Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter


Mohamed Attaoui ist den großen Ankündigungen, beim Hallenmeeting von Madrid den Weltrekord im 1.000m-Lauf anzugreifen, nur teilweise gerecht geworden. Der Spanier übernahm jedoch den Europarekord. Beim zweiten Meeting der World Athletics Indoor Tour Gold am vergangenen Wochenende, am Sonntag in Karlsruhe, glänzte Georgia Hunter Bell mit einer Weltjahresbestleistung.
„Ich bereue es, den Weltrekord offiziell ausgerufen zu haben“, sagte Mohamed Attaoui am Freitagabend nach seinem Sieg beim 1.000m-Lauf im Rahmen des World Athletics Indoor Tour Gold-Meetings in Madrid. „Denn das hat eine enorme Nervosität bei mir ausgelöst. Aber ich wusste halt auch, dass das viele Zuschauer in die Halle bringt, die mich gemeinsam an mein Limit puschen können.“ Am Ende konnte der Spanier mit seiner Leistung von 2:14,52 Minuten gut leben.
Noch bis zur Zwischenzeit bei 800 Metern lag der 24-Jährige, gepact vom Polen Filip Ostrovski auf Kurs Weltrekord, in der Schlussphase gingen die entscheidenden Zehntelsekunden verloren. Allerdings sagte der Olympia-Fünfte von Paris 2024 im 800m-Lauf in spanischen Medien, er wäre gerne einen Tick schneller gewesen bei der 800m-Zwischenzeit.
0,32 Sekunden fehlten letztendlich auf die Weltrekordmarke von Ayanleh Souleiman aus dem Jahr 2016. Dafür löschte der in Marokko geborene und seit dem Alter von sechs Jahren in Spanien lebende Athlet den 26 Jahre alten Europarekord der 800m-Legende Wilson Kipketer aus und unterbot dessen Bestzeit um 0,44 Sekunden. „Der 1.000m-Lauf ist schon seit meiner Kindheit meine Lieblingsdisziplin“, stellte er gegenüber der spanischen Sportzeitung „Marca“ klar.
Im 1.500m-Lauf glänzte Nadia Battocletti bei ihrem Einstieg in die Hallensaison, die sie mit der erstmaligen Teilnahme an den Hallen-Weltmeisterschaften krönen möchte. Auf der aus ihrer Sicht Unterdistanz egalisierte die 25-Jährige den italienischen Hallenrekord von Marta Zenoni auf die Hundertstelsekunde genau in einer Zeit von 4:03,59 Minuten. Damit ließ sie Äthiopiens Talent Saron Berhe hinter sich und musste sich lediglich deren Landsfau Birke Haylom, 19 Jahre jung, geschlagen geben, die eine Zeit von 4:02,37 Minuten erreichte.
Im 800m-Lauf der Frauen feierte Audrey Werro einen bemerkenswerten Sieg. Sie setzte sich im direkten Duell knapp gegen die äthiopische Hallen-WM-Silbermedaillengewinnerin von Nanjing 2025 durch und erreichte eine Zeit von 2:00,68 Minuten. Da aber das Rennen nicht superschnell war, kam es zur Kuriosität, dass B-Laufsiegerin Rocio Arroyo die schnellste 800m-Zeit des Abends markierte. Die 22-jährige U23-EM-Silbermedaillengewinnerin erzielte eine Zeit von 1:59,97 Minuten und liegt nun auf Platz zwei der ewigen spanischen Bestenliste in der Halle hinter Mayte Martinez.
Beim INIT Meeting in der Europahalle von Karlsruhe, der fünften Station der World Athletics Indoor Tour Gold dieser Saison, bestaunten knapp 4.000 Zuschauer:innen am Sonntagnachmittag unter anderem den starken Auftritt von Georgia Hunter Bell im 1.500m-Lauf. Die Olympia-Medaillengewinnerin lief eine Zeit von 4:00,04 Minuten und verwies Madrid-Siegerin Birke Haylom auf den zweiten Platz. „Ich wollte die Weltjahresbestleistung, den Sieg und eine sub-4-Zeit. Immerhin: zwei von drei“, kommentierte die 32-Jährige. Besonders herausragend an ihrer Leistung war die Schlussrunde in einer Teilzeit von 28,82 Sekunden.
Hallen-Europameisterin Agathe Guillemot verbesserte als Dritte ihren französischen Hallenrekord um über zwei Sekunden auf eine Zeit von 4:02,12 Minuten. „Diese ganzen Rekorde zu brechen, das tut wirklich gut. Ich fühle mich in Topform“, sagte die 26-Jährige in der französischen Sportzeitung „L’Equipe“. Die Deutschen Nele Weßel und 800m-Spezialistin Majtie Kolberg freuten sich über eine persönliche Bestleistung. Der Sieg im 3.000m-Lauf der Frauen ging an Gabriela DeBues-Stafford aus Kanada in einer Zeit von 8:35,94 Minuten. Sie verwies die US-Amerikanerin Elise Cranny und die Äthiopierin Yenawa Nbret auf die weiteren Plätze.
Der Franzose Azzedine Habz gewann den 1.500m-Lauf der Männer in einer Zeit von 3:33,36 Minuten vor dem Italiener Federico Riva, der seinen italienischen Hallenrekord auf eine Zeit von 3:33,94 Minuten verbesserte. „Perfekter Saisoneinstieg! Davon hab ich geträumt“, wurde der 25-Jährige auf der Website des italienischen Leichtathletik-Verbandes (FIDAL) zitiert.
Im 800m-Lauf überzeugte der 21-jährige Deutsche Alexander Stepanov mit einer Siegerzeit von 1:46,17 Minuten, eine neue Hallen-Bestleistung. „Ich glaube, es war einer der besten Wettkämpfe, die ich je gemacht habe“, strahlte der junge Mittelstreckenläufer nachher. Damit setzte sich der Lokalmatador deutlich vor den Kenianern Wyclife Kinyamal und Nicholas Kebenei durch.
Der Sieg im 3.000m-Lauf ging an den Holländer Stefan Nillessen, der sich in einer Zeit von 7:38,48 Minuten knapp vor dem Kenianer Jacob Krop und dem Uruguayer Valentin Soca, zwei Tage zuvor in Madrid Zweiter über 3.000m, durchsetzte. Bester Deutscher war Florian Bremm auf Platz fünf.
Das norwegische Lauftalent Hakon Moe Berg hat den Meetingrekord des amtierenden Weltmeisters im 1.500m-Lauf, Isaac Nader, beim Sparkassen Indoor Meeting in Dortmund, einem Meeting der Indoor Tour Bronze, unterboten. Der zweifache Junioren-Europameister gewann den 1.500m-Wettkampf, den er in beeindruckender Art und Weise dominierte, in einer starken Zeit von 3:34,02 Minuten. Mit über vier Sekunden Rückstand auf den Sieger wurde der Deutsche Marius Probst Zweiter vor Elliot Vermeulen aus Belgien.
Einen weiteren Meetingrekord schaffte Maciej Wyderka im 800m-Lauf in einer Zeit von 1:45,81 Minuten, der Deutsche Malik Skupin-Alfa lief mit einer persönlichen Bestzeit von 1:45,95 Minuten auf den zweiten Platz. Der Sieg im 800m-Lauf der Frauen ging an Lena Kandissounon aus Frankreich in einer Zeit von 2:02,34 Minuten. Die Deutsche Tanja Spill hatte als Zweite exakt eine Sekunde Rückstand.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © Pexels / Pixabay