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Frankfurt Marathon verspricht „homogenes Elitefeld“

Wer die Startliste zum Frankfurt Marathon der Herren auf die nackten Namen reduziert, mag angesichts der grandiosen Siegerliste der letzten Jahre nicht unbedingt abheben. Immerhin zieren die Siegerfotos der ehemaligen Weltrekordläufer Wilson Kipsang (zweimal) und Patrick Makau die jüngere Geschichte…

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Wer die Startliste zum Frankfurt Marathon der Herren auf die nackten Namen reduziert, mag angesichts der grandiosen Siegerliste der letzten Jahre nicht unbedingt abheben. Immerhin zieren die Siegerfotos der ehemaligen Weltrekordläufer Wilson Kipsang (zweimal) und Patrick Makau die jüngere Geschichte der Veranstaltung. Angesichts des merklich immer intensiver werdenden Fokus auf die World Marathon Majors, mit denen der Frankfurt Marathon nicht nur auf internationaler Ebene (Chicago, New York), sondern auch auf nationaler Ebene (Berlin) direkt in Konkurrenz steht, ist die Zusammenstellung eines Elitefeldes Jahr für Jahr eine große Herausforderung. Schließlich will sich der Marathon in der deutschen Finanzmetropole als Premium-Event definieren. Und hat dies in den letzten Jahren ausdrücklich in aller Regelmäßigkeit geschafft.

© Frankfurt Marathon / Photorun / Victah Sailer
© Frankfurt Marathon / Photorun / Victah Sailer
 

Homogenes Elitefeld

Homogenes Elitefeld, interessante Zweikämpfe, zahlreiche persönliche Bestleistungen. Das ist der proklamierte Frankfurter Weg. „Unsere Rennen bei den Männern und Frauen sind grundsätzlich anders, kreativer angelegt. In Frankfurt wird in jedem Jahr Weltklasse-Laufsport geboten, stets gewürzt mit einigen überraschenden Leistungen von Topathleten“, erklärt Renndirektor Jo Schindler. „Unsere Philosophie ist, dass wir versuchen, ein ausgeglichenes und spannendes Rennen zu organisieren, ja ein Stück weit zu inszenieren. Wir bringen immer auch jüngere, vielversprechende Athleten an den Start.“ Dabei stützt sich die strategische Ausrichtung in der Zusammenstellung des Elitefelds auf den guten Ruf, den der Frankfurt Marathon auf dem internationalen Parkett genießt. Nicht nur wegen der höhepunktreichen Geschichte und der schnellen Strecke.

Vorbild Amsterdam

Die Vorstellungen, die der Frankfurt Marathon hegt, hat ein Event vor kurzem optimal umgesetzt, der mit dem Frankfurt Marathon – wenn man nur die Teilnehmer im Marathon vergleicht – auf einer Wellenlänge surft, nämlich knapp hinter den World Marathon Majors. Es wäre degradierend, Veranstaltungen wie diese als „best of the rest“ zu bezeichnen. Allerdings entsteht genau dieser Eindruck, wenn man die Wettkampf-Wahl der Weltklasseathleten beobachten. In einem Olympischen Jahr ist dies ohnehin noch einmal eine Stufe schwierig. „Wir setzen nicht wie andere Marathons mit größerem Budget auf eine kleine Anzahl auf Stars. Uns ist es wichtig, dass die verpflichteten Athleten in uns bekannten Camps unter guten Trainern trainieren. ,Ich bin in Topform’ sagen alle, wenn man sie fragt. Für uns gilt aber in Zusammenarbeit mit seriös arbeitenden Athletenmanagern Details über den Formaufbau herauszufinden“, schildert der sportliche Leiter, Christoph Kopp.
In Amsterdam gelang heuer genau das homogene Rennen mit interessanten Zweikämpfen und überraschenden Elementen, wie es sich der Frankfurt Marathon auch vorstellt. Mit Sammy Kitwara hatten die Holländer einen großen Namen verpflichtet, dazu zahlreiche vielversprechende und auch junge Athleten, denen eine optimale Bühne geboten wurde, um ihr auf Unterdistanzen bereits nachgewiesenes Potenzial voll abzurufen. Für das überraschende Element sorgte Sieger Daniel Wanjiru. In Frankfurt ist Tadese Tola der Star.

