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Im Rhythmus des Lebens

Die innere Uhr, bestehend aus unzähligen biologischen Rhythmen, beeinflussen unser Leben maßgeblich. Chronobiologe Dr. Maximilian Moser unterstreicht im RunUp-Interview ihre Bedeutung für ein optimales Funktionieren des Organismus und analysiert die positive Wechselwirkung zwischen gutem Schlaf und regelmäßiger sportlicher Aktivität.

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Die innere Uhr, bestehend aus unzähligen biologischen Rhythmen, beeinflussen unser Leben maßgeblich. Chronobiologe Dr. Maximilian Moser unterstreicht im RunUp-Interview ihre Bedeutung für ein optimales Funktionieren des Organismus und analysiert die positive Wechselwirkung zwischen gutem Schlaf und regelmäßiger sportlicher Aktivität.

RunUp: Die Chronobiologie erforscht die innere Uhr von Lebewesen. Wie und in welchem Ausmaß diktiert die innere Uhr das menschliche Leben?

Dr. Maximilian Moser: Ich würde nicht sagen, dass die innere Uhr das menschliche Leben diktiert. Sie beeinflusst es sehr stark. Unzählige Rhythmen existieren in unserem Körper. Es gibt nicht nur den Tagesrhythmus, auf den die Chronobiologie sich hauptsächlich fokussiert, sondern auch Jahres- und Wochenrhythmen und schnelle Rhythmen wie der Herzschlag. Alle Rhythmen bilden einen menschlichen Zeitorganismus, der genauso wirksam auf unseren Körper ist wie der räumliche.

Kann der Mensch seine innere Uhr übergehen?

Das tut er heute ohnehin bis zu einem gewissen Grad ununterbrochen. Er stellt plötzlich auf Sommerzeit um. Er geht abends nicht schlafen, obwohl die Sonne längst untergegangen ist und es stockdunkel ist. Er betreibt Nacht- oder Schichtarbeit, überspringt Zeitzonen und erfährt einen Jetlag. Heute gibt es ein Bewusstsein dafür, was passiert, wenn diese innere Uhr übergangen wird und daher hat die Chronobiologie an wissenschaftlicher Bedeutung gewonnen.

Was passiert?

Wenn sich Rhythmusstörungen permanent und über einen längeren Zeitraum wiederholen, kann das zu schweren Erkrankungen führen. Die Wissenschaft hat einen Anstieg von Herzinfakt-Inzidenz und ein um 50% höheres Risiko an Brust- und Prostatakrebserkrankungen bei Schichtarbeitern festgestellt.

Ao Univ. Prof. Dr. Maximilan Moser

Ao Univ. Prof. Dr. Maximilan Moser

Viele Menschen müssen in ihrem Job viel Reisen und erleben ständig einen Jetlag. Was können Sie aktiv unternehmen, um diese Rhythmusstörungen zu besänftigen?

Mit einzigen geschickten Maßnahmen kann Vieles vermieden werden. Die Umstellung auf die Zielzeit soll bei einem Aufenthalt von zwei Wochen oder länger so frühzeitig wie möglich erfolgen. Allerspätestens bei der Abreise am Flughafen soll man auf die Zielzeit eingestellt sein und nicht mehr zurückblicken. Das ist im Falle von Kurzaufenthalten natürlich nicht sinnvoll. Daher reisen heutzutage Fluglinien-Mitarbeiter gleich wieder zurück, damit sie sich eine Rhythmus­umstellung ersparen.

Wie kommt der Mensch zu seiner inneren Uhr? Oder wird sie von den Rahmenbedingungen ersten Lebensphase geformt?

Von niedrigen Säugetieren wie Mäusen weiß man, dass die genetische Komponente deutlich stärker zu tragen kommt. Beim Menschen ist sie kulturell überformt und Kinder lernen im Laufe des Lebens enorm von den Gewohnheiten der Eltern. Untersuchungen bei Kleinkindern, deren Schlaf- und Wachphasen sowie Essenszeiten rund um die Uhr beobachtet wurden, haben gezeigt, dass ein Kind etwa 16 Wochen benötigt, bis es den Tagesrhythmus übernommen hat. Der Tagesrhythmus ist nicht der einzige Rhythmus, aber ein sehr wichtiger. Und offensichtlich ist zusätzlich zur genetischen Prädisposition eine starke Bereitschaft des Organismus da, ihn zu erlernen. Eltern können sich ihr Leben wesentlich erleichtern, wenn sie ihr Kind möglichst rasch in einen Tagesrhythmus bringen. Bei zu früh geborenen Kindern, die allgemein empfindlicher sind, hat man festgestellt, dass dieses schnelle Annehmen eines Tagesrhythmus besonders positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Die innere Uhr tickt bei jungen Erwachsenen anders als bei Kindern und älteren Menschen …

Studien haben gezeigt, dass junge und ältere Menschen über fünfzig Ähnlichkeiten aufweisen.

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