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Italien gelingt Titelverteidigung bei Team-EM

Angeführt von Kapitänin Nadia Battocletti hat sich Italien zum zweiten Mal in Folge den Titel bei der Team-EM geholt. Polen und Deutschland gewannen die weiteren Medaillen.
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Italiens Leichtathletik bleibt die Nummer eins in Europa. Die italienischen Leichtathlet*innen bestätigten mit dem Erfolg bei der Team-EM 2025 in Madrid die Ergebnisse bei der Team-EM 2023 und auch bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2024 in Rom. Mit 431,5 Punkten setzte sich die „Squadra Azzurra“ deutlich vor Polen und Deutschland, womit das Stockerl genauso aufgestellt war wie vor zwei Jahren in Chorzow. Die Niederlande lag lange auf Medaillenkurs und wurde Vierter, Gastgeber Spanien und das ersatzgeschwächte französische Team mussten sich mit den Rängen sechs und sieben zufrieden geben. Die Schweiz erfüllte seine Ziele mit Platz zehn und steigerte sich im Vergleich zu vor zwei Jahren

Das italienische Team bestach bei der Team-EM 2025 mit einer großen Konstanz über alle Bewerbe und setzte sich auf Basis derer ungefährdet gegen die anderen starken europäischen Nationen durch. Das polnische Team landete zum fünften Mal in Serie in den Top-Zwei, Deutschland holte die anvisierte Medaille trotz einiger prominenter Ausfälle. Damit bliebt es bei einer einzigen von mittlerweile elf Austragungen der Team-EM und Vorgängereditionen, bei denen der DLV keine Medaille gewonnen hat.

Nach einem schlechten Start ins Wochenende war das Ziel Medaille zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt. Daher lobte Jörg Bügner, DLV-Vorstand Leistungssport, den Kampfgeist und Charakter des Teams, das Höhen und Tiefen überwunden habe. Enttäuschung gab es dagegen im Lager der Franzosen. „Wir waren nur selten auf dem Niveau unserer Saisonbestleistungen“, beklagte Romain Barras, der für den Leistungssport im französischen Verband zuständig ist. Entgegen des aktuellen Aufschwungs der französischen Leichtathletik rund um die Olympischen Spiele 2024 in Paris konnte die „Grande Nation“ bei weitem nicht um Edelmetall mitkämpfen. Auch der Gastgeber leckte seine Wunden: „Wir haben von einer Medaille geträumt. Der sechste Platz entspricht nicht annähernd unseren Zielen“, meine Nationaltrainer Pepe Peiró gegenüber der spanischen Sportzeitung „Marca“ nüchtern.

Endergebnis Team-EM 2025 der 1. Division
1. Italien 431,5 Punkte
2. Polen 405,5 Punkte
3. Deutschland 397 Punkte

4. Niederlande 384,5 Punkte
5. Großbritannien 381 Punkte
6. Spanien 378 Punkte
7. Frankreich 354,5 Punkte
8. Portugal 300 Punkte
9. Schweden 288,5 Punkte
10. Schweiz 286 Punkte
11. Tschechien 283 Punkte
12. Griechenland 253 Punkte
13. Ungarn 244,5 Punkte
14. Ukraine 231 Punkte *
15. Finnland 220,5 Punkte *
16. Litauen 178,5 Punkte *
 
* Abstieg in die Team-EM 2. Division

Die acht Laufentscheidungen

In der ersten Laufentscheidung des langen Wochenendes in Madrid, das mit den Stabhochsprungbewerben in der Innenstadt bereits am Donnerstag begann, war am Freitagabend im Estadio Vallehermoso, einem reinen Leichtathletik-Stadion mit rund 10.000 Zuschauerplätzen, der 5.000m-Lauf der Frauen. An der Spitze agierte einer der weiblichen, europäischen Laufstars. Nadia Battocletti führte das Team des Titelverteidigers Italien als Kapitänin erfolgreich ins Wochenende und setzte sich in einer Zeit von 15:56,01 Minuten vor der Spanierin Marta Garcia und Diane van Es aus Holland durch. „Das Ziel war, so viele Punkte wie möglich für das Team zu sammeln. Wie wir alle habe ich mein Bestes gegeben“, so die 25-Jährige. Elena Burkard zeigte sich mit Platz sechs für Deutschland gut in Schuss.

