Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Innerhofer-Doppelsieg beim Int. Wolfgangseelauf

Der Internationale Wolfgangseelauf erlebte in seiner 53. Auflage ein Lauffest der Rekorde. Sportlicher Höhepunkt war der Doppelsieg der Innerhofer-Zwillinge im Klassiker.
Weiterlesen

Share your love

Wenn Manuel und Hans-Peter Innerhofer (LC Oberpinzgau) über ihre Wettkampf-Auftritte sprechen, fehlt nebst der eigenen Leistungseinschätzung ein Aspekt praktisch nie: die Kulisse. So harmonierte der gestrige Sonntagmittag für die beiden Salzburger optimal: Ein Doppelsieg beim 27km-Klassiker rund um den Wolfgangsee traf auf optimale Laufbedingungen und herbstliche Traumkulisse. Diese Bedingungen wussten nicht nur die Teilnehmer:innen am größten 27km-Lauf der Veranstaltungsgeschichte, sondern auch jene im Salzkammergut Marathon, im 10km-Uferlauf, im 5,2km-Panoramalauf und bei den Bewerben am Vortag, darunter der größte Junior-Marathon der Veranstaltungsgeschichte, zu nutzen.

Der Applaus im Zentrum von St. Wolfgang war groß, genau 1:29:43 Stunden, nachdem der Startschuss für die 27 Kilometer lange Seeumrundung gefallen war. Als Erster der 1.961 Finisher dieses Rekordfeldes erreichte Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau) das Ziel und ließ sich, mit dem goldenen Kranz um den Hals, feiern. „Ich bin überrascht, wie locker ich heute gelaufen bin und wie kontrolliert ich das Tempo durchlaufen konnte. Schließlich habe ich in der WM-Vorbereitung kaum Kilometer im Flachen gemacht, sondern fast ausschließlich im Gelände trainiert“, gab sich der Salzburger nach dem Rennen zufrieden. Er hat die zweitschnellste Zeit erreicht, die je ein österreichischer Läufer auf dieser Strecke geschafft hat.

Internationaler Wolfgangseelauf 2025

Viele Trainingskilometer fehlen ihm deshalb, weil er im Frühsommer aufgrund gleich zweier muskulärer Verletzungen in der Wade hauptsächlich alternativ trainieren und anschließend sich voll auf die Vorbereitung der Berglauf- und Trailrunning-WM fokussieren musste. Dafür verfügt der 30-Jährige Mitte Oktober noch frische Beine. „Nachdem ich klar in Führung lag, bin ich nicht vollstes Risiko gegangen“, erklärte er. Die Wade sei noch in seinem Hinterkopf. Nächstes Jahr und mit anderen Voraussetzungen, so meinte der Pinzgauer, sei sicherlich noch die ein oder andere Minute drinnen.

Gute Formentwicklung

Der Sieg beim Wolfgangseelauf fiel mitten in eine intensive Wettkampfphase für den 30-Jährigen. Nach gleich zwei Verletzungen in der Wadenmuskulatur im Frühsommer konnte Manuel erst spät in die Saison einsteigen. Sein erster Höhepunkt waren die Berglauf- und Trailrunning Weltmeisterschaften Ende September, wo er als bester Österreicher im Mountain Classic ins Ziel lief. Während sein Zwillingsbruder und die anderen Kollegen aus dem Nationalteam mit dem Saison-Höhepunkt in den Pyrenäen ihr Wettkampfjahr langsam ausklingen ließen, startete Innerhofer in den letzten Wochen mit frischeren Beinen durch.

Beim Finale der Golden Trail Series in Italien schnupperte er in die Weltklasse, eine Woche später nun der Sieg beim Internationalen Wolfgangseelauf und kommendes Wochenende soll noch ein erfolgreicher Auftritt beim Trailrunning Festival in Salzburg folgen. „Ich fühle mich nicht nur immer noch sehr frisch, sondern ich spüre, dass ich jetzt erst langsam in Topform komme. Ich bin sehr zufrieden, wie es in den letzten Wochen gelaufen ist. Auch von heute nehme ich nur positive Gefühle mit“, so der sechsfache Berglauf-Staatsmeister.

Bereits beim Anstieg auf den Falkenstein fiel die Vorentscheidung im Brüder-Duell. © Wolfgangseelauf / Hörmandinger

Wettkämpfe zum Genießen

Im Gegensatz zu seinem Bruder Hans-Peter war es für Manuel sein erster Auftritt beim Internationalen Wolfgangseelauf. Im Gegensatz zu Manuel kam Hans-Peter nicht mit frischen Beinen ins Salzkammergut. Seine lange und intensive Trailrunning-Saison hat Spuren hinterlassen, zudem zwang ihn eine leichte Lebensmittelvergiftung nach der WMTRC Ende September zu einer Trainingspause.

