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Julia Mayer erfüllt Leistungsanforderung für WM

Julia Mayer hat dank ihrer Leistung beim Traunsee Halbmarathon am vergangenen Samstag vom Verband grünes Licht für einen WM-Start im September in Tokio.
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Vielleicht ist die Sommersonnenwende 2025 eine Wende in der Karriere von Julia Mayer. Vielleicht. Jedenfalls meldete sich die 32-Jährige mit ihrem Sieg in einer Zeit von 1:13:52 Stunden nach einer schwierigen Zeit mit einem sportlichen Zeichen zurück und erfüllte die Vorgabe einer Leistungsbestätigung des Österreichischen Leichtathletik-Verbands (ÖLV) um acht Sekunden. Damit hat sie grünes Licht für einen Start beim WM-Marathon in Tokio im September, für den die ÖLV-Rekordhalterin sportlich qualifiziert ist.

Mit dem Ziel, unter 1:14 Stunden zu bleiben, startete Julia Mayer (DSG Wien) am Samstagabend bei sommerlichen Bedingungen in den Generali Traunsee Halbmarathon auf der Strecke von Ebensee nach Gmunden. Zu den sommerlichen Temperaturen von rund 26°C. beim Start gesellte sich leichter Gegenwind als Herausforderung. Sie bildete die gesamte Strecke ein Duett mit Männer-Sieger Christian Slawiczek, von dem sie sich auf den letzten Passagen leicht absetzen konnte und damit die Wunschzeit erreichte: 1:13:52 Stunden. Das ist ein neuer Streckenrekord beim Event, fast drei Minuten schneller als Cornelia Stöckl-Moser bei der Event-Premiere vor sieben Jahren. „Ein sehr solides Rennen!“, zeigte sich die Athletin im Gespräch mit Laufsport-Journalist Olaf Brockmann zufrieden und betonte, dass die WM-Teilnahme für Österreich in Tokio 2025 eine Herzensangelegenheit für sie sei.

Sportliches Zeichen nach schwieriger Zeit

Nach der Teilnahme am Olympischen Marathon 2024 in Paris, Höhepunkt eines jahrelangen Aufbaus mit sukzessiven Steigerungen ihrer Leistungsfähigkeit bis hin zu ÖLV-Rekorden von 2:26:43 Stunden im Marathon (Valencia 2023) und 1:11:09 Stunden im Halbmarathon (Barcelona 2024) fiel Mayer in ein mentales Loch und benötigte Zeit, sich von dieser schwierigen Phase zu erholen und neue sportliche Ziele in den bedingungslosen Fokus zurück zu rücken. Dadurch entstand ein erheblicher Trainingsrückstand, außerdem sagte die 32-Jährige etliche Wettkampfstarts in den letzten Monaten ab, darunter jenen beim Rotterdam Marathon im April.

Aus diesem Grund forderte der ÖLV von der Olympia-Teilnehmerin legitimerweise eine Leistungsbestätigung und definierte mit der Halbierung der intern geforderten Marathon-Leistung für eine WM-Nominierung von 2:28:00 Stunden, die Mayer bei ihrem ÖLV-Rekordlauf in Valencia 2023 ganz am Beginn des Qualifikationszeitraums ja bereits unterboten hat, einen Richtwert. Diesen hat Mayer nun erfüllt. Der Auftritt in Tokio wird ihre zweite WM-Teilnahme nach dem fordernden Hitzemarathon in Budapest 2023.

Lauf in den Sonnenuntergang

Mit fast 3.900 Läufer*innen feierte der Generali Traunsee Halbmarathon einen neuen Teilnahmerekord, 44 unterschiedliche Nationalitäten befanden sich darunter. Nach dem Motto „Lauf in den Sonnenuntergang“ ist die Startzeit genau zwei Stunden vor dem Sonnenuntergang angesetzt. 1.182 Läufer*innen schafften es ins Ziel, bevor die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont verschwanden.

