Enter your email address below and subscribe to our newsletter

,

Heimsieg für Raphael Pallitsch in Eisenstadt

Raphael Pallitsch hat den 1.500m-Lauf im Rahmen der Raiffeisen Austrian Open in Eisenstadt gewonnen. Für 800m-Läuferin Caroline Bredlinger lief es dagegen nicht so gut.
Weiterlesen

Share your love

Raphael Pallitsch hat den 1.500m-Lauf im Rahmen der Raiffeisen Austrian Open in Eisenstadt gewonnen und damit einen weiteren, wichtigen Schritt im Streben um einen Startplatz bei den Olympischen Spielen von Paris gesetzt. Mit einem mutigen Rennen wollte Caroline Bredlinger ihre Ausgangsposition in Richtung Europameisterschaften von Rom klar verbessern, was ihr nicht gelang.

Vier Tage nach seinem überzeugenden Rekordlauf in Rehlingen (siehe RunUp-Bericht) zeigte der 34-Jährige, angepeitscht vom zahlreich erschienenen, heimischen Publikum, neuerlich ein starkes Finish und gewann den Wettkampf in einer Zeit von 3:37,42 Minuten, die viertschnellste seiner Karriere über diese Distanz. „Es war ein sehr gutes Rennen, ich bin aktuell einfach in einer Top-Verfassung. So viele Freunde waren heute hier, der Jubel und die Anfeuerung daher gewaltig. Ich bin sehr zufrieden mit den letzten Wettkämpfen“, kommentierte der Burgenländer seinen Heimsieg. Hinter ihm platzierte sich Noah Baltus in 3:38,53 Minuten auf Platz zwei knapp vor dem Schweizer Tom Elmer. Der zweitbeste Österreicher, Marcel Tobler (ULC Riverside Mödling), verpasste den Anschluss an die dreiköpfige Spitzengruppe eingangs der letzten Runde und musste sich mit einer Zeit von 3:42,94 Minuten und Position vier begnügen.

Raiffeisen Austrian Open in Eisenstadt (World Athletics Continental Tour Silber)

Schlussspurt von der Spitze

Pallitsch platzierte sich in der Anfangsphase gleich im Rücken des hochgewachsenen, slowenischen Tempomachers Jan Vukovic. Dieser lief die ersten 800 Meter in 1:55,81 Minuten an, danach verlor das Rennen etwas an Schwung. Der Lokalmatador übernahm die Führung 500 Meter vor dem Ziel, allerdings dränge sich der Holländer Baltus eingangs der letzten Runde auf den Platz an der Sonne. Unter dem aufkeimenden Jubel konterte Pallitsch vor der letzten Kurve und blieb im Schlussspurt unwiderstehlich, was den verhältnismäßig großen Vorsprung von über einer Sekunde erklärt. Baltus, der zwischenzeitlich Rang zwei an Elmer abgeben musste, holte sich diesen entlang der Zielgerade zurück.

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Rechenspiele für den Saison-Höhepunkt

Dank seines Rekordlaufs von Rehlingen liegt Raphael Pallitsch gegenwärtig in der „Road to Paris“, der Qualifikationsliste für die Olympischen Spiele, auf Platz 39. 45 Startplätze sind vorgesehen, 26 sind bisher über das Direktlimit von 3:33,50 Minuten gebucht. Da die internationale Wettkampfsaison noch am Beginn steht, sind weitere Limit-Leistungen durchaus wahrscheinlich.

Der Sieg in Eisenstadt mit wertvollen 100 Bonuspunkten für den Meetingstatus und die Wettkampfplatzierung zeigt aber, dass der Österreicher sich in der Weltrangliste noch verbessern kann, für den Fall, dass er nicht selbst noch das Limit unterbietet. Alleine der gestrige Sieg verspricht einen Sprung um einige Positionen, schließlich fällt der Sieg in Eisenstadt als drittbeste von fünf Leistungen in die persönliche Weltranglistenwertung Pallitschs. Unter anderem überholt Pallitsch den in Eisenstadt drittplatzierten Tom Elmer, der seinen Punkteschnitt durch diesen Wettkampf nicht verbessern konnte.

Für die Europameisterschaften in Rom, die von 7. bis 12. Juni über die Bühne gehen, ist Pallitsch nach seinem ÖLV-Rekord von 3:33,78 Minuten fix qualifiziert.

Ergebnis 1.500m-Lauf der Männer
1. Raphael Pallitsch (Österreich) 3:37,42 Minuten
2. Noah Baltus (Niederlande) 3:38,53 Minuten
3. Tom Elmer (Schweiz) 3:38,79 Minuten
4. Marcel Tobler (Österreich) 3:42,94 Minuten
5. Jan Fris (Tschechien) 3:43,65 Minuten
6. Sam Blake (Australien) 3:44,43 Minuten

9. Markus Reißelhuber (Österreich) 4:09,83 Minuten
RunUp-Lesetipp: Raphael Palltischs ÖLV-Rekord über 1.500m

Bredlinger verpasst sub-2:05-Zeit

Pallitschs Erfolg war einer von gleich fünf österreichischen am gestrigen Abend in Burgenlands Landeshauptstadt. Ins Stimmungshoch des neuen ÖLV-Rekords von Victoria Hudson im Speerwerfen der Frauen, die praktisch aus der Beschwerdemisere mit Nebenhöhlenentzündung und Rückenschmerzen sowie damit verbundenen Wettkampf-Absagen heraus mit diesem Paukenschlag in die Olympiasaison startete, und der überzeugenden Leistung von Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger konnte die prominenteste burgenländische Läuferin nicht einstimmen. Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) blieb bei ihrem Heimmeeting weiter zurück als erhofft und musste sich beim Favoritinnensieg der Polin Angelika Sarna mit Platz fünf und einer Zeit von 2:05,35 Minuten zufrieden geben.

