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Es war ein sehr erfolgreicher Halbmarathontag für die Europäer in Berlin. Amanal Petros und Étienne Daguinos liefen neue Landesrekorde für Deutschland und Frankreich, Dominic Lobalu verpasste den Schweizer Rekord auf hohem Niveau nur knapp. Timo Hinterndorfer gelang der nächste Schritt, auch andere österreichische Läuferinnen und Läufer zeigten gute Leistungen.
Um 22 Sekunden hat Timo Hinterndorfer (DSG Wien) seinen eigenen ÖLV-U23-Rekord im Halbmarathon verbessert. Als 27. lief der 21-Jährige am vergangenen Sonntag über die Ziellinie des Generali Berliner Halbmarathon und war damit der deutlich schnellste Österreicher vor Thomas Messner (KLC). Dem Kärntner gelang nach einem von Rückenbeschwerden beeinträchtigten Herbst ein gutes Halbmarathon-Comeback in einer Zeit von 1:04:46 Stunden. Mit Andreas Silberbauer und Markus Hartinger (LTV Köflach) liefen zwei weitere Österreicher deutlich unter 1:08 Stunden.
Für Hinterndorfer war der Start beim Generali Berliner Halbmarathon der erste von zwei hochkarätigen in diesem Frühling. In gut zwei Wochen wird der Wiener bei seinem Heimspiel auf der Bühne Vienna City Marathon den Halbmarathon bestreiten. Vor zwei Jahren lief er als Sieger über die Ziellinie vor dem Burgtheater.
„Ich bin super zufrieden, es war eine grandiose Stimmung und die Strecke ist natürlich sehr gut. Berlin ist für mich jedes Mal wieder ein Heimrennen“, so Petros im Interview mit Jörg Wenig (auf der Website des DLV) nach seinem erfolgreichen Auftritt beim Berliner Halbmarathon. Vor einem Jahr war er an gleicher Stelle als erster Deutscher unter einer Stunde geblieben, nun verbesserte er seine nationale Bestleistung um weitere neun Sekunden mit einem grandiosen Finale, in dem der Deutsche diverse Positionen gutmachte und unter anderem auch Dominic Lobalu noch überholte.
Petros erklärte, dass er aufgrund der niedrigen Temperaturen konservativ angelaufen ist, machte aber kein Geheimnis daraus, dass er eigentlich gerne den Europarekord gebrochen hätte, nachdem sein Trainingslager in Kenia sehr gut verlaufen war. Nach dem Rennen flog der 30-Jährige direkt aus der deutschen Hauptstadt zurück nach Kenia, wo er sich auf den London Marathon in knapp vier Wochen vorbereitet. Ziel dort: deutscher Marathonrekord!

Der Schweizer spähte lange Richtung des nationalen Rekords von Julien Wanders (59:13) und verpasste diesen trotz einer persönlichen Bestleistung um zehn Sekunden. Es ist bereits der zweite schnelle Halbmarathon in diesem Jahr für den 27-Jährigen, der im Februar in Barcelona eine Zeit von 59:26 Minuten erreicht hatte und offensiv als Teil der Spitzengruppe angelaufen war. Sein Landsmann Matthias Kyburz, in zwei Wochen beim Paris Marathon am Start, verbesserte seine persönliche Bestleistung auf eine Zeit von 1:01:29 Stunden und ist nun die Nummer fünf der ewigen Schweizer Bestenliste.
Drittbester aus einem hochwertigen europäischen Trio war Étienne Daguinos, der in einer Zeit von 59:27 Minuten den erst vor eineinhalb Wochen in Barcelona aufgestellten französischen Rekord von Emmanuel Roudolff um zehn Sekunden verbesserte.
Gewonnen hat den Berliner Halbmarathon übrigens der Kenianer Andrea Kiptoo vor seinem Landsmann Dennis Kipkemoi. Beide Athleten wurden mit einer Zeit von 59:11 Minuten gewertet, Kipkemoi war eigentlich als Tempomacher eingeteilt, für beide ist es der größte Erfolg ihrer bisherigen Laufbahn. Dahinter folgte das europäische Trio Petros, Lobalu, Daguinos. Auch Bastian Augusto aus Frankreich (1:00:09) und Said Mechaal aus Spanien (1:00:24) schafften es aus Europa in die Top-Ten.
