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Der Halbmarathonlauf in Europa befindet sich seit gestern in einer neuen Epoche. Andreas Almgren, vor eineinhalb Monaten WM-Bronzemedaillengewinner im 10.000m-Lauf, verbesserte beim Valencia Halbmarathon, in seinem erst zweiten Wettkampf über diese Distanz den Europarekord des Schweizers Julien Wanders um über eine halbe Minute und stellte ihn deutlich unter 59 Minuten. Es ist eine historische Marke an einem Tag, der um ein Haar noch schrillere Schlagzeilen geschrieben hätte.
Gerade einmal 39 Sekunden fehlten Andreas Almgren gestern beim Valencia Halbmarathon auf Sieger Yomif Kejelcha. Und der ist eine echte Nummer im Halbmarathon, der zweitschnellste Halbmarathonläufer der Geschichte und keinesfalls schwächer einzuschätzen, seitdem er mit Ende der Sommersaison 2025 beschlossen hat, die Bahn zu verlassen, um sich voll auf die Straße zu konzentrieren.
Der 28-Jährige gewann also gestern und wiederholte damit seinen Vorjahressieg, als er einen Weltrekord aufgestellt hat, der mittlerweile von Jacob Kiplimo verbessert wurde. Auch 2019 hat Kejelcha schon in Valencia gewonnen. Gestern reichte dem Äthiopier bei nicht ganz einfachen Bedingungen eine Zeit von 58:02 Minuten für einen klaren Erfolg. Der in Spanien lebende Rodrigue Kwizera aus Burundi und Brian Kibor aus Kenia komplettierten das Stockerl, aber schon wenige Augenblicke später stand der Europarekord von Almgren fest – und damit die Schlagzeile des Männerrennens.
Platz vier in einer Zeit von 58:41 Minuten, 42 Sekunden schneller als seine bisherige persönliche Bestleistung, 32 Sekunden unter dem Europarekord. Er kam mit Ansage, die Leistungen zuletzt waren entsprechend hochklassig, nicht nur bei den Weltmeisterschaften von Tokio, sondern auch bei Europarekorden im 10km-Lauf zu Jahresbeginn ebenfalls in Valencia oder im 5.000m-Lauf im Sommer in Stockholm. Außerdem äußerte sich der Skandinavier im Vorfeld des Rennens öffentlich, dass er in deutlich besserer Verfassung als bei seinem bisher schnellsten Halbmarathon vor eineinhalb Jahren in Barcelona wäre.
Er lieferte den Beweis dafür! „Ich bin überglücklich, mit dem, was ich heute geschafft habe. Denn der Wind hat ordentlich geblasen und ich bin dennoch eine halbe Minute unter dem Europarekord geblieben. Das zeigt, in welcher Superform ich bin“, sagte der 30-Jährige im schwedischen Fernsehen (SVT). Dass noch Potenzial vorhanden sein könnte, zeigt auch die Tatsache, dass es erst Almgrens zweiter Halbmarathon war.
Einen zweiten Landesrekord im Spitzenfeld gab es direkt hinter Almgren. Adriaan Wildschutt blieb als Fünfter in einer Zeit von 59:13 Minuten – damit exakt die alte Europarekordzeit – 23 Sekunden unter dem südafrikanischen Rekord von Stephen Mokoka.

Im Rennen der Frauen lag ein neuer Weltrekord in der Luft. Zur Disposition stand die Leistung von Letesenbet Gidey aus dem Jahr 2021, die damals in Valencia mit einer Zeit von 1:02:52 Stunden gewonnen hat. Ihr bis dato am nächsten gekommen ist Agnes Ngetich bei ihrem Vorjahressieg in 1:03:04 Stunden.
Die 24-jährige Kenianerin lancierte in diesem Jahr einen neuen Versuch und lag mit Fabel-Kilometersplits nach dem Start und einer Zwischenzeit von 29:28 Minuten bei Kilometer zehn klar auf Kurs Weltrekord. Doch der Gegenwind bei warmen Temperaturen von fast 20°C. erschwerte die Ambition auf der zweiten Streckenhälfte merklich und die Kilometersplits rutschten über drei Minuten. Am Ende fehlten 16 Sekunden, die Zeit von 1:03:08 Stunden ist die drittschnellste Halbmarathonzeit der Geschichte. Damit wurden die fünf schnellsten Marathonzeiten der Geschichte auf der Strecke des Valencia Halbmarathon erzielt.
Ngetich dominierte den Wettkampf und verwies die Äthiopierin Fotyen Tesfaye, die wie Ngetich zwei der Top-Sechs-Halbmarathonzeiten der Geschichte hält, um sage und schreibe zwei Minuten auf den zweiten Platz. Die 27-jährige Veronic Loleo aus Kenia, die ihren „Hausrekord“ um knapp eine Minute steigerte, komplettierte das Stockerl.

Das europäische Topresultat bei den Frauen erzielte Klara Lukan. Die 25-jährige Slowenin schnappte sich in einer Zeit von 1:08:04 Stunden den 21 Jahre alten Landesrekord von Helena Javornik um fast eineinhalb Minuten. Im Wettkampf belegte sie Platz sieben direkt hinter der starken US-Amerikanerin Emma Hurley. Einen weiteren Landesrekord schaffte Alessia Zarbo, die in 1:08:20 Stunden den 15 Jahre alten französischen Halbmarathonrekord von Christelle Daunay steigerte. Über 26.000 Läufer:innen erreichten das Ziel des Valencia Halbmarathon.
🇮🇹 Über 20.500 Laufbegeisterte beteiligten sich am vergangenen Sonntag an der 39. Auflage des Venedig Marathon, davon absolvierte gut ein Viertel die Marathon-Distanz. Der Sieg ging an den äthiopischen Routinier Deribe Robi, der bereits neunmal einen Marathon in unter 2:08:30 Stunden absolviert hat. Der 35-Jährige erreichte das Ziel in der Lagunenstadt in einer Zeit von 2:08:58 Stunden. Siegerin bei den Frauen war seine Landsfrau Ashumar Zebenay in einer Zeit von 2:27:31 Stunden und mit ebenfalls großem Vorsprung.
🇨🇭 Auch die 32. Auflage des Lausanne Marathon feierte mit über 14.000 Anmeldungen einen neuen Teilnahmerekord und war bereits frühzeitig ausgebucht. Die Marathonsiege gingen an den Schweizer Jasper McDowell (2:24:12) und die Kenianerin Mercyline Cherono (2:48:19).
Autor: Thomas Kofler
Bilder: © Valencia Halbmarathon / Kike Taberner