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Ex-VCM-Sieger Samson Kandie ermordet

Der ehemalige kenianische Topläufer Samson Kandie ist in seiner Heimat Kenia einem brutalen Überfall zum Opfer gefallen. Der kenianische Laufsport trauert auch um zwei junge Athleten.
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Der kenianische Laufsport ist um drei Kapitel tragischer und letaler Nachrichten reicher. Nur wenige Wochen nach dem Mord an der ugandischen Topläuferin Rebecca Cheptegei in Kenia erreichte die globale Laufszene am vergangenen Freitag die Nachricht des Raubmords an Samson Kandie. Der ehemalige Weltklasseläufer hat als Sieger des Vienna City Marathon 2024 seine Spuren in der österreichischen Laufszene hinterlassen. Seine Ermordung bildete den Auftakt eines fatalen Wochenendes für den kenianischen Laufsport.

„Das VCM-Team hält Samson Kandie in bester Erinnerung. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie. Ruhe in Frieden!“, schrieb der Vienna City Marathon auf seiner Website. Die Bedeutung des sportlichen Moments vor 20 Jahren war eine hohe. In einer Zeit von 2:08:53 Stunden überquerte der Kenianer damals die Ziellinie am Heldenplatz, seinerseits Streckenrekord. In Erinnerung an diesen Triumph taufte Kandie seine neun Tage später geborene Tochter „Vienna“.

Brutaler Überfall

Samson Kandie ist wohl einem Raubmord zum Opfer gefallen. Das geht aus den kenianischen Medienberichten hervor. Das Medium „Pulse Sports“ schildert unter Berufung auf Vienna Kandie, dass ihre Mutter sich Sorgen aufgrund der ungewöhnlichen Abwesenheit ihres Mannes gemacht habe, der ihr davor am Telefon gesagt habe, er sei auf dem Heimweg. Als bei einem weiteren Anruf eine fremde Stimme ans Telefon ging und Kandies Aufenthalt hinter seinem Haus verriet, eilten beide sofort hin und fanden den 53-Jährigen gefesselt und schwer verletzt.

Die Einlieferung ins Krankenhaus von Eldoret konnte sein Leben nicht mehr retten, die Verletzungen waren zu schwer. Laut Angaben der kenianischen Polizei könnte Kandie vor seinem Haus von den mutmaßlichen Tätern aufgelauert und brutal attackiert worden sein. Gestohlen wurde anscheinend nichts, außer das Handy.

Samson Kandie

Um die Jahrtausendwende war Samson Kandie ein internationaler Topläufer. Er nahm für Kenia an den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton Teil und lief beim Berlin Marathon zweimal als Dritter ins Ziel (1998, 1999). Vor dem Vienna City Marathon feierte er Siege beim San Sebastian Marathon 2001 und beim Marathon in Sapporo 2002.

Zwei junge Athleten verstorben

Der kenianische Sport ist nicht nur aufgrund des brutalen Mords an Samson Kandie in tiefer Trauer, sondern hat am vergangenen Wochenende zwei weitere, junge Mitglieder des kenianischen Laufsports verloren. Kipyegon Bett ist am Sonntag in einem Krankenhaus in Bomet County an plötzlichem Organversagen verstorben, wie die kenianische Tageszeitung „Daily Nation“ auf ihrer Website unter Berufung auf Betts Schwester Purity Kirui, ebenfalls eine international erfolgreiche Läuferin, berichtete. Sie sagte, ihr Bruder habe sich seit einem Monat schlecht gefühlt und sei deswegen zu genaueren Tests im Krankenhaus behandelt worden, wo Leberprobleme festgestellt wurden. Er wurde nur 26 Jahre alt.

Bett war 2016 Junioren-Weltmeister im 800m-Lauf. 2017 gewann er bei den Weltmeisterschaften in London im Alter von 19 Jahren hinter dem Franzosen Pierre Ambroise Bosse und dem Polen Adam Kszczot die WM-Bronzemedaille und galt als neue kenianische Hoffnung im Mittelstreckenlauf. Beim ISTAF in Berlin 2016 blieb er unter 1:44 Minuten.

Auf Abwegen nach der Dopingsperre

Seine Karriere endete mit einer vierjährigen Dopingsperre aufgrund von EPO-Missbrauch einm Jahr später, er selbst bestritt aber stets, gedopt zu haben. Wie die BBC unter Berufung auf Purity Kirui auf ihrer Website schrieb, hatte die Dopingsperre negative Auswirkungen auf Betts Leben. Er habe zu viel getrunken und sei in eine Depression verfallen, der Versuch eine Rückkehr zum Sport misslang.

Wie am heutigen Montag bekannt wurde, ist der leblose Körper des 32-jährigen Clement Kemboi in Iten aufgefunden worden. Laut „Pulse Sports“ hat sich der junge Mann erhängt.

Kemboi war 2015 Goldmedaillengewinner bei den All African Games und lief 2016 in Doha seine Hindernislauf-Bestleistung von 8:10,65 Minuten – ab 2018 ist er nicht mehr international gestartet.

Autor: RunUp.eu
Quelle: Vienna City Marathon
Bild: © VCM / ActionPhoto

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