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18 Läuferinnen waren bereits im Ziel, dann schlug das alpenländische Läuferherz einmal kurz besonders laut. Gemeinsam erreichten Simona Aebersold aus der Schweiz und die Österreicherin Cordula Lassacher das Ziel nach 32:51 Minuten – beide mit neuer persönlicher Bestleistung. An der Spitze glänzten afrikanische und europäische Kolleginnen und Kollegen. Megan Keith besiegte im direkten Duell Eilish McColgan und nahm ihr den Europarekord weg. Dasselbe Schicksal ereilte Andreas Almgren mit dem neuen Europarekordhalter Yann Schrub.
„Hello sub 33 Club“, begrüßte Cordula Lassacher (ATUS Knittelfeld) auf Social Media die neue Dimension, die sie mit ihrem Auftritt in Castellon erreicht hat. Gleich um 31 Sekunden verbesserte sich die 22-Jährige im ersten 10km-Lauf als Zugehörige der Allgemeinen Klasse im Vergleich zu ihrem im letzten Jahr in Berlin aufgestellten, nationalen U23-Rekord und unterbot die Marke von 33 Minuten als erst dritte Österreicherin nach Julia Mayer und Rekordhalterin Carina Reicht. Lassacher hat ihre Saison mit einem mehrwöchigen Trainingslager zum Jahreswechsel in Monte Gordo im Süden Portugals vorbereitet und bestreitet als nächsten Wettkampf den 15km-Lauf im Rahmen des VCM Winterlaufs am 8. März.
An der Spitze des Rennens dominierten die Afrikanerinnen. Caroline Gitonga aus Kenia siegte in einer starken Zeit von 29:34 Minuten. Kaum weniger gut: Ihre Landsfrau Nelvin Jepkemboi in 29:45 Minuten und die Äthiopierin Chaltu Dida in 29:50 Minuten. Alle drei freuten sich über persönliche Bestleistungen, die 29-jährige Siegerin liegt nun auf Position neun der ewigen Weltbestenliste.
Dahinter brillierte Megan Keith mit einem neuen Europarekord in 30:07 Minuten. Die 22-Jährige unterbot die bisherige Kontinentalbestleistung von Eilish McColgan um eine Sekunde. Die Engländerin verwies im direkten Duell nicht nur ihre Landsfrau, sondern mit Jana van Lent auch eine weitere ehemalige Europarekordhalterin auf Positionen hinter sich.
Keith startete mit Entschlossenheit in den Wettkampf und lag zur Halbzeit noch auf Kurs einer Endzeit unter 30 Minuten, was noch keiner europäischen Läuferin je gelungen ist. Auch nicht Lonah Chemtai Salpeter bei ihrem aufgrund einer fehlenden Dopingprobe nicht anerkannten Europarekord aus dem Jahr 2019.
Die 22-Jährige gewann die Bronzemedaille im 10.000m-Lauf bei den Europameisterschaften 2024 in Rom und U23-EM-Gold im 5.000m-Lauf im Jahr 2023. Ihre größten Auftritte hatte die Schottin, die aus dem Orientierungslauf kommt, bisher aber im Crosslauf. Bei den Crosslauf-Europameisterschaften 2025 musste sie sich nur der überlegenen Nadia Battocletti geschlagen geben, in den Altersklassen U20 und U23 gelangen jeweils eine Goldmedaille in den Jahren 2021 und 2023. In drei Wochen wird Keith, Studentin der Sportwissenschaft an der University of Edinburgh, in New York ihren ersten Halbmarathon laufen.
Keiths Vorgängerin McColgan lief ebenfalls in Castellon und kam nach 30:36 Minuten auf Position sechs ins Ziel. Zum fünften Mal blieb die routinierte Schottin in einem 10km-Lauf unter 31 Minuten. Sie befindet sich in Vorbereitung des London Marathon. Jana van Lent, zu Jahresbeginn für eine Woche Europarekordhalterin, wurde in 30:50 Minuten als drittbeste Europäerin Achte. Es war der zweitschnellste 10km-Lauf in der Karriere der 24-Jährigen.
