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Ingebrigtsen-Debüt beim Hallen-Höhepunkt

Wirft man einen Blick auf die Starterfelder der Laufentscheidungen im Rahmen des Meetings Hauts-de-France Pas-de-Calais im französischen Liévin, findet dort am heutigen Mittwoch der Höhepunkt der Wintersaison 2023 statt. Alle sechs Laufentscheidungen versprechen hohe Qualität, unter anderem für Europas Laufstars bei einer wichtigen Generalprobe für die Hallen-Europameisterschaften in gut zwei Wochen.
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So hat Jakob Ingebrigtsen angekündigt, bei den kontinentalen Titelkämpfen Anfang März dabei sein zu wollen. Nach einer Wintervorbereitung, die er mehrfach aufgrund von Erkrankungen unterbrechen musste, gibt er heute Abend in Liévin über 1.500 Meter sein Saison-Debüt. Den Auftritt über die doppelte Distanz nächste Woche in Madrid könnte dagegen aufgrund der verkürzten Saisonvorbereitung ins Wasser fallen, die spanische Sportzeitung „Marca“ bezeichnet den Auftritt als fraglich und stellt die gesamte Hallensaison des Norwegers in Frage. Die spanische Sportzeitung „As“ ist da optimistischer und meint, dass Ingebrigtsen, falls der Wettkampf in Liévin gelingt, in Madrid über 1.500m an den Start gehen könnte. Das alles lässt Fragezeichen auftauchen, wie gut der Norweger bereits in Form ist. Wohl nicht in der Verfassung, wie letztes Jahr, als er im Norden Frankreichs einen Hallen-Weltrekord aufstellte. Jedenfalls ist das Feld so gestaltet, dass der 22-Jährige als Favorit auf den Sieg ins Rennen geht. Ihm gegenüber steht eine Phalanx junger Äthiopier, äußerst interessant ist aber der Auftritt von Lokalmatador Azzedine Habz, der vor einer Woche in Torun in eindrucksvoller Art und Weise gewonnen hat (siehe RunAustria-Bericht) und damit die Gesamtwertung der Indoor Tour auf seinem Radar haben dürfte. Mit einem zweiten Platz kann er mit dem führenden Briten George Mills gleichziehen, der seinerseits nicht in Liévin weilt.

RunAustria-Tipp: Das Meeting in Liévin wird ab 20:50 Uhr im Livestream auf dem Youtube-Kanal von World Athletics übertragen (nur in Österreich verfügbar)

Livestream von World Athletics

Hodgkinson orientiert sich an schneller Zeit

Im 800m-Lauf der Frauen, in dem es auch um Punkte für die Gesamtwertung geht, sind die Scheinwerfer auf Keely Hodgkinson gerichtet. Letzte Woche in Torun war sie im Duell mit Mary Moraa so klar überlegen, dass ein umgekehrter Zieleinlauf in Liévin eine Sensation wäre. Zumal die Britin trotz einer Zeit unter 1:58 Minuten nicht rundum zufrieden war und glaubt, noch schneller laufen zu können. Zuletzt richtig schnell auf französischem Boden war Ex-Freiluft-Weltmeisterin Halimah Nakaayi und zwar am Wochenende mit ihrem starken und siegreichen Auftritt in Metz (siehe RunAustria-Bericht). Auch Noélie Yarigo ist schon unter zwei Minuten gelaufen und das gleich zweimal. Die Australierin Catriona Bisset feiert in diesem hochkarätigen Feld ihren Saisoneinstieg, die letzte Hallensaison war durchaus eine gelungene. Sie teilt sich Startbahn zwei mit der Schweizerin Lore Hoffmann, die eine von vier Europäerinnen im Feld ist. Nach einem guten Saisoneinstieg könnte die 26-Jährige als vierte Schweizerin überhaupt unter dem Hallendach die Zeit von 2:01 Minuten unterbieten.

Saisoneinstieg für Girma und Fisher

Im 3.000m-Lauf der Frauen sind fast alle äthiopischen Läuferinnen, die in dieser Wintersaison auf der längsten Laufdistanz in der Halle auf europäischem Boden bisher das Tempo vorgegeben haben, dabei. Die Italienerin Nadia Battocletti hat nach ihrem sturzbedingten Aus am Wochenende in Metz noch eine Rechnung offen und plant im zweiten Anlauf, mit einem guten Resultat Schwung in Richtung Hallen-EM aufzunehmen, wo sie als eine der Favoritinnen auf den Titel über diese Distanz gilt.

Beachtlich besetzt ist der 3.000m-Lauf der Männer mit dem Äthiopier Lamecha Girma, eigentlich ein Hindernis-Spezialist, aber im letzten Jahr Hallen-Vize-Weltmeister und Gesamtsieger der World Athletics Indoor Tour, unter anderem mit einem Einzelsieg in Liévin, mit dem besten Vorwert. Vize-Weltmeister (5.000m) Jacob Krop, Thierry Ndikumwenayo und der US-Amerikaner Grant Fisher sind seine größten Kontrahenten auf dem Papier, womit ein sehr schnelles Rennen bis hin zu einem Angriff auf den Weltrekord von Daniel Komen (7:24,90) realistisch scheint. Der Auftritt des Amerikaners ist auch im Zusammenhang mit den letzten Wunderleistungen von Yared Nuguse in den USA, darunter sein 3.000m-Hallenrekord in Boston, interessant. Der prominenteste Europäer im Feld ist der Spanier Mohamed Katir.

Tsegay hat ihren Weltrekord im Auge

Stark besetzt ist auch der 800m-Lauf der Männer, in dem Lokalmatador Benjamin Robert, der eine Hallen-EM-Medaille als Saisonziel ausgerufen hat, auf den bisher in dieser Saison starken Schweden Andreas Kramer trifft. Mit Eliott Crestan aus Belgien, Mateusz Borkowski aus Polen, Amel Tuka aus Bosnien Herzegowina und Catalin Tecuceanu aus Italien sind weitere starke Europäer mit guter Form am Start. Als letzte Laufentscheidung des Tages geht der 1.500m-Lauf der Frauen mit Hanna Klein, die in diesem Winter so gut drauf ist wie vermutlich noch nie in ihrer Karriere. Favoritin auf den Sieg ist Hallen-Weltrekordhalterin Gudaf Tsegay, von der so ziemlich alles erwartbar ist – zuletzt lief sie eine sehr gute Meile in Torun. Dass ihr Weltrekord von 3:53,09 Minuten sicher wäre, ist nicht automatisch anzunehmen.

Meeting Hauts-de-France Pas-de-Calais

World Athletics Indoor Tour

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