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Peter Herzog kämpfte sich in Klagenfurt, geplagt von Magen-Darm-Problemen, auf Platz fünf ins Ziel und war nach seinem Testrennen vier Wochen vor dem Berlin Marathon etwas ratlos. Einen aus dem Training heraus tollen Auftakt in seinen Laufherbst erlebte Mario Bauernfeind. Die Äthiopierin Bekelech Gudeta hätte beinahe den Streckenrekord im Halbmarathon der Frauen gebrochen.
Peter Herzog (Union Salzburg LA) wollte, nach einigen Tagen Regeneration vom gestrigen Wettkampf, eigentlich mit einem Rückenwind ins Trainingslager nach St. Moritz zur finalen Vorbereitung auf den Berlin Marathon am 25. September reisen. Die Schubwirkung bleibt nun aus. Geplagt von unerwartet auftretenden Problemen im Magen-Darm-Trakt konnte der Pinzgauer im Rahmen von Kärnten Läuft nicht das umsetzen, was er sich erwünscht hätte. „Der Wettkampf hat sich heute nicht gut angefühlt. Es war viel Biegen und Brechen dabei, ich konnte auch keine Verpflegung während des Rennens zu mir nehmen“, rekapitulierte der österreichische Marathon-Rekordhalter, der mit einer Zeit von 1:04:38 Stunden auf Rang fünf der Gesamtwertung ins Ziel kam. „Gerade wenn ich das heutige Rennen mit dem Sevilla Halbmarathon im Jänner vergleiche, musste ich heute viel mehr Kraft ins Rennen legen. Die Leichtigkeit hat gefehlt.“
Form stimmt
Etwas ratlos nahm der 35-Jährige das Auftreten der Magen-Darm-Probleme zur Kenntnis, wollte ihnen aber nicht die alleinige Schuld dafür geben, dass das Rennen nicht nach seinen Vorstellungen lief. „Es sind heute mehrere Faktoren zusammengekommen, auch das Wetter. Die Strecke war etwas rutschig. Ich kann schwer sagen, was wieviel ausgemacht hat. Fakt ist: Mit den Trainingsleistungen war ich zufrieden, im heutigen Ergebnis sind sie jedoch nicht ablesbar.“ Eines sei aber sicher, was auch den Optimismus Richtung Berlin aufrechterhält: „Die Form ist 100%ig sehr gut!“
Auch Trainer Hannes Langer bedauerte, dass der Wettkampf unter den gegebenen Umständen nicht die Erkenntnisse lieferte, die sich die beiden erhofft haben. „Und die wir für die kommenden Wochen auch gebraucht hätten. Es war trotzdem ein wichtiger Testlauf“, hielt Langer fest und versuchte in der Perspektive Richtung Berlin Marathon zu beruhigen. In den letzten rund drei Wochen Höhentraining geht es für Herzog nun darum, den Trainingsplan gut umzusetzen und solide Leistungen in den langen Läufen abzuspulen. „Es geht um Details, die große Steigerung ist nicht mehr zu erwarten – ich bin schon sehr gut drauf.“
Guter Auftakt in den Laufherbst für Bauernfeind
Besser fiel die Bewertung seiner Leistung bei Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team) aus, der in einer Zeit von 1:05:43 Stunden, nur wenige Sekunden entfernt von seiner persönlichen Bestleistung, als zweitbester Österreicher auf Platz acht ins Ziel kam. „Ich bin mehr als zufrieden. Ich bin diesen Halbmarathon aus einer Trainingswoche mit nun inklusive des Wettkampfs 140 Laufkilometern und 60 Radkilometern gelaufen. Ich habe mich bei gleichmäßigem Tempo auch nicht voll verausgabt.“ Für den amtierenden Marathon-Staatsmeister war der Wörthersee Halbmarathon der Auftakt in sein Wettkampfprogramm für den Herbst, er befindet sich seit einigen Wochen in seiner ersten umfangreichen und gezielten Marathon-Vorbereitung mit dem Endziel Eindhoven Marathon Mitte Oktober, in dessen Rahmen die Polizei-Europameisterschaften ausgetragen werden.
