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Reynold Cheruiyot, 18 Jahre jung und mit einem eigenartigen Laufstil ausgestattet, hat sich bereits bei den Junioren-Weltmeisterschaften von Cali als einer der kommenden 1.500m-Läufer präsentiert. Der junge Kenianer feierte am gestrigen Sonntagnachmittag im Rahmen des ISTAF im Olympiastadion von Berlin…


Reynold Cheruiyot, 18 Jahre jung und mit einem eigenartigen Laufstil ausgestattet, hat sich bereits bei den Junioren-Weltmeisterschaften von Cali als einer der kommenden 1.500m-Läufer präsentiert. Der junge Kenianer feierte am gestrigen Sonntagnachmittag im Rahmen des ISTAF im Olympiastadion von Berlin seinen ersten großen Erfolg bei einem internationalen Meeting. Das wichtigste Ein-Tages-Meeting auf deutschem Boden, der World Athletics Continental Tour Silber angehörig, erlebte einen 1.500m-Lauf, in dem Cheruiyot erst in der letzten Runde seine Muskeln spielen ließ. Auf der Gegengerade zog er am zu diesem Zeitpunkt überraschend führenden Elzan Bibic aus Serbien vorbei und konnte von der Konkurrenz nicht mehr eingeholt werden. Seine Siegerzeit lautete 3:35,04 Minuten, nur eine Sekunde von der persönlichen Bestleistung entfernt. „Ich habe nicht erwartet, hier zu gewinnen, weil ich so jung bin“, konstatierte er. Der Brite George Mills zog einen beeindruckenden Schlussspurt und überquerte die Ziellinie nur 0,27 Sekunden später mit einer persönlichen Bestzeit.
Für das deutsche Highlight der beiden Laufentscheidungen im Rahmen des ISTAF sorgte 5.000m-WM- und EM-Finalist Sam Parsons, der auf der Unterdistanz mit einer klaren persönlichen Bestleistung von 3:36,22 Minuten auf Platz drei lief. „Es ist großartig! Das ist wirklich meine Lieblingsdisziplin, auch wenn ich sie in den letzten Jahren kaum gelaufen bin“, sagte der 28-Jährige. Auch die Bestleistungen von Hindernislauf-Spezialist Karl Bebendorf und Sven Wagner konnten nicht kaschieren, dass der DLV im Mittelstreckenbereich der Männer unter den Spezialisten in München ein Debakel erlebt hat.
Eine klare Siegerin gab es in der zweiten Laufentscheidungen und zwar ebenfalls einen kenianischen durch Vize-Weltmeisterin Beatrice Chebet im 5.000m-Lauf der Frauen. Die 22-Jährige siegte in einer Zeit von 14:44,25 Minuten vor der US-Amerikanerin Elly Henes, die eine persönliche Bestleistung von 14:52,87 Minuten erzielte, und Selah Businei aus Kenia, die bereits fast eine halbe Minute Rückstand auf die Siegerin hatte.
In krankheitsbedingter Abwesenheit von Europameisterin Konstanze Klosterhalfen, die an einer Mandelentzündung litt, gab es keine deutschen Spitzenergebnisse. Noch weiter weg von der Spitze agierte neuerlich Caster Semenya, deren Darbietungen im 5.000m-Lauf nicht an eine Olympiasiegerin oder Weltmeisterin erinnern. Im Interview mit dem Veranstalter sagte sie: „Es ist immer großartig, hier beim ISTAF im Olympiastadion zu laufen. Ich bin eine Botschafterin, die alle inspirieren möchte. Ich habe Großartiges in diesem Stadion erreichen können, aber heute ging es nicht um das Gewinnen, sondern um das Beenden des Rennens, um meinen Fans zu zeigen, dass ich immer noch da bin.“
1.500m-Lauf der Männer
5.000m-Lauf der Frauen
* neue persönliche Bestleistung
** neue Saisonbestleistung