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IAAF definiert Kriterien für internationale Starts russischer Athleten unter neutraler Flagge
Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hat mit Jahresbeginn 2017 auf die schweren Vorwürfe des McLaren-Reports der Welt Anti Doping Agentur (WADA) gegen den russischen Sport reagiert und tritt mit einem Konzept progressiv an den seit über einem Jahr suspendierten russischen Leichtathletik-Verband (RusAF)…
Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hat mit Jahresbeginn 2017 auf die schweren Vorwürfe des McLaren-Reports der Welt Anti Doping Agentur (WADA) gegen den russischen Sport reagiert und tritt mit einem Konzept progressiv an den seit über einem Jahr suspendierten russischen Leichtathletik-Verband (RusAF) heran. Demnach will die IAAF den Start russischer Leichtathleten als neutrale Sportler bei internationalen Wettkämpfen ermöglichen und forcieren. Bei den Olympischen Spielen 2016 konnte, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen Start von Whistleblowerin Yuliya Stepanova verhinderte, einzig die seit Jahren in den USA lebende Weitspringerin Darya Klishina als neutrale Athletin bei den Leichtathletik-Bewerben starten. Gleichzeitig könnte der jetzige Schritt darauf hinweisen, dass die von russischer Seite angestrebte Wiederaufnahme in den Leichtathletik-Weltverband verzögert wird. Die Suspendierung läuft aktuell bis mindestens Februar 2017, dann wird ein aktualisierter Lagebericht der IAAF-Taskforce unter der Leitung von Rune Andersen erwartet.
Zwei wichtige Grundvoraussetzungen für eine Bewerbung für den Status eines international berechtigten Starters unter neutraler Flagge sind einerseits die Präsenz im Testing Pool der IAAF für mindestens sechs Monate (diese Kontrollen müssen nicht zwangsweise außerhalb Russlands erfolgt sein, entscheidend ist die durchführende Behörde, Anm.) und andererseits selbstverständlich die Abwesenheit auf jener 200 Namen umfassenden Liste, die die IAAF von der WADA auf Basis der Erkenntnisse des McLaren-Reports übermittelt bekam. Bezüglich dieser Liste gibt es Unmutsäußerungen aus Russland. Der neu gegründete Verband unter der Leitung seines neuen Präsidenten Dmitry Shlyakhtin kritisiert die IAAF, die Informationen aus dieser brisante Liste nicht mit der RusAF geteilt zu haben. „So lange wir keine Informationen über Namen haben, können wir keine Aussage tätigen“, erklärte Shlyakhtin.
Coe unter Beschuss britischer Medien
Unterdessen ist Sebastian Coe, der bisher recht hart gegen die russische Leichtathletik vorgegangen ist, in britischen Medien in Kritik geraten. Wie die Daily Mail berichtet, sei Coe bereits 2014 in einer E-Mail von Dave Bedford, Renndirektor des London Marathon, auf die korrupten Vorgänge innerhalb der alten IAAF-Spitze unter Coes Vorgänger Lamine Diack hingewiesen worden. Ein Sprecher Sebastian Coes ließ ausrichten, dass der neue IAAF-Präsident diese Mail nie geöffnet und damit deren Inhalt auch nie gelesen hätte. Allerdings soll die Mail direkt an das Ehtik-Gremium der IAAF weitergeleitet worden sein. Dessen Vorsitzender Jesse Norman bezeichnete diese Version aufgrund der hochrangigen Stellung Coes innerhalb der IAAF und des damit gezeigten Desinteresses an dem thematischen Inhalt der Mail in einer von der Daily Mail zitierten Aussage als „sehr, sehr verstörend“.
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