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IAAF definiert höhere Hürden für WM-Qualifikation

Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hat gut acht Monate vor den nächsten Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London die komplettierten Qualifikationsstandards (Limits) bekannt gegeben. Jene im Marathonlauf, dem 10.000m-Lauf, den Mehrkämpfen und Geh-Bewerben waren bereits davor bekannt gegeben worden. Auffallend ist dabei, dass die Limits…

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Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hat gut acht Monate vor den nächsten Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London die komplettierten Qualifikationsstandards (Limits) bekannt gegeben. Jene im Marathonlauf, dem 10.000m-Lauf, den Mehrkämpfen und Geh-Bewerben waren bereits davor bekannt gegeben worden. Auffallend ist dabei, dass die Limits strenger sind als in den letzten Jahren – in 15 Disziplinen, während es in nur fünf leichtere Limits als bei den letzten beiden Großereignissen gibt. Dies ergründet sich in den in der Breite hervorragenden Leistungen der letzten Jahre. Schließlich orientieren sich die WM-Limits der IAAF an der Qualität der Welt, um die Quantität des Starterfeldes nicht überzustrapazieren.
Die verschärften Limits betreffen auch großteils den Laufbereich. Österreichs Läuferinnen und Läufer werden sich gehörig strecken und an ihre Grenzen heran treten müssen, um den weltweiten Trend mitgehen zu können und sich einen Startplatz beim Saisonhöhepunkt 2017 zu sichern. Eine große Herausforderung als Motivation für die neue Saison!
 

© Getty Images for IAAF / Alexander Hassenstein
Die Hürde einer WM-Qualifikation ist in vielen Disziplinen höher als noch in Peking. © Getty Images for IAAF / Alexander Hassenstein
Strengere Limits bei den Herren

Wer im 800m-Vorlauf der Herren in London mit dabei sein möchte, muss um 0,10 Sekunden schneller sein als bei der Qualifikation für Peking oder Rio und eine Zeit von 1:45,90 Minuten anbieten. Das ist fast eine Sekunde schneller als die persönliche Bestleistung von Nikolaus Franzmair (ULC Linz Oberbank). Im 1.500m-Lauf liegt die Hürde für Andreas Vojta (team2012.at) bei einer Zeit von 3:36,00 Minuten (respektive 3:53,40 Minuten über die Meile). Eine derartig schnelle Zeit ist der Niederösterreicher auf zu seiner besten Zeit nie gelaufen, in den vergangenen Jahren blieb er dieser Marke um Längen fern. Für eine WM-Qualifikation 2015 und eine Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 war noch eine Zeit von 3:36,20 Minuten gefragt. Um im 5.000m-Lauf dabei zu sein, ist eine Qualifikationszeit von 13:22,60 Minuten gefragt (in Peking 13:23, in Rio 13:25). Österreichs aktuell Schnellster über diese Distanz, Brenton Rowe (team2012.at) müsste seine Bestleistung um satte 14 Sekunden steigern.
Konträr dazu ist die Qualifikationszeit im 3.000m-Hindernislauf etwas leichter geworden: Anstatt eine Marke von 8:28 (2015) und 8:30 (2016) müssen die WM-Starter eine Zeit von 8:32 Minuten oder darunter anbieten – für Mitglieder des ÖLV nicht erreichbar.

Drittes Großereignis in Folge für Wenth?

Bei den Damen interessiert aus österreichischer Sicht vor allen Dingen die Qualifikationszeit im 5.000m-Lauf. Um beim dritten Großereignis in Folge an der Startlinie zu stehen, muss Jennifer Wenth (SVS Leichtathletik) in den folgenden Monaten eine Zeit von 15:22 Minuten unterbieten. Dies liegt genau zwischen den Limits von Peking 2015 (15:20) und Rio 2016 (15:24). Wenths Bestleistung liegt bei einer Zeit von 15:16,12 Minuten und stammt aus dem Jahr 2015.
 

Jennifer Wenth im WM-Finale über 5.000m in Peking. © GEPA Pictures
Jennifer Wenth im WM-Finale über 5.000m in Peking. © GEPA Pictures
Für einen Start im 800m-Lauf wird eine Zeit von 2:01,00 Minuten (wie in Peking, 2:01,50 Minuten in Rio) erwartet. Leichter ist die WM-Qualifikation im 1.500m-Lauf, wo das Standard bei einer Zeit von 4:07,50 Minuten liegt (4:06,50 in Peking, 4:07 in Rio). Dagegen ist das Niveau im 3.000m-Hindernislauf im vergangenen Jahr an der Spitze wie in der Breite beträchtlich gestiegen, was sich auch auf das Limit niederschlägt. Anstatt 9:44 (Peking) oder 9:45 (Rio) müssen die Bewerberinnen eine Qualifikationszeit von 9:42,00 Minuten vorweisen.

Marathon-Limits bereits im Vorfeld bekannt

Bereits bekannt waren die Limits im Marathon und im 10.000m-Lauf. Für einen Marathon-Start in London verlangt die IAAF eine Zeit von 2:19 Stunden (2:18 in Peking) und 2:45 Stunden (2:44 in Peking). Allerdings ist diese Marke relativ, weil die meisten nationalen Verbände strengere Limits installieren. Im Falle des ÖLV liegen die nationalen Limits bei 2:15 bzw. 2:35 Stunden.
Während im Marathon durchaus Qualifikationsmöglichkeiten für mehrere Läuferinnen und Läufer existent sind, drängt sich in Österreichs Leichtathletik in beiden 10.000m-Läufen kein potenzieller WM-Starter auf. Dort liegt der Qualifikationsstandard bei einer Zeit von 27:45 Minuten (wie in Peking, bei Olympia 2016 28:00 Minuten) bei den Herren sowie einer Zeit von 32:15 Minuten (wie bei Olympia, 32:00 in Peking) bei den Damen.

Hohes Niveau

Der Qualifikationszeitraum gilt vom 1. Oktober 2016 bis 23. Juli 2017 (außer Marathon, 10.000m-Lauf, Geh-Bewerbe und Mehrkampf). Damit ist der WM-Qualifikationszeitraum deutlich kürzer als jener für die Olympischen Spiele 2016. An all diesen Qualifikationshürden (ausgenommen Marathon aus bereits vielfach geschilderten Gründen, Anm.) erkennt man rasch, dass international eine andere Musik gespielt wird als national. Es ist keine Überraschung, dass nur einzelne heimische Läuferinnen und Läufer das WM-Ticket nach London lösen werden.

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