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Die 23-jährige mehrfache Staatsmeisterin startete mutig ins Rennen, doch die Abstimmung mit den Pacemakerinnen gelang suboptimal, wodurch Bredlinger eine Lücke schließen musste und die erste Runde deutlich unter einer Minute hinter sich brachte. Die Lokalmatadorin führte das Rennen bis ausgangs der letzten Kurve an, doch dann schoss ihr laut eigener Aussage das Laktat gnadenlos ein. Auf der Innenbahn laufend musste sie ihre Kontrahentinnen klar ziehen lassen und konnte das Tempo auch nicht hoch genug halten. Hinter Sarna, die den Meetingrekord um fast fünf Sekunden verbesserte und eine Zeit von 2:02,99 Minuten verbuchte, landete das deutsche Lauftalent Jolanda Kallabis, Tochter des ehemaligen Hindernislauf-Europameisters Damian, auf Rang zwei vor Maria Freij aus Schweden.

Für Nachwuchshoffnung Marie Glaser (Leichtathletik Akademie Eisenstadt) wurde mit dem 1.500m-Lauf der Frauen noch ein dritter Laufbewerb ins Programm genommen. Die 18-Jährige belegte in einer Zeit von 4:31,69 Minuten Rang zwei hinter der Kroatin Klara Andrijasevic, dieser Bewerb hatte aber nicht den Silber-Status wie die anderen beiden Laufbewerbe.

Ergebnis 800m-Lauf der Frauen
1. Angelika Sarna (Polen) 2:02,99 Minuten
2. Jolanda Kallabis (Deutschland) 2:03,50 Minuten
3. Maria Freij (Schweden) 2:03,76 Minuten
4. Sivan Auerbach (Israel) 2:04,13 Minuten
5. Caroline Bredlinger (Österreich) 2:05,35 Minuten
6. Sophia Kuhn (Österreich) 2:16,93 Minuten

EM in weiter Ferne

Im Kampf um einen Startplatz bei den Europameisterschaften ist Bredlinger momentan weit im Hintertreffen, was sicherlich auch ihre verwegene Wettkampfstrategie bei ihrem Heimmeeting erklären mag. Dank der 55 Bonuspunkte von Eisenstadt erzielt sie eine minimale Verbesserung ihres Punkteschnitts, bleibt aber deutlich hinter jener Region zurück, die für die EM-Startplätze interessant wäre. Aktuell sind 20 800m-Läuferinnen für das 32-köpfige EM-Starterfeld über das Direktlimit von 2:00,00 Minuten qualifiziert. Der Qualifikationszeitraum endet bereits am kommenden Sonntag, für die Weltrangliste zählen maximal zwei Hallen-Leistungen, der Punkteschnitt errechnet sich aus den fünf höchsten Perfomance Scores (Addition der Punkte für die Leistung und etwaiger Bonuspunkte für die Wettkampfqualität).

Der Livestream des Raiffeisen Austrian Open in Eisenstadt zum Nachsehen

Austrian Top Meetings ohne Erfolg

Für eine EM-Teilnahme hätte Bredlinger an die starken Hallenleistungen im Winter anschließen müssen, als sie nur knapp eine Teilnahme an der Hallen-WM verpasst hatte. Da gelangen ihr gleich vier Leistungen unter 2:05 Stunden, gekrönt vom zweiten Platz bei den Balkan-Hallenmeisterschaften in der mit deutlichem Abstand schnellsten 800m-Zeit ihrer Karriere von 2:01,76 Minuten. Diese Dimensionen erreichte sie in der Freiluftsaison 2024 nicht. Die Burgenländerin absolvierte alle drei bisherigen Austrian Top Meetings, also die wichtigsten Leichtathletik-Meetings in Österreich. Am 12. Mai lief sie beim Horst Mandl Memorial in Graz zu einer Zeit von 2:05,59 Minuten und Platz fünf, fünf Tage später folgte der zweite Platz beim Liese Prokop Memorial in St. Pölten in einer Zeit von 2:04,89 Minuten, der zweitschnellsten Freiluft-Zeit ihrer Karriere.

Höhepunkt der Austrian Top Meetings

Das Raiffeisen Austrian Open in Eisenstadt ist Österreichs höchstgereihtes und damit wichtigstes Stadionleichtathletik abgesehen vom traditionsreichen Mehrkampfmeeting in Götzis. Es gehörte heuer erstmals der World Athletics Continental Tour Silber an, der dritthöchsten Meetingserie der Welt. Dieser Status verspricht nicht nur aufgrund standardisierter Preisgelder, sondern auch aufgrund der Bonuspunkte für die Weltranglisten-Positionierung attraktive Starterfelder und entsprechendes Niveau.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © ÖLV / Alfred Nevsimal

Share your love