Als Nächstes bot sich Gastgeber Spanien die Chance auf einen Heimsieg und Mohamed Attaoui wurde seiner Favoritenrolle gerecht. „Ich war ein bisschen nervös. Es war ein Heimrennen, meine Familie und viele Freunde kamen ins Stadion und ich wusste, dass das Publikum den Sieg von mir erwartete. Daher bin ich richtig glücklich“, sagte Attaoui. Der 23-jährige Vize-Europameister von Rom lief in einer Zeit von 1:44,01 Minuten einen neuen Meisterschaftsrekord (bisher 1:45,11) und gewann das Duell gegen den überraschend starken Italiener Francesco Pernici, der eine neue persönliche Bestleistung von 1:44,39 Minuten erzielte. „Ich bin extrem happy“, sagte der 22-Jährige. Stark in Szene setzten sich Ivan Pelizza aus der Schweiz und Alexander Stepanov aus Deutschland mit den Positionen fünf und sechs.

Im 3.000m-Hindernislauf der Männer feierte Deutschland seinen einzigen Laufsieg. Karl Bebendorf unterbot den Meisterschaftsrekord des Franzosen Yoann Kowal aus dem Jahr 2014 um fünf Sekunden und setzte sich in einer Zeit von 8:20,43 Minuten gegen Lokalmatador Daniel Arce und den Franzosen Nicolas-Marie Daru durch. Alle drei haben ihre gute Form in dieser Saison bereits bestätigt. „In den letzten sechs Duellen gegen Daniel Arce bin ich immer als Verlierer von der Bahn gegangen. Ich liebe diese Meisterschaftsbewerbe“, so der 29-Jährige. Arce nannte die Atmosphäre „grandios“ und sprach von „wertvollen 15 Punkten“. Daru war dagegen überhaupt nicht amüsiert: „Ich bin hierher gekommen, um zu gewinnen, nicht um Dritter zu werden.“

Team-EM 2025 1. Division

Der einzige Laufbewerb am Samstag war der 800m-Lauf der Frauen, in dem die Französin Anais Bourgoin den Meisterschaftsrekord von der Premierenausgabe der Ukrainerin Yuliya Krevsun um zwei Hundertstelsekunden auf eine Zeit von 1:58,60 Minuten korrigierte. Hinter der EM-Medaillengewinnerin von Rom sicherte sich Audrey Werro in 1:58,78 Minuten Platz zwei für die Schweiz vor der Italienerin Eloisa Coiro und zeigte sich damit zufrieden. Smilla Kolbe sammelte für Deutschland als Siebte wertvolle Punkte.

Am Sonntagabend ging es mit den beiden Entscheidungen im 1.500m-Lauf weiter. Hallen-Europameisterin Agathe Guillemot aus Frankreich wurde ihrer Favoritinnenrolle in 4:08,72 Minuten vor Salomé Afonso aus Portugal und Revee Walcott-Nolan aus Großbritannien gerecht. Ebenfalls ein Favoritensieg gelang dem zuletzt in der Diamond League stark laufenden Isaac Nader aus Portugal in einer Zeit von 3:39,08 Minuten. „Ich bin in guter Form“, stellte der 25-Jährige fest. Der Holländer Stefan Nillessen belegte Platz zwei vor dem überraschend starken Polen Filip Rak. Marc Tortell überzeugte für Deutschland mit Platz fünf.

Eine kleine Überraschung lieferte der offene 3.000m-Hindernislauf der Frauen, indem die 21-jährige Finnin Ilona Mononen in einer Zeit von 9:49,21 Minuten den Sieg knapp vor Sarah Tait aus Großbritannien holte. „Ich wusste, dass ich einiges an Speed für die letzten Meter nach dem letzten Hindernis in den Beinen haben würde“, so Mononen. Als letzte Laufentscheidung des Wochenendes ging der 5.000m-Lauf der Männer über die Bühne. Nach einer bisher nicht überzeugenden Saison setzte der 20-jährige Niels Laros mit dem Sieg in 13:44,45 Minuten ein Zeichen. Ihm folgten die EM-Medaillengewinner Dominic Lobalu aus der Schweiz und Thierry Ndikumwenayo Spanien sowie der Deutsche Frederik Ruppert, der eigentlich Spezialist im 3.000m-Hindernislauf ist.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Greg Hristov / Pixabay

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