Sieg beim St. Laurent-Lauf

Mayer nahm mit einer Teilnahme an einem Laufevent ihres Sponsors in Tokio Anfang Mai und mit der Teilnahme am Österreichischen Frauenlauf Anfang Juni in Wien langsam Fahrt auf für das Ziel, rechtzeitig vor den Sommermonaten einen Halbmarathon zu bestreiten, um die vom ÖLV geforderte Leistungsbestätigung zu erfüllen. Sechs Tage vor dem Traunsee Halbmarathon startete die Niederösterreicherin beim St. Laurent-Lauf in Tattendorf nahe Wien, auch um die Hitzebedingungen zu simulieren. Der Test gelang in Begleitung von Mario Bauernfeind (ÖBV Pro Team), der das Männerrennen in 34:37 Minuten gewann, mit einer Leistung von 34:48 Minuten.

© privat

Erfolgreicher Testlauf auch für Gruen

Nach Julia Mayers Halbmarathonleistung von Samstag ist fixiert, dass beide WM-Marathons in Tokio mit heimischer Beteiligung über die Bühne gehen werden. Aaron Gruen (ÖBV Pro Team) wird den Marathon der Männer bestreiten (siehe RunUp.eu-Bericht). Auch der ÖLV-Rekordhalter bei den Männern lief am vergangenen Wochenende einen wichtigen Wettkampf zur Standortbestimmung. In seinem ersten seit dem Marathonrekord von 2:09:53 Stunden Ende März in der Nähe von New York beendete er den B.A.A 10K in Boston in einer Zeit von 30:05 Minuten und lief damit in die Top-20 des Klassements. Gruen hatte den Lauf eher als harten Trainingslauf als als Wettkampf angelegt und wird sich im Sommer in einem Trainingslager in Park City auf die WM vorbereiten, wie er Olaf Brockmann schilderte. Seinen Frühjahrsmarathon 2026 wird Aaron Gruen in Wien laufen (siehe RunUp.eu-Bericht).

Weitere Straßenlauf-Entscheidungen

🇺🇸 Schnellster beim B.A.A 10K war Gabriel Geay aus Tansania in einer Zeit von 28:14 Minuten vor Zouhair Talbi, ein Marokkaner, der seit kurzem die US-Staatsbürgerschaft hat, und Patrick Dever aus Großbritannien. Den US-Meistertitel holte sich der sechstplatzierte Joe Klecker in einer Zeit von 28:35 Minuten. Bei den Frauen ging der Titel an die drittplatzierte Emily Sisson in einer Zeit von 31:42 Minuten. Sharon Lokedi feierte rund zwei Monate nach ihrem Triumph beim Boston Marathon eine erfolgreiche Rückkehr nach Boston und setzte sich im Endspurt gegen ihre Landsfrau Gladys Kwamboka durch. Beide wurden mit einer Zeit von 31:39 Minuten gewertet.

🇨🇭Rund 12.000 Läuferinnen und Walkerinnen nahmen bereits vor einer Woche beim Schweizer Frauenlauf in Bern teil, der bereits seine 39. Auflage feierte. Einige der schnellsten Schweizer Läuferinnen nahmen auf der 5km-Strecke teil: Hindernislauf-Spezialistin Chiara Scherrer (16:58) sowie die Marathonläuferinnen Fabienne Schlumpf (17:00) und Fabienne Vonlanthen (17:04) belegten hinter der äthiopischen Siegerin Dinad Gemechu (16:51) die Ränge zwei bis vier. Die aktive Teilnahme Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider verlieh dem Event zusätzliche Bedeutung, sie sagte im Ziel: „Der Frauenlauf bewegt nicht nur Körper, sondern auch Gesellschaft. Ich bin stolz, heute mit Tausenden Frauen durch Bern gelaufen zu sein.“

🇨🇿 Einen deutschen Erfolg gab es beim Halbmarathon in Olomouc vor einer Woche. Bei den Männern setzte sich Johannes Motschmann in einer Zeit von 1:03:29 Stunden mit über einer Minute Vorsprung durch. Siegerin bei den Frauen war die Spanierin Meritxell Soler, die in einer Zeit von 1:11:53 Stunden knapp vor Nora Szabo, ungarische Teilnehmerin am diesjährigen Vienna City Marathon, und der Ukrainerin Mariia Mazurenko im Ziel war. Die Deutsche Deborah Schöneborn belegte in einer Zeit von 1:14:05 Stunden den vierten Platz. Der Olomouc Halbmarathon, heuer zum 15. Mal ausgetragen, gehört zu RunCzech Running League.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Johannes Langer – Julia Mayer beim Valencia Marathon 2023.

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