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57:20 Minuten – so heißt der neue Weltrekord im Halbmarathon, aufgestellt von Jacob Kiplimo, der vor gut einem Jahr in Barcelona schon eine Zeit von 56:42 Minuten gelaufen ist. Doch diese Leistung hat keine Anerkennung erhalten, weswegen Yomif Kejelcha für wenige Wochen wieder Weltrekordhalter war. Nun hat der Ugander seine Bestmarke zurück, nach einem souveränen Auftritt in der portugiesischen Hauptstadt.
Es ist wohl ein Wellenbad der Gefühle seit einigen Wochen für Jacob Kiplimo. Weil der Leichtathletik-Weltverband (World Athletics) es als erwiesen sah, dass Jacob Kiplimo ein Zuviel an unerlaubter Windschatten-Unterstützung des Führungsfahrzeugs genossen hat, ratifizierte er Jacob Kiplimos Leistung beim Barcelona Halbmarathon 2024 nie (siehe RunUp.eu-Bericht).
Nun hat der 25-jährige Star aus Uganda zwei keine neue persönliche Bestleistung, aber wieder einen Weltrekord. In einer Zeit von 57:20 Minuten war er beim Lissabon Halbmarathon, der erste der diesjährigen Super Halfs, um elf Sekunden schneller als vor viereinhalb Jahren, als er auf dieser Strecke ebenfalls schon einmal einen Weltrekord gelaufen ist, und zehn Sekunden schneller als Yomif Kejelcha beim Valencia Halbmarathon 2024. So legte das Ausnahmetalent eine gelungene Generalprobe für den London Marathon hin, wo Kiplimo Ende April einer der Hauptprotagonisten sein wird. Auch Weltrekord-Vorgänger Kejelcha wird in der britischen Hauptstadt am Start sein, für ihn ist es dort das Marathon-Debüt – wie für Kiplimo vor einem Jahr auch in London.
„Nach den ersten zehn Kilometern dachte ich, dass der Weltrekord möglich wäre. Auf den letzten beiden Kilometern habe ich noch einmal alles gegeben. Ich bin so glücklich, ihn gebrochen zu haben“, so Kiplimo nach dem Rennen. Die Weltrekord-Bonusprämie lag bei 50.000 Euro. Der ehemalige 5.000m-Spezialist Nicholas Kipkorir aus Kenia lief einige Zeit gemeinsam mit Kiplimo und finishte mit einer starken persönlichen Bestleistung von 58:08 Minuten auf Platz zwei. Damit liegt der 27-Jährige in den Top-Ten der ewigen kenianischen Bestenliste. Das Besondere: Beim Lissabon Halbmarathon waren keine Tempomacher im Einsatz.
Auch der drittplatzierte Gilbert Kiprotich aus Kenia blieb knapp unter 59 Minuten. Der Deutsche Samuel Fitwi erzielte eine persönliche Bestleistung von 1:01:13 Stunden und kam auf Platz 19 ins Ziel. Der Schweizer Marathon-Olympionike Matthias Kyburz erzielte Platz 25 mit einer Zeit von 1:02:16 Stunden. Bester Europäer war der Franzose Valentin Gonduin auf Platz elf in 1:00:35 Stunden einen Hauch vor dem neuen portugiesischen Meister Samuel Barata.
Im Rennen der Frauen wiederholte Tsigie Gebreselama ihren Vorjahressieg in einer Zeit von 1:04:48 Stunden, das hatte es in der portugiesischen Hauptstadt seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Im Ziel hatte die 25-jährige Siegerin über zwei Minuten Vorsprung auf die Kenianerinnen Janeth Chepngetich und Regina Wambui.
Die Französin Mekdes Woldu stellte als Siebte in einer Zeit von 1:08:20 Stunden den Landesrekord von Alessia Zarbo ein. Mariana Machado gewann bei ihrem Halbmarathon-Debüt in starken 1:10:10 Stunden den nationalen Meistertitel. Dahinter platzierten sich zwei ehemalige und nach langen Sperren rehabilitierte Dopingsünderinnen: Clémence Calvin aus Frankreich in 1:10:10 und die ehemalige 1.500m-Weltmeisterin Abeba Aregawi, immer noch für Schweden startend, in 1:11:29 Stunden.
🇯🇵 Sheila Chepkurui, ehemalige Siegerin des New York City Marathon, hat ihren Vorjahressieger beim größten Marathon nur für Frauen, den Nagoya Women’s Marathon, wiederholt. Symbolträchtig am Internationalen Frauentag ausgetragen, setzte sich die Kenianerin in einem dramatischen Finish gegen die starke Japanerin Sayaka Sato durch, die zwei Sekunden später das Ziel erreichte. Damit ist nicht nur die Siegerin dieselbe wie im letzten Jahr, sondern auch die Zweitplatzierte.
Chepkurui erreichte bei von einem starken Wind beeinträchtigten Marathon eine Zeit von 2:21:54 Stunden und sorgte für den vierten kenianischen Sieg in den letzten fünf Jahren in der japanischen Großstadt, der mit einem Preisgeld in Höhe von rund 80.000 Euro belohnt wurde.
Die Äthiopierin Aynalem Desta belegte in 2:22:37 Stunden Rang drei. Asienrekordhalterin Honami Maeda, die sich in guter Verfassung angekündigt hatte, erwischte ebenso wie die ehemalige Siegerin Yuka Ando einen rabenschwarzen Tag. Beide blieben nicht unter 2:30 Stunden. 17.071 Läuferinnen finishten in Nagoya die Marathon-Distanz.