Positiv stimmte den 31-Jährigen, der als Polizist einen Vollzeitjob mit Überstunden und wechselnden Dienstplänen nachgeht, dass er durch eine wochenlange Pause im Juni und gezielten physiotherapeutischen Maßnahmen seine Probleme mit der Achillessehne in den Griff bekommen hat. „Ich bin sicher besser drauf als im Frühjahr“, blickt er optimistisch in den Herbst, der Bestleistungen im Halbmarathon und im Marathon bringen soll. In drei Wochen will er beim Kopenhagen Halbmarathon seine erste attackieren, die zweite soll drei Wochen drauf beim Eindhoven Marathon folgen. In der Vorbereitung kommt ihm entgegen, dass der Sommer zur Neige geht. „Aufgrund der Temperaturen in Wien musste ich viele Einheiten in die frühen Morgenstunden legen“, erzählte er.
Sportliches Highlight des wie immer bemerkenswert besetzten Elitefeldes beim Wörthersee Halbmarathon war am gestrigen Vormittag bei leichtem Regen in Kärnten und daher nasser Laufstrecke die Siegerleistung bei den Frauen. Bekelech Gudeta, Siegerin des diesjährigen Prag Marathon, sorgte zusätzlich für eine historische Premiere, denn einen äthiopischen Sieg gab es beim Wörthersee Halbmarathon noch nie, weder bei Männern noch bei Frauen. In einer Zeit von 1:08:05 Stunden gelang ihr die erst zweite Siegerzeit in Kärnten unter 1:10 Stunden, die Streckenbestzeit der ehemaligen Weltrekordhalterin Florence Kiplagat aus dem Jahr 2011 verpasste sie um nur drei Sekunden.
Auch ihre zweitplatzierte Landsfrau Amana Shone blieb in 1:09:09 Stunden deutlich unter 1:10 Stunden, die drittplatzierte Morine Michira aus Kenia kam nach 1:10:11 Stunden ins Ziel. Beste Österreicherin war die elftplatzierte Sarah Längle (LCA Hochschwab, 1:26:31), drei Positionen hinter der in Österreich lebenden Slowakin Silvia Schwaiger. Die Deutsche Thea Heim, Siegerin von 2020, erreichte das Ziel als Sechste in einer Zeit von 1:06:46 Stunden und verpasste ihre Siegerleistung von damals ebenfalls um drei Sekunden.
Dritter Halbmarathon-Sieg für Mailu binnen zwei Monaten
Enger war das Rennen um den Sieg bei den Männern, wo eine vierköpfige Gruppe die Schlussphase des Rennens bestimmte. Der Kenianer Samwel Mailu setzte sich in einer Zeit von 1:01:47 Stunden, eine persönliche Bestleistung um fünf Sekunden, mit vier Sekunden Vorsprung auf den Äthiopier Kiros Ashenafi durch. Die beiden Kenianer Dickson Nyakundi und Charles Ndiema vom österreichischen Team run2gether hatten im Ziel sieben bzw. 16 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Es war der dritte Saisonsieg im dritten Halbmarathon für den 29-Jährigen nach den Erfolgen in Hamburg Ende Juni und in Dar-es-Salaam in Tansania vor zwei Wochen.
Ok-Chef Michael Kummerer zog ein positives Resümee des Laufwochenendes. „Kärnten Läuft – BackToTheRoots – ist voll aufgegangen“, erinnerte er an die Rückkehr auf die Laufstrecke am nördlichen Seeufer und den Zieleinlauf am Metnitzstrand direkt am Wörthersee, nachdem man in den letzten beiden Jahren auf das Wörtherseestadion ausgewichen war. Am Wochenende gingen gleich sieben Bewerbe mit unterschiedlichem Anforderungsprofil über die Bühne, darunter der Junior-Marathon und der Frauenlauf. Knapp 4.000 Aktive beteiligten sich am Kärntner Lauf-Wochenende.
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