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„Es ist das erste Mal, dass der Weltjahresschnellste zum Hamburg Marathon kommt. Wir sind sehr stolz, ihn hier begrüßen zu dürfen“, strahlt Renndirektor Frank Thaleiser über seine sensationelle Last-Second-Verpflichtung. Denn mit Tesfaye Abera kommt die letzte der sensationellen äthiopischen Neuerfindungen…
Mit dieser Leistung steht der Senkrechtstarter auch in der Pole Position was die Nominierung für die Olympischen Spiele in Rio betrifft. Denn der äthiopische Verband hat bereits angekündigt, die drei schnellsten Läufer der Frühjahrssaison nach Brasilien schicken zu wollen. Aberas Manager Jos Hermens ist diesbezüglich übrigens nicht ganz so optimistisch: „Da die Strecke in Dubai absolut flach ist und so wenige Kurven hat, gibt es dort immer schnelle Zeiten. Ich glaube nicht, dass ein gutes Resultat in Dubai alleine für eine Nominierung reicht. Der Verband wird die europäischen Marathons genau analysieren. Aber wenn Tesfaye am Sonntag eine 2:05 oder 2:06 läuft, ist er natürlich in einer hervorragenden Position.“
Zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro will auch ein weiterer Äthiopier, der im vergangenen Jahr das Podest bei den Weltmeisterschaften in Peking nur haarscharf verpasste. Feyisa Bekele hat eine Bestleistung von 2:06:26 Stunden auf der Habenseite und möchte sich in Hamburg in eine gute Position laufen. Dafür ist aber aufgrund der riesigen Konkurrenz in seinem Heimatland eine Zeit in der Nähe des Streckenrekords von 2:05:30 Stunden, gehalten von Eliud Kipchoge, notwendig. Hochinteressant dürfte auch der Auftritt des 28-jährigen Abayneh Ayele sein. Nach Rang sechs beim Dubai Marathon überzeugte Ayele bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Cardiff, wo er den großen Mo Farah in einen Zielsprint um Rang drei zwang, den er knapp verlor. Die einzigen Herausforderer des äthiopischen Trios, die ebenfalls Spitzenzeiten laufen können, sind die Kenianer Philemon Rono, der bereits zum dritten Mal in der Hansestadt gastiert, Ezekiel Chebii und Debütant Nicholas Bor. In den letzten sieben Jahren gab es vier äthiopische und drei kenianische Erfolge. Auch der südafrikanische Oldie Hendrick Ramaala ziert das vermutlich stärkste Hamburger Starterfeld aller Zeiten.
Wie immer, wenn Meseret Melkamu an einem Marathon teilnimmt, gibt sie ihren Start erst kurz vor knapp bekannt – so auch diesmal. Die Afrikarekordhalterin über 10.000m verfügt über eine persönliche Bestleistung von 2:21:01 Stunden, die über drei Minuten unterhalb des Hamburger Streckenrekords ihrer Landsfrau Netsanet Achamo liegt. Allerdings geben die letzten Marathon-Auftritte Melkamus nicht Hoffnung, dass sie erneut in diese Sphären vorstößt. Deswegen steckt ihre Landsfrau Meseret Hailu in der Favoritenrolle. Genau wie Melkamu möchte auch Hailu zu Olympia – ausgerechnet in jener Stadt, die sich gegen die Austragung von Olympischen Spielen 2024 entschieden hat. Dafür ist wohl nicht nur eine erfolgreiche Titelverteidigung in Hamburg, sondern eine deutliche Steigerung des Streckenrekords notwendig. 2012 lief Hailu in Amsterdam einen Streckenrekord von 2:21:09 Stunden. Die einzige Läuferin im Feld, die in dieses äthiopische Duell eingreifen könnte, ist die Kenianerin Sarah Chepchirchir, die vor einem Monat beim Nagoya Marathon ausstieg. Auch die starke Mexikanerin Madai Perez möchte ein Wörtchen um die vordersten Platzierungen mitsprechen.
Das Thema „Olympia“ ist beim Hamburg Marathon allgegenwärtig. Auch zwei Lokalmatadoren wollen ihre Bewerbung für eine Nominierung abgeben. Julian Flügel blieb zwar beim Berlin Marathon 2015 bereits drei Sekunden unterhalb der neuen deutschen Olympia-Norm, er möchte sich allerdings weiter steigern, um seinen Platz im dreiköpfigen Aufgebot abzusichern, da einige Konkurrenten noch eine Woche später in Düsseldorf am Start stehen. Eine deutliche Steigerung, um unter das Olympia-Limit zu kommen, braucht Anja Scherl. Ein starker Halbmarathon in Barcelona zu Jahresbeginn entfacht jedoch Hoffnung. Eine starke Marathonleistung am Sonntag könnte übrigens auch das Schicksal von Ex-Wien-Siegerin Anna Hahner besiegeln.
Hamburg Marathon