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Karriereende für 800m-Staatsmeister Elias Lachkovics

Im Alter von 21 Jahren kehrt Elias Lachkovics einer möglichen Karriere im Laufsport den Rücken. Der innere Antrieb für diesen Weg sei ihm abhanden gekommen.
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Nach Marathonläufer Peter Herzog, der das Ende seiner Karriere im leistungsorientierten Laufsport Ende November bekannt gegeben hat, verliert der österreichische Laufsport einen zweiten Kaderathleten. Der erst 21-jährige Elias Lachkovics findet nicht die Motivation und Kraft, den Weg einer Leistungssportkarriere einzuschlagen. Der 800m-Spezialist gewann vier Staatsmeistertitel.

„Ich möchte mich nicht groß erklären.“ Mit diesen Worten beginnt ein Instagram-Beitrag von Elias Lachkovics (SVS Leichtathletik), der über das Ende seiner sportlichen Karriere als Mittelstreckenläufer informiert. Es ist ein stilles Posting und wirkt direkt aus der Emotion herauskommen. Eine, die nicht Wehmut nachzeichnet, sondern Frust. Die Kraft und der innere Antrieb würden für diesen Weg fehlen, schrieb er und kündigt außerdem die Löschung seines Instagram-Feeds binnen weniger Tage an.

RunUp.eu-Lesetipp: Der Rücktritt von Peter Herzog

Vier Staatsmeistertitel

Mit Lachkovics verlässt jener Mann die Bühne, der die Zukunft im österreichischen Mittelstreckenlauf potenziell mitgestalten hätte können. Auf nationaler Ebene gelangen in jungen Jahren tolle Erfolge: je zwei Staatsmeistertitel im Freien und in der Halle. Dazu kommen mehrere österreichische Meistertitel in Junioren- und Nachwuchsklassen. 2023 vertrat Lachkovics die rot-weiß-