🇺🇸 Die 45-jährige Kenianerin Priscah Cherono hat in einer Zeit von 2:25:19 Stunden die 41. Auflage des Los Angeles Marathon gewonnen. Die dreifache Mutter hat bereits vor 18 Jahren an Olympischen Spielen teilgenommen, damals im 5.000m-Lauf. Zweite wurde mit gut zwei Minuten Rückstand die Amerikanerin Kellyn Taylor, eine 39-jährige, vierfache Mutter. Besonders eng war der Zieleinlauf der Männer. Der Amerikaner Nathan Martin setzte sich in einer Zeit von 2:11:18 Stunden einen Wimpernschlag vor dem Kenianer Michael Kamau durch. Das Überholmanöver gelang mit perfektem Timing, auf der Zielgerade hatte der 36-Jährige noch einige Meter Rückstand auf den völlig entkräfteten Kenianer, der zudem beinahe dem abbiegenden Führungsfahrzeug gefolgt wäre.
Rund 27.000 Laufbegeisterte hatten sich für den Marathon in der kenianischen Metropole angemeldet. Für Diskussionen sorgte die Entscheidung des Veranstalters, aufgrund der prognostizierten Hitzebedingungen Teilnehmer:innen offiziell eine Abkürzung in der Schlussphase zu erlauben und ihnen nach einer Distanz von 29 Kilometern eine Finisher-Medaille umzuhängen – ohne offizielles Marathonresultat.
🇩🇪/🇪🇸 Bei den Deutschen Meisterschaften im 10km-Lauf in Uelzen gingen die Titel an Eva Dieterich, die sich in einer Zeit von 31:54 Minuten vor Elena Burkard und Esther Pfeiffer durchsetzte, und Nils Voigt, der in einer persönlichen Bestzeit von 27:56 Minuten schneller war als Florian Brehm und Hendrik Pfeiffer. Ebenfalls eine tolle 10km-Leistung gelang dem Schweizer Dominic Lobalu in Bilbao, wo er einen Streckenrekord von 27:36 Minuten aufstellte und das Limit für die Europameisterschaften in Birmingham (10.000m) unterbot.
🇧🇪 Der zweifache Olympia-Medaillengewinner und Europarekordhalter Bashir Abdi ist kurz vor seinem Frühjahrsmarathon in Topform. In Gent in Belgien lief er bei einem Rennen, das nach seinem Namen benannt ist, im Alleingang einen belgischen Halbmarathonrekord von 59:28 Minuten und erreichte als klarer Sieger das Ziel. „Diese Leistung zeigt: Ich bin wieder da“, sagte der 37-Jährige belgischen Medien fünf Wochen vor seinem Start beim Rotterdam Marathon. Abdi liegt nun auf Rang fünf der ewigen europäischen Bestenliste im Halbmarathon.
🇫🇷/🇮🇹 50.000 Laufbegeisterte, davon 45% Frauen, haben am Sonntag den Paris Halbmarathon absolviert. Die Siege gingen an Ftaw Zeray aus Äthiopien in neuer Streckenrekord zeit von 1:05:10 Stunden und Kennedy Kimutai aus Kenia in 1:00:10 Stunden. Eine Woche zuvor feierte der Halbmarathon RomaOstia mit 13.500 Angemeldeten und 100 verschiedene Nationalitäten im Feld einen neuen Teilnehmer:innenrekord. Am schnellsten lief Michael Temoi aus Kenia die bekannt schnelle Strecke von der Hauptstadt zu ihrem antiken Hafen und stellte auf der nicht Bestenlisten tauglichen, Punkt-zu-Punkt-Strecke eine Weltklassezeit auf. In 58:00 Minuten war der 20-Jährige 39 Sekunden schneller als sein Landsmann Kipkogei Kipkoech.
🇺🇸 Einen Skandal gab es wenige Stunden später bei den US-amerikanischen Meisterschaften im Halbmarathon in Atlanta. Die klar führende Jess McClain und ihre drei Verfolgerinnen wurden vom Führungsfahrzeug fehlgeleitet und liefen auf der Marathon- anstatt der Halbmarathonstrecke weiter. Sie verloren rund drei Minuten an Zeit. Damit war die Chance auf den Titel weg, McClain kam als Neunte ins Ziel. Molly Born kam in einer Zeit von 1:09:43 Stunden unverhofft als Siegerin ins Ziel, rund eineinhalb Minuten vor McClain. Alle Proteste wurden abgewiesen, das Ergebnis ist offiziell.
Neben dem Wettkampfsieg ging es um ein Preisgeld in Höhe von etwa 17.000 Euro für die Siegerin, außerdem wollte der US-amerikanische Leichtathletik-Verband anhand der Ergebnisse für die WM im Herbst in Kopenhagen nominieren. Der veranstaltende Atlanta Track Club will den geschädigten Athletinnen ebenfalls das Preisgeld auszahlen, der Verband will mit der Nominierung abwarten und die Ereignisse prüfen. Die offiziellen Top-Drei haben bereits an die USATF appelliert, die drei ursprünglich Führenden im Rennen für die WM zu nominieren.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © Sergio Mateo María for World Athletics – Jakob Kiplimo beim Crosslauf-WM-Titel 2026.