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Hawi Feysa läuft deutlichen Streckenrekord in Frankfurt

Mit Hawi Feysas neuem Streckenrekord von 2:17:25 Stunden kehrt der Frankfurt Marathon zurück in die erste Liga der schnellen Marathonläufe der Welt.
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Der Mainova Frankfurt Marathon ist zurück in der ersten Liga der schnellen Marathonläufe weltweit. Mit dem neuen Streckenrekord durch Hawi Feysa in einer Zeit von 2:17:25 Stunden hält der Klassiker Schritt mit der enormen Entwicklung der Marathonzeiten bei den Frauen. Nur neun Marathonläufe weltweit haben einen noch schnelleren Streckenrekord als der Frankfurt Marathon, darunter auch die beiden anderen großen deutschen Marathonläufe in Berlin und Hamburg.

Großen Ankündigungen folgen im Marathonlauf der Frauen immer häufiger große Taten. Der Mainova Frankfurt Marathon hat sich am gestrigen Sonntag auf exzellente Weise in die Serie spektakulärer Siegerzeiten der letzten Wochen eingereiht, gehighlightet vom Fabel-Weltrekord von Ruth Chepngetich in Chicago. Hawi Feysa pulverisierte den Streckenrekord in der Mainmetropole um fast zwei Minuten und feierte mit einer Zeit von 2:17:25 Stunden eine persönliche Bestleistung um sechs Minuten. Es ist eine Marke, die der 25-jährigen Äthiopierin aufgrund ihrer starken Vorleistungen im Halbmarathon im Quervergleich mit den vielen anderen fantastischen Marathonleistungen diesen Jahres durchaus zuzutrauen war. Und sie entspricht dem Standard in der hochkarätigen Trainingsgruppe von Gemedu Dedefo in der Höhenlage der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Hawi Feysas Halbmarathon-Splits: 1:09:16 / 1:08:09 Stunden
Hawi Feysas 5km-Teilzeiten: 16:28 / 16:25 / 16:26 / 16:23 / 16:15 / 15:58 / 16:20 / 16:15 / 6:55 (2,195 km) Minuten

Schnelle Marathonstrecke in Frankfurt

Aufgrund der Organisationsqualität hat der Frankfurt Marathon einen beständig guten Ruf in der Szene. In erster Linie dank Wilson Kipsang genießt der Event auch eine beachtliche Reputation, was den Spitzensport in Kombination mit schnellen Laufzeiten betrifft. Der kenianische Star, mittlerweile aufgrund einer Sperre mit deutlich verblasstem Glanz, verfehlte 2011, mitten in seiner Glanzzeit, den damaligen Weltrekord nur haarscharf. Niemand ist in Frankfurt je seiner Siegerzeit von 2:03:42 Stunden nahe gekommen. Auch heuer gelang das im Männerrennen – erwartungsgemäß – nicht: Die Siegerzeit von 2:05:54 Stunden (Robert Biwott) ist im historischen Vergleich aber keine schlechte in den Straßen von „Mainhattan“.

Der neue Streckenrekord

Zwölftschnellste Marathonzeit des Jahres
Platz elf in der ewigen äthiopischen Bestenliste
Zehntbester Streckenrekord der Welt *

*hinter Chicago, Berlin, Valencia, London, Tokio, Dubai, Amsterdam, Nagoya und Hamburg

Viel Energie für die zweiten Hälfte

Die Siegerzeit des deutlich besser besetzten Frauenrennens ist herausragend. Zweimal gelang bisher erst der Sprung unter 2:20 Stunden: 2019 durch einen irren Alleingang der Kenianerin Valary Jemeli, im Vorjahr durch die Äthiopierin Buzunesh Getachew. Feysa hat mit ihrer Zeit von 2:17:25 Stunden eine neue Ära eröffnet. Beeindruckend war auch die Art, wie dominant die Siegerin die zweite Marathon-Hälfte, nach einer Durchgangszeit von 1:09:16 Stunden gemeinsam mit vier Mitstreiterinnen, gestaltete.

Der negative Split begründete sich in der schnellsten Rennphase hin zu Kilometer 30, als die Äthiopierin sämtliche Kontrahentinnen deutlich abhängte. „Bei Kilometer 25 hab ich gespürt, wie viel Energie ich noch habe. Die Atmosphäre auf der Strecke hat mir sehr geholfen. Der Rekord war mein Ziel, das hat optimal geklappt“, freute sich die Siegerin. Viel Energie hatte Feysa auch noch auf den letzten Passagen Richtung Festhalle, wo sie mit Teilzeiten von 3:10 Minuten pro Kilometer noch eine Zeit unter 2:17:30 Stunden realisieren konnte. Laut „Frankfurter Rundschau“ kassierte die 25-Jährige ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Zwei ehemalige Wien-Sieger am Stockerl

Nur die kenianische Wien-Siegerin von 2023, Magdalyne Masai, hielt sich als hartnäckige Kontrahentin bis wenige Kilometer vor dem Ziel im Dunstkreis Feysas. Erst dann ging noch eine Lücke von eineinhalb Minuten auf. Mit einer Leistung von 2:18:58 Stunden, damit ebenfalls unter dem alten Streckenrekord, erzielte die 30-Jährige aber trotz der finalen Erschöpfung eine klare persönliche Bestleistung um 3:18 Minuten. Damit beglich damit auch eine Rechnung mit dem letzten Jahr. Damals blieb sie als Neunte hinter den Erwartungen und fand in einer danach diagnostizierten COVID-Infektion den Grund dafür.