Tola von zwei Paris-Siegern herausgefordert
© Frankfurt Marathon
© Frankfurt Marathon
Der Äthiopier lief 2013 eine persönliche Bestleistung von 2:04:49 Stunden und gewann einige Monate später WM-Bronze in Moskau. Zuletzt lief es allerdings nicht nach Plan. Seit zweieinhalb Jahren ist der 29-Jährige nicht mehr unter 2:10 Stunden gelaufen, auch aus gesundheitlichen Gründen. Dass der Äthiopier aber wieder Richtung seines alten Leistungsvermögens strebt, zeigt der Sieg beim Halbmarathon in der Anden-Höhe von Bogotà im Sommer. Der Äthiopier will für den erst dritten äthiopischen Sieg bei 34 Austragungen sorgen, nachdem sein Landsmann Sisay Lemma im Vorjahr die 13-jährige Siegesserie der Kenianer beendet hat.
Hinter Tola stellen sich zwei Kenianer mit der Ambition auf, in Frankfurt ihren zweiten großen Sieg zu feiern. Denn Mark Korir (2015) und Cyprian Kotut (2016) haben ihren Premieren-Erfolg auf der großen Marathon-Bühne bereits in Paris gefeiert. Korir durfte anschließend sogar an Weltmeisterschaften teilnehmen, was in Kenia insbesondere ein Privileg ist, wenn auch zwei Weltrekordläufer im Aufgebot sind. „Allen, die nach der missglückten WM in Peking Zweifel an mir haben, möchte ich in Frankfurt zeigen, welches Potenzial ich habe und dass ich große Marathons gewinnen kann“, gibt sich Mark Korir gegenüber der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua angriffslustig.
Bleibt – um im Bild des vorbildlichen Amsterdam Marathons zu bleiben – die Frage nach dem möglichen Überraschungstäter. Leonard Langat, ebenfalls aus Kenia, hat das optimale Profil: mit 26 Jahren verhältnismäßig jung, aber kein unreifer Läufer, eine schnelle Halbmarathonzeit (59:18 Minuten, Rom-Ostia 2016) und eine Marathon-Bestleistung, die verbesserungswürdig ist. Beim bisher einzigen Auftritt über die 42,195 Kilometer lief Langat in Rom 2014 eine Zeit von über 2:14 Stunden. Oder Birhanu Addisse aus Äthiopien, ebenfalls bei seinem zweiten Marathon, ebenfalls debütiert in der Ewigen Stadt. Dort lief er heuer in einer Zeit von 2:09:27 Stunden auf den zweiten Platz. Neben Tadese Tola ist übrigens ein weiterer WM-Medaillengewinner am Start, Moses Masai aus Kenia. Im Marathon ist der 30-Jährige bis dato weniger aufgefallen. Seine Sternstunde schlug 2009 im Berliner Olympiastadion, als er WM-Bronze im 10.000m-Lauf gewann.

Kampf um den deutschen Meistertitel

Natürlich dürfen beim Frankfurt Marathon auch europäische Läufer nicht fehlen. Mit dabei sind Weldu Negash, ein Norweger mit eritreischen Wurzeln, der in Rotterdam 2014 bereits unter 2:10 Stunden gelaufen ist (damals noch als Eritreer), Koen Naert aus Belgien und der Schweizer Julien Lyon, der zuletzt beim Berlin Marathon nach beachtlichen Zwischenzeiten ausstieg. Im Rahmen des Frankfurt Marathon finden wie im vergangenen Jahr auch die Deutschen Meisterschaften statt. In Abwesenheit von Arne Gabius, der im Vorjahr einen deutschen Rekord lief, ist der in Deutschland lebende Äthiopier Mitku Seboka wohl der aussichtsreichste Kandidat. Überraschend ist nur fünf Wochen nach dem Berlin Marathon auf Steffen Uliczka in der Startliste aufgelistet.
Hier finden sie die RunAustria-Vorschau auf das Damen-Rennen
Frankfurt Marathon

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