Das Rennen der Frauen gewann die favorisierte Äthiopierin Likina Amebaw in einer Zeit von 65:07 Minuten vor Daisilah Jerono und Veronica Loleo aus Kenia. Beste Europäerin war die Deutsche Esther Pfeiffer trotz einer Erkältung im Vorfeld mit einer persönlichen Bestleistung von 1:07:25 Stunden sieben Sekunden vor der neuen belgischen Rekordhalterin Chloé Herbiet, die den 24 Jahre alten Bestwert von Marleen Renders um fast eineinhalb Minuten senkte. Pfeiffers Ehemann Hendrick verpasste dessen Bestleistung in 1:01:33 Stunden im Männerrennen lediglich um fünf Sekunden.
42.563 Anmeldungen von Teilnehmer:innen mit 134 unterschiedlichen Nationalitäten gingen für den diesjährigen Berliner Halbmarathon ein, und damit so viele wie nie. Der Frauenanteil erreichte den Rekordwert von 46%.
Eva Dieterich gelang eine bemerkenswerte persönliche Bestzeit von 1:07:56 Stunden, auch Domenika Mayer und die ehemalige Hindernisläuferin Gesa Krause blieben unter 69 Minuten und liegen nun in den Top-Ten der ewigen deutschen Bestenliste im Halbmarathon der Frauen. Eine starke Leistung zeigte auch die Schweizerin Fabienne Schlumpf in einer Zeit von 1:10:27 Stunden, ihre Landsfrau Fabienne Vonlanthen lief die interessante Zeit von 1:11:11 Stunden. Schlumpf feierte erst vor kurzem ihr Comeback nach nach längerer Verletzungspause.

Die Spanierin Carla Gallardo stellte als Achte in einer Zeit von 1:08:30 Minuten einen neuen spanischen Halbmarathonrekord auf. Acht Sekunden später überquerte die Neo-Italienerin Elvanie Nimbona das Ziel und verpasste den italienischen Halbmarathonrekord nur knapp. Neue Landesrekordhalterin für Ruanda ist Florence Niyonkuru in einer Zeit von 1:07:22 Stunden, sie erreichte das Ziel als Vierte.
🇨🇿 Eine Sensation lieferte Rodrigue Kwizera beim Generali Prag Halbmarathon. Der 26-jährige in Spanien lebende Läufer aus Burundi gewann nicht nur das Rennen in einer Spitzenzeit von 58:16 Minuten, sondern verbesserte auch den Streckenrekord eines prominenten Marathonstars. Um acht Sekunden lief er schneller als Sabastian Sawe, aktueller Sieger des London und Berlin Marathon, vor zwei Jahren. Die Zeit ist gleichzeitig neuer Landesrekord für Burundi. Kwizeras Verfolger Samwel Masai und Owen Korir aus Kenia blieben in einem hochklassigen Rennen ebenfalls unter 59 Minuten. Bei den Frauen siegte Caroline Gitonga in einer persönlichen Bestzeit von 1:06:16 Stunden vor ihren Landsfrauen Jesca Chelangat und Cynthia Chepkwony. Der Prag Halbmarathon gehört wie der Berliner Halbmarathon zur SuperHalf-Serie. Rund 17.000 Läufer:innen mit 117 unterschiedlichen Nationalitäten liefen mit.
🇨🇳 Alex Matata und Miriam Chebet haben beim Yangzhou Halbmarathon einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Matata erreichte eine Zeit von 59:11 Minuten, das ist die schnellste Zeit, die jemals auf chinesischem Boden erzielt worden ist. Zwei Wochen davor hat der 27-Jährige bereits den Meishan Renshou Halbmarathon, ebenfalls in China, gewonnen. Chebet blieb in 1:06:27 Stunden über eine halbe Minute unter dem Streckenrekord.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / Sona Maleterova, © SCC Events / Petko Beier