauf gewonnen hat. Nach ihrer beachtenswerten Leistung beim Meeting in Lignano zu Monatsbeginn (siehe RunUp.eu-Bericht) ist die 25-Jährige als Favoritin ins Rennen gegangen und sicherte sich den Sieg in einem Start-Ziel-Sieg in 4:23,62 Minuten vor Lotte Seiler, die die letzten beiden Jahre vorne gelegen ist (4:26,35), und Tabea Schmid (4:26,87), klagte danach aber über die Bedingungen: „Der Wind war fürchterlich, das hat keinen Spaß gemacht!“

Tags darauf war es über 800 Meter angenehmer: „Mit zwei Goldmedaillen nach Hause fahren zu dürfen, ist schon cool!“

Autor: Thomas Kofler
Quelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband
Bilder: © ÖLV / @amri.sports

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