Für diese Voraussetzungen lief es gestern für ihn beachtlich. Zwar konnte er dem Tempo seines Bruders gleich von Beginn an nicht folgen, gleichzeitig hatte er nach dem herausfordernden Falkenstein schon einen Vorsprung von einer Minute auf den ehemaligen Sieger Markus Lemp (LC Sicking). Am Ende belegte er in einer Zeit von 1:32:26 Stunden den zweiten Platz, wie schon 2022. Lemp komplettierte das Stockerl in einer Zeit von 1:36:40 Stunden. Den Großteil seines dreiminütigen Vorsprungs auf den viertplatzierten Andreas Englbrecht (Team Sport Lichtenegger) hat sich der Oberösterreicher bereits auf der ersten Streckenhälfte erarbeitet.

„Ich bin eigentlich überrascht, wie gut es mir gelungen ist, mein Tempo kontrolliert vom Start bis zum Ziel durchzulaufen, trotz leichter Krämpfe. Daher bin ich sehr zufrieden“, so Hans-Peter Innerhofer, dem bewusst war, dass er gestern nicht auf dem Niveau seines Bruders performen konnte. Dennoch genoss er den Wettkampf: „Ich mag solche Rennen nach den Saisonhöhepunkten sehr. Da tritt der Spaß etwas mehr in den Vordergrund, weil der Leistungsdruck nicht so hoch ist. Ich stehe zwar mit derselben Einstellung am Start und will immer ein gutes Rennen laufen, aber es ist alles eine Spur entspannter. Und man trifft viele Leute, die man kennt.“

Überlegener Sieg für De Baey Ruszin

Einen deutschen Doppelsieg gab es bei den Frauen mit Kirsten De Baey Ruszin als klarer Siegerin in einer Zeit von 1:45:14 Stunden. Die 35-Jährige blickt auf eine erfolgreiche Trailrunningsaison zurück und fuhr Top-Ergebnisse beim Zermatt Marathon und beim Jungfrau Marathon ein, zudem war sie Sechste bei den Weltmeisterschaften im Duathlon. Philine Meister, im Frühling Siegerin beim Halbmarathon im Rahmen des Vienna City Marathon, und die Oberösterreicherin Theresa Briglechner als beste Österreicherin durften mit ihr zur Siegerehrung. Die ehemalige Siegerin Anna Glack (Honeder Naturbackstube) feierte ihr Comeback nach einer Babypause und lief als Neunte ins Ziel.

Große Laufbegeisterung

Der Internationale Wolfgangseelauf ist Österreichs größter Erlebnislauf abseits der größeren Städte. Der 27km-Klassiker ging bereits zum 53. Mal über die Bühne und ist Oberösterreichs ältester Laufevent. Einzigartig ist dabei die landschaftliche Kulisse des Salzkammerguts. Die Strecke führt durch zwei Bundesländer. Mit knapp 7.000 Anmeldungen, so die offizielle Veranstaltungskommunikation, gelang ein neuer Teilnehmer:innenrekord.

Marathon-Siege für Schreiner und Hamm

Die 14. Auflage des Salzkammergut Marathon mit Start in Bad Ischl und der Seeumrundung als letzte zwei Drittel der Strecke standen ganz im Zeichen der überlegenen Siege von Markus Schreiner (LAC BMD Amateure Steyr) und Maren Hamm. Der Oberösterreicher wiederholte seinen Vorjahressieg und war in einer Zeit von 2:46:49 Stunden um drei Minuten schneller als damals. Die Deutsche schaffte in einer Zeit von 3:10:16 Stunden, auf dem hügeligen und daher schwierigen Kurs, einen neuen Streckenrekord.

Die Laufbegeisterung beim Internationalen Wolfgangseelauf 2025. © Hörmandinger

Der 10km-Uferlauf, der zweitbeliebteste Bewerb beim Internationalen Wolfgangseelauf mit Start in Geschwandt, brachte eine Wiederholung des Ergebnisses vom Jedermannlauf in Salzburg vor zwei Wochen (siehe RunUp.eu-Bericht). Die in Salzburg lebende Annika Leineweber siegte in einer Zeit von 36:04 Minuten vor Agata Strausa (Union Salzburg), die eine Zeit von 36:29 Minuten erreichte. Vorjahressiegerin Kerstin Springer (Union Rohrbach-Berg) vervollständigte in einer Zeit von 36:49 Minuten sehr leistungsstarke Top-Drei. Nur acht Sekunden fehlten der Siegerin auf den Streckenrekord der diesmal Drittplatzierten aus dem Vorjahr. Bei den Männern war der Linzer Christian Guttenbrunner in einer Zeit von 34:01 Minuten der Schnellste vor Nicolas Kellinger (Limodore Runion Altenberg) und Oliver Pfaffenwimmer (LAC Collective Molln).

Christoph Stadler (Running Colletive) setzte sich im 5,2km Panoramalauf knapp vor Lukas Sturm und Moritz Heiml durch, die Siegerzeit lag bei 17:23 Minuten, der Vorsprung auf die beiden bei einer Sekunde. Das Mühlviertler Talent Emma Scherb (TriPowerWimbergerFreistadt), Jahrgang 2008, gewann die Frauenwertung in einer Zeit von 19:43 Minuten vor Maria Pangalila (LAC Nationalpark Molln) und der in Österreich lebenden Slowakin Katarina Lovrantova.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © SIP, Wolfgangseelauf / Hörmandinger

Share your love