Wie Eilish McColgan hat auch der Schwede Andreas Almgren den Europarekord im 10km-Lauf erst am zweiten Wochenende des Jahres in Valencia aufgestellt und ist ihn nun los. Yann Schrub, ehemaliger Crosslauf-Europameister, lief in Castellon um zwei Sekunden schneller – und zwar eine Zeit von 26:43 Minuten. Damit liegt der 29-jährige Franzose nun auf Rang sechs der ewigen Weltbestenliste, direkt hinter dem 20-jährigen Harbert Kibet aus Uganda, der den Wettkampf in Castellon in 26:39 Minuten sensationell gewann und nur um eine Sekunde an dem ugandischen Landesrekord des großen Joshua Cheptegei vorbeischrammte. Es war die mit Abstand wertvollste Wettkampfleistung Kibets in dessen noch junger Karriere und seine Premiere auf dieser Distanz.
„Ich habe auf den französischen Rekord gehofft (Eténne Daguinos, 27:04), an den Europarekord hab ich gar nicht gedacht. Es ist eine Überraschung!“, wird der 10km-Europameister auf der Website des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (European Athletics) zitiert. Dass der 29-Jährige in Form ist, zeigte er bereits mit einem französischen Hallenrekord im 3.000m-Lauf vor zwei Wochen.
Eigentlich hätte Andreas Almgren gerne seinen eigenen Rekord unterboten, er stellte als Dritter in 26:45 Minuten seine eigene Bestleistung ein. Eine weitere europäische Topleistung lieferte der erst 17 Jahre alte Landsmann Almgrens, Sebastian Lörstrand, ab, der mit einer Zeit von 28:21 Minuten nun hinter Jakob Ingebrigtsen Zweiter in der europäischen U20-Bestenliste ist. Tim Verbaandert egalisierte in 27:39 Minuten den holländischen Landesrekord.
Beim Napoli City Halbmarathon war Lokalmatador Yemaneberhan Crippa der große Star. Dem Italiener, 2024 Europameister in dieser Disziplin, gelang wieder einmal ein starker Wettkampf-Auftritt. Mit einer Zeit von 59:01 Minuten verbesserte er seinen vor vier Jahren auf derselben Strecke aufgestellten italienischen Halbmarathonrekord um 25 Sekunden und setzte sich auf Platz zwei der europäischen Bestenliste hinter Andreas Almgren.
Crippa wurde an der Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea geboren. Beide Elternteile starben im Bürgerkrieg, ein italienisches Paar adoptierte die fünf Kinder der Familie aus einem Waisenhaus in Addis Abeba und zog mit ihnen in die norditalienischen Berge.
Der Italiener hat zu Beginn der Wettkampfsaison 2025 einen lukrativen Vertrag mit der Schweizer Sportmarke On unterschrieben. „Ich bin gespannt, was wir gemeinsam erreichen. On ist eine innovative und zukunftsdenkende Marke, die es wirklich versteht, Athleten zu unterstützen“, sagte er bei der offiziellen Bekanntgabe. Mit den Möglichkeiten, dem Umfeld und der Expertise des On-Teams wollte Crippa einen Schritt näher an die Marathon-Europaspitze rücken. Denn trotz eines ehemaligen italienischen Marathonrekordes in 2:06:06 Stunden in Sevilla 2024 ist dem starken 10km- und Halbmarathonläufer der Wechsel in den Marathon bisher nicht wie erwartet gelungen. 2025 verlief schlecht: In London und bei der WM in Tokio musste er aufgeben, in Valencia reichte es nur zu einer Zeit von 2:10:59 Stunden. Vielleicht ist die Halbmarathon-Topleistung von Neapel ein Zeichen, dass sich die Dinge gedreht haben.
