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Heimische Topläufer haben bei VCM EM im Hinterkopf

Eva Wutti, Aaron Gruen und Andreas Vojta wollen die Bühne Vienna City Marathon auch dafür nutzen, sich für den EM-Marathon in Birmingham qualifizieren.
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Der Vienna City Marathon ist die perfekte Gelegenheit, für die besten österreichischen Marathonläuferinnen und Marathonläufer ihre Topleistungen vor heimischem Publikum zu zeigen. Für Eva Wutti, Lemuela Wutz, Aaron Gruen und Andreas Vojta ist der VCM ihr Frühjahrshöhepunkt, der auch als Sprungbrett für die Teilnahme an den Europameisterschaften in Birmingham dienen soll.

Für Eva Wutti (Club RunAustria) wäre die EM-Teilnahme in Birmingham nicht nur ein persönliches Ziel, sondern auch eine Premiere: ein erstes internationales Großereignis im Nationaldress seit ihrem Wechsel vom Triathlon in den Marathonlauf vor einigen Jahren. Die Kärntnerin bestreitet den Vienna City Marathon bereits zum fünften Mal, im Vorjahr war sie in einer Zeit von 2:37:43 Stunden die beste Österreicherin. „Für mich ist der VCM-Start ein Fixpunkt geworden. Ich hoffe, dass ich schneller laufen kann als im Vorjahr, der Marathon-Aufbau und meine Form geben mir ein solides Gefühl“, so die 37-Jährige. Die langen und intensiven Läufe hat die alleinerziehende Mutter einer neunjährigen Tochter am Wochenende absolviert, ihr Trainingsplan ist stets im Abstimmung mit familiären Aufgaben sowie ihren beruflichen Verpflichtungen im Vollzeitjob als Juristin bei der Stadtgemeinde Wolfsberg.

Step by Step

Im Qualifikationsranking für die EM in Birmingham, genannt „Road to Birmingham“, liegt Wutti als zweitbeste Österreicherin hinter Julia Mayer (DSG Wien), die das Direktlimit in der Tasche hat und ihren Frühjahrsmarathon eine Woche vor dem VCM in Linz laufen wird, auf Position 47. Mit 1.051 Punkten aus ihren Marathons in Wien und Salzburg im Jahr 2025 hat sie einen soliden Vorsprung auf die Armenierin Nina Usubyan, im Moment mit 1.016 Punkten die Erste außerhalb der Top-60. Für eine EM-Nominierung müsste die Kärntnerin allerdings noch das interne ÖLV-Limit von 2:37:00 Stunden unterbieten, wobei sie lieber Schritt für Schritt denkt: „Jetzt konzentriere ich mich auf den Vienna City Marathon. Wenn sich eine EM-Qualifikation ausgeht, würde mich das sehr freuen. Konkrete Gedanken über die EM mache ich mir erst nach dem VCM.“

Bestzeit im Blick und EM im Terminkalender

Mit seinem ÖLV-Rekord von 2:09:53 Stunden, aufgestellt beim McKirdy Micro Marathon 2025, sowie seinem ÖLV-Halbmarathonrekord von 1:01:14 Stunden, gelaufen beim diesjährigen Houston Halbmarathon als zweite in die Wertung fallende Leistung, hat Aaron Gruen (Pro Team Vienna) zwar nicht das Direktlimit von 2:09:30 Stunden in der Tasche, aber auch vor dem Vienna City Marathon bereits ausgezeichnete Karten in der „Road to Birmingham“ in der Hand. Wobei er innerhalb des vom Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) deklarierten Zeitraums für das interne Limit (der kürzer ist als der internationale Qualifikationszeitraum) noch keinen Marathon gelaufen ist, der schneller als 2:14:30 Stunden war.

Jedenfalls kann der 27-Jährige mit einer EM-Qualifikation planen, selbst wenn beim Wien Marathon keine Verbesserung seines ÖLV-Rekord gelingen sollte, aber ein solider Marathon. Seine aktuelle Form und die Halbmarathonergebnisse in diesem Jahr zeigen freilich das Potenzial, die Direktqualifikation in Wien zu schaffen.

Vojta kämpft um achte EM-Teilnahme in Folge

Gegenwärtig liegt Gruen mit seinen 1.135 Weltranglistenpunkten (der Schnitt aus beiden genannten Performance Scores) auf Rang 39 der 60 Startplätze umfassenden „Road to Birmingham“ und hat einen gewaltigen Vorsprung auf dem auf Position 61 liegenden Slowenen Primoz Kobe. Etwas spannender ist die Ausgangsposition für Andreas Vojta (team2012.at), der gegenwärtig auf Platz 49 liegt und 1.045 Punkte hat. Dem 36-jährigen Gerasdorfer fehlt auch noch die ÖLV-interne Qualifikationszeit von 2:14:30 Stunden, die er beim Vienna City Marathon mindestens anstrebt. Damit würde er auch seine bisher beste Marathonleistung im Qualifikationszeitraum, die 2:15:01 Stunden vom VCM 2025, steigern. „Mein Ziel ist, den Status quo deutlich zu verbessern“, betont der zweifache Staatsmeister in dieser Disziplin – die Vorbereitung sei insgesamt gut verlaufen. Laut den Daten der Plattform Tilastopaja gehört der Österreicher zu einem erlesenen Kreis von 13 Leichtathleten, die siebenmal an Europameisterschaften teilgenommen haben.

Mit Mario Bauernfeind (ProTeam Vienna) und Dominik Hirczy (Lauftreff Nussdorf) hätten auch noch zwei weitere heimische Athleten eine EM-Qualifikationschance, beide wurden im Winter aber von diversen Erkrankungen ausgebremst und gehen nicht in Top-Verfassung in den Frühling. Bauernfeind läuft voraussichtlich den Linz Marathon und den Prag Marathon, Hirczy hat seinen geplanten Start beim VCM aufgrund zu kurzer Vorbereitungszeit absagen müssen.

Zweiter Marathon für Wutz

Die EM nicht direkt im Blick hat Lemuela Wutz (DSG Wien), die nach ihrem Sieg beim Graz Marathon 2025 in ihren zweiten Marathonlauf geht und eine Zeit Richtung 2:40 Stunden im Blick hat. „Für mich ist es etwas Besonders, den Marathon in Wien zu laufen. Ich freue mich auf die Stimmung entlang der Strecke, die vielen Zuschauer*innen und besonders auf Freunde und Familie vor Ort“, sagt die 27-jährige Wienerin. Sie fühle sich fitter und besser vorbereitet als bei ihrem ersten Marathon.

Sicherlich nicht bei der EM starten wird Peter Herzog (Union Salzburg LA), der seine Leistungssportkarriere im November beendet hat. Der Salzburger ist jedoch seit vielen Jahren Mitglied des VCM Team Austria und bestreitet den diesjährigen Vienna City Marathon in einer besonderen Rolle. Als ORF „Cable Guy“ gibt der Olympia- und EM-Teilnehmer spannende und exklusive Einblicke in den Marathonlauf. „Ich freue mich erstens darauf, zum VCM zurückzukehren und zweitens auf diese schöne Aufgabe. Für mich werden die 42,195 Kilometer sicherlich eine sportliche Herausforderung, weil ich natürlich nicht mehr in dem Umfang trainiere wie früher“, so der 38-Jährige.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © VCM / Roman Pfeiffer

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