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Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hat am Freitag in einer Presseaussendung eine weitreichende Änderung bekannt gegeben. Ab der kommenden Saison führt die Leichtathletik wie die meisten anderen Sportarten eine Weltrangliste. Diese soll in einer neuen Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Elite Ltd. erstellt…
IAAF-Präsident Sebastian Coe scheint ein Fan der neuen Weltranglisten zu sein: „Die Weltranglisten gibt dem globalen System eine Form. Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Sportart erhalten die Athleten, die Medien und die Fans eine klar verständliche Hierarchie in allen Disziplinen und zwar auf verschiedenen Ebenen: von der nationalen, über der kontinentalen hin bis zur globalen.“ In dieselbe Kerbe schlägt IAAF-Geschäftsführer Olivier Gers: „Die Ranglisten werden Klarheit in ein konfuses Wettkampfbild bringen.“ Gleichzeitig mit einer Strukturierung der Leichtathletik-Vergangenheit unter dem Titel „IAAF Heritage“ soll die Leichtathletik mit ihrem Erbe zukünftige Generationen inspirieren. Die IAAF spricht mit dieser innovativen Einführung von einem ersten Schritt in einem Prozess der fundamentalen Neuausrichtung der Leichtathletik.
Ende des Versteckspiels
Die exakten Auswirkungen der Einführung der Weltranglisten werden wohl erst während des ersten Wettkampfjahres ersichtlich. Bisher gab es mit dem Diamond Race, dessen Sieger mit Wildcards für Weltmeisterschaften ausgestattet wurden (ähnlich bei der IAAF World Indoor Tour für Hallen-Weltmeisterschaften), ein Ranking, das aber nicht die gesamte Leichtathletik umfasste, sondern nur einen Teil.
Der Hintergedanke der Innovation ist augenscheinlich: Die IAAF möchte Leichtathleten zu verstärkter Teilnahme an internationalen Meetings bewegen. Bisher wurden Athleten anhand ihrer Saisonbestleistungen und Vorwerte eingestuft. In der neuen Weltrangliste scheinen jene Athleten die Verlierer, die sich während des gesamten Jahres rar machen und nur zu den Höhepunkten auftauchen. Sollten Weltranglisten-Platzierungen wirklich Qualifikationsbedingung für Großereignisse sein, ist ein totales Versteckspiel wie es beispielsweise auch Sprintlegende Usain Bolt Jahre lang praktizierte, sowohl bei osteuropäischen und US-amerikanischen Leichtathleten nicht unüblich ist oder – ganz aktuell – in diesem Jahr die äthiopische Weltrekordläuferin Almaz Ayana, vorbei. Der Vorteil für die Leichtathletik liegt auf der Hand: Die Fans können die Stars öfters bewundern, sowohl vor Ort als auch im Fernsehen. Dies trägt zur Attraktivität und zur positiven Imagebildung der Sportart bei.
Verstärkte Teilnahme an internationalen Meetings ist übrigens auch im Anti-Doping-Kampf ein wichtiger Schritt, da die Athleten greifbarer für eine höhere Anzahl an Dopingtests werden – auch wenn die Wettkampfkontrollen im Kampf gegen Doping weit weniger effektiv und bedeutend sind als es verstärkte Trainingskontrollen wären.
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