Im Kampf um den Sieg hängte Crippa auf den letzten Kilometer den Andrea Kiptoo ab und kreuzte wie schon vor vier Jahren als Erster die Ziellinie. „Ich bin wirklich glücklich. Ein neuer italienischer Rekord war einer meiner wichtigsten Träume in letzter Zeit. Ich bin sehr froh, dass ich ihn hier vor diesen fantastischen Zuschauern erreicht habe. Alles hat perfekt funktioniert und auch die Bedingungen waren ideal“, wird der 29-Jährige auf der Website des Italienischen Leichtathletik-Verbandes zitiert. Die eine Sekunde, um unter die 59 Sekunden zu kommen, würde er im nächsten Jahr nachholen, fuhr er fort. „Es ist nur der Beginn der neuen Saison. Ich muss nun mit beiden Füßen am Boden bleiben und konzentriert an meinen nächsten Zielen arbeiten.“
Hinter Kiptoo, der mit einer Bestzeit um zwei Minuten in 59:27 Minuten Zweiter wurde, und dessen Landsmann Owen Korir (59:42) wurde Pietro Riva als zweitbester Italiener Vierter. Riva war 2024 bei der EM in Rom hinter Crippa der Silbermedaillengewinner und hatte das Wettkampfjahr 2025 mit einer Verletzung komplett verpasst. Rund 10.000 Teilnehmer*innen nahmen beim Halbmarathon in der Vesuv-Metropole teil. Siegerin bei den Frauen war die Kenianerin Lucy Ndabuki in 68:48 Minuten. Für die Leistung des Tages sorgte allerdings die finnische Berglauf-Spezialistin und ehemalige Nordische Kombiniererin Susanna Saapunki, die mit einer deutlichen persönlichen Bestleistung von 1:10:35 Stunden als Dritte ins Ziel kam. Im September noch hat Saapunki die Silbermedaille im Uphill-Bewerb der WMTRC 2025 gewonnen.
🇯🇵 Ibrahim Hassan und Mare Dibaba haben den Osaka Marathon 2026 in neuer Streckenrekordzeit gewonnen. Der 28-Jährige verbesserte seinen Landesrekord für Dschibuti um knapp eine Minute auf eine Zeit von 2:05:20 Stunden und ließ den Äthiopier Yihunilign Adane und Ezra Tanui aus Kenia hinter sich, die ebenfalls unter 2:06 Stunden blieben.
Lange Zeit führte der übermütige japanische Debütant Hibiki Yoshida, der im Finale aber viel Zeit verlor und mit einer Endzeit von 2:09:35 Stunden für seine Risikostrategie mit Position 34 bestraft wurde. Bester Europäer wurde der Schwede Samuel Tsegay, der in einer persönlichen Bestleistung von 2:06:51 Stunden Elfter wurde. Eine Überraschung schaffte der beinahe unbekannte und in Japan lebende US-Amerikaner Ethan Shuley in einer Zeit von 2:07:14 Stunden auf Platz 14, Rang sechs in der US-Bestenliste. Unfassbare 21 Läufer blieben unter 2:08 Stunden, 37 unter 2:10 Stunden.
Bei den Frauen feierte die Äthiopierin, Weltmeisterin von 2015 und Olympia-Dritte 2016, ihren ersten Marathonsieg seit zwei Jahren. Die 36-Jährige siegte in einer Zeit von 2:21:44 Stunden vor Esther Chemtai aus Kenia (2:22:04) und Rose Chelimo aus dem Bahrain (2:22:52), ebenfalls eine ehemalige Weltmeisterin im Marathon. Es war die sechstschnellste Marathonleistung in der Karriere von Dibaba, die beste seit über drei Jahren.
🇰🇷 Gleich einen Sieg bei ihrem Marathon-Debüt feierte die Kenianerin Lilian Rengeruk, eine zweifache Crosslauf-WM-Medaillengewinnerin und Silbermedaillengewinnerin bei der Straßenlauf-WM 2023 im 5km-Lauf. Die Kenianerin hatte vor ihrer Premiere auf der Traditionsdistanz zwei ihrer drei Halbmarathons gewonnen, jeweils 2025 in Prag und Neu Delhi. Die 28-Jährige überquerte beim Daegu Marathon in Südkorea die Ziellinie in einer Zeit von 2:19:33 Stunden und ließ sich auch von einem Sturz auf der Zielgerade nicht aufhalten.
Die favorisierte Äthiopierin Meseret Belete, Siegerin im letzten Jahr, musste sich in 2:19:52 Stunden mit Platz zwei zufrieden geben, Dritte wurde die Kenianerin Evaline Chirchir in 2:20:42 Stunden. Der Sieg im Männerrennen ging an Gabriel Geay, der eine enge Entscheidung in einer Zeit von 2:08:09 Stunden im Endspurt mit Chimdesa Gudeta aus Äthiopien gewann. Geays Landsmann Josphat Gisemo wurde in 2:08:17 Stunden Dritter. Der Veranstalter schrieb von 41.000 Teilnehmer:innen.