Bereits 29 Läuferinnen haben somit im aktuellen Kalenderjahr eine Marathon-Bestzeit unter 2:20 Stunden erreicht. Damit ist der Rekord aus dem Jahr 2022 eingestellt und wird in den kommenden Wochen fallen. Die drittplatzierte Shuko Genemo, auch eine ehemalige VCM-Siegerin (2016), erreichte die Ziellinie bereits mit fünf Minuten Verspätung. Keine wesentliche Rolle spielte die Schnellste laut Meldeliste, Yeshi Chekole, die im letzten Drittel an Schwung verlor und kurz vor dem Ziel ausstieg. Magdalynes ältere Schwester Linet kam in einer Zeit von 2:23:52 Stunden auf Position sieben ins Ziel. Magdalynes Ehemann Jake Robertson war erst gar nicht an der Startlinie erschienen.

Mainova Frankfurt Marathon 2024

Hochkarätige Trainingsgruppe

„Dass wir eine so fantastische Streckenrekordzeit erleben, macht unser ganzes Team glücklich. Man kann im Spitzensport viel vorbereiten, aber nichts garantieren. Wir hatten Top-Bedingungen, zahlreiche persönliche Bestzeiten und viele glückliche Jubelszenen im Ziel“, strahlte Renndirektor Jo Schindler. Optimale Wetterbedingungen mit Temperaturen im niedrigsten zweitstelligen Bereich, bedeckter Himmel und Windstille lieferten neben der flachen Strecke optimale Rahmenbedingungen für schnelles und stimmungsvolles Laufen, welches mit der einzigartigen Zielankunft in der Festhalle seinen Höhepunkt erreichte.

© Mainova Frankfurt Marathon

Feysa gehört seit Jahren zu den schnellsten äthiopischen Halbmarathonläuferinnen, ihre ersten beiden Marathonläufe in Dubai 2020 und in Abu Dhabi 2023 verliefen jedoch nicht nach Wunsch. Nach ihrem dritten Marathonlauf gehört die 25-Jährige nun auch zur nationalen Elite über die Traditionsdistanz. Mit dem Sieg in Frankfurt kann sie nun auch einen international renommierten Erfolg nachweisen, was in ihrer Trainingsgruppe wahrlich nichts Besonderes ist. Denn zur Trainingsgruppe unter ihrem Coach Gemedu Dedefo in der Nähe von Addis Abeba gehören unter anderem die ehemalige Weltrekordhalterin Tigst Assefa, die amtierende Weltmeisterin Amane Beriso und die aktuelle Berlin-Siegerin Tigist Ketema.

Hawi Feysa

Geburtstag: 1. Februar 1999
Nationalität: äthiopisch
PB Marathon: 2:17:15 Stunden (Frankfurt 2024)
PB Halbmarathon: 1:05:41 Stunden (Kopenhagen 2021)

Erfolge:
Siegerin Mainova Frankfurt Marathon 2024
WM-Sechste im Crosslauf 2023
WM-Achte im 5.000m-Lauf 2019

Biwott im Finale überlegen

Nachdem eine riesige Spitzengruppe die Halbmarathon-Zwischenzeit in einer Zeit von 1:02:52 Stunden überquert hatte, entwickelten sich die letzten zehn Kilometer zum Duell zwischen dem Kenianer Benard Biwott und dem Äthiopier Gossa Challa. Es war das Duell zweier No-Names, das mit dem Sieg des kenianischen Debütanten endete. Der 22-Jährige, der bei den Halbmarathonläufen in Santa Pola 2023 und Neapel 2024 unter einer Stunde geblieben ist, feierte in einer Zeit von 2:05:54 Stunden den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere.

„Ich freue mich riesig, denn der Sieg ist unerwartet. Als ich bei Kilometer 30 bemerkte, dass die anderen etwas langsamer wurden, habe ich begonnen zu puschen“, so der erste Debütant als Frankfurt-Sieger seit 16 Jahren. Der 24-jährige Äthiopier war im vergangenen Jahr Dritter beim Ljubljana Marathon und konnte seine dortige Bestzeit um acht Sekunden auf eine Zeit von 2:07:35 Stunden steigern. Platz drei ging an Lencho Anbesa in einer Zeit von 2:08:02 Stunden, der zum siebten Mal in seiner Karriere unter 2:10 Stunden blieb. Favorit Elisha Rotich beendete die 41. Auflage des Mainova Frankfurt Marathon frühzeitig.

Zwei der klingensten Namen des ursprünglich angekündigten Elitefelds konnten aus gesundheitlichen Gründen bzw. Problemen mit der Einreise gar nicht nach Frankfurt kommen: Herpasa Negasa, der in Dubai 2019 schon unter 2:04 Stunden gelaufen ist, und Eric Kiptanui aus Kenia, Sieger des kuriosen Marathons auf einem Flugfeld in der Nähe von Siena mitten in der Pandemiezeit. Dass mit Tigist Abaychew die intendierte Favoritin bei den Frauen (PB: 2:18:03 Stunden als Dritte des Berlin Marathon 2022) ebenfalls nicht dabei war, fiel aufgrund Feysas Topleistung nicht ins Gewicht.

Benard Biwotts Halbmarathon-Splits: 1:02:52 / 1:03:02 Stunden
Benard Biwotts 5km-Teilzeiten: 14:53 / 14:45 / 14:52 / 15:05 / 14:55 / 15:06 / 14:56 / 14:47 / 6:35 (2,195 Kilometer) Minuten
© Photorun.net / Victah Sailer

Europäische Topleistungen im Verfolgerfeld

Bester Europäer war Ebba Chala aus Schweden in einer Zeit von 2:09:35 Stunden, fünf Sekunden später finishte der Australier Tim Vincent als neunter sub-2:10-Läufer des Tages. Beide Leistungen sind relevant für die nationalen Bestenlisten: Chala, der seit 2022 für das skandinavische Land startet, erzielte die viertschnellste Marathonzeit eines Schweden in der Geschichte und blieb nur eine halbe Minute hinter seiner beim Sevilla Marathon 2024 aufgestellten persönlichen Bestleistung. Der 26-jährige Vincent ist der zehnte australische Läufer der Geschichte mit einer Marathonzeit unter 2:10 Stunden.

Beste Europäerin war Georgina Schweining aus Großbritannien in einer Zeit von 2:25:46 Stunden. Die 29-Jährige verbesserte sich auf Platz neun der britischen Marathon-Bestenliste und führte eine Gruppe von gleich sieben Läuferinnen aus dem Vereinigten Königreich in den Top-25 der Endwertung an.

Vorzeitiges Aus für Hottenrott

Nach dem Ausstieg von Laura Hottenrott fehlen in diesem Jahr die deutschen Topergebnisse beim Marathon, der mit 13.939 Anmeldungen und einem Feld mit 113 unterschiedlichen Nationalitäten den Großteil der insgesamt 25.616 eingegangenen Anmeldungen für die Bewerbe des Frankfurt Marathon einnahm. Marathon-Debütant Jan Lukas Becker erzielte in einer Zeit von 2:15:20 Stunden den 17. Platz, beste deutsche Läuferin war Christin Adler in 2:45:57 Stunden auf Platz 25. Ein „Wahnsinnsmoment“, jubelte Becker, eine „once in a lifetime” Erfahrung genoss Adler, die den Ausstieg ihrer weit bekannteren Landsfrau gar nicht mitbekommen hat.

Starkes Debüt

Veronika Mutsch (Club RunAustria) lief in Frankfurt ihren ersten Marathon und finishte in einer Zeit von 2:48:06 Stunden (2:47:33 netto). Damit reiht sich die in Salzburg lebende Läuferin auf Platz vier der ÖLV-Jahresbestenliste und Platz drei der ewigen SLV-Bestenliste ein.

© privat

134 österreichische Läufer*innen bestritten den hierzulande beliebten Marathon in Frankfurt. Als Beste erreichten Triathletin Julia Hauser in einer persönlichen Bestzeit von 2:45:20 Stunden auf Position 23 und Andreas Stöckl (SC Leogang) auf Position 58 in einer persönlichen Bestzeit von 2:28:33 Stunden das Ziel. Hier die stärksten Leistungen (Nettozeiten):

  • Julia Hauser – Platz 23 Gesamtranking (2:45:20)
  • Veronika Mutsch (Club RunAustria) – Platz 28 Gesamtranking (2:47:33)
  • Andreas Stöckl (SC Leogang) – Platz 58 Gesamtranking (2:28:30)
  • Marcel Rüdisser (TS Hohenems) – Platz 113 Gesamtranking (2:33:58)
  • Christoph Weiß (MT Hausmannstätten) – Platz 167 Gesamtranking (2:38:28)
  • Robert Weihs (ULT Heustadlwasser) – Platz 220 Gesamtranking (2:41:21)
  • Christian Steinhammer (ULC Riverside Mödling) – Platz 308 Gesamtranking (2:45:19)
  • David Huber – Platz 367 Gesamtranking (2:46:58)
  •  

  • Peter Laznicka (LG Wien) – Platz 1 in der Altersklasse M65 (3:14:04)
  • Alexandra Krenmayr (OMNi BiOTiC POWERTEAM) – Platz 7 in der Altersklasse W45 (3:12:29)
  • Bernhard König – (Dornbirn) – Platz 8 in der Altersklasse M55 (2:54:54)
  • Monika Bayr (SV Tosters) – Platz 11 in der Altersklasse W45 (3:15:54)

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © Mainova Frankfurt Marathon, Photorun.net / Victah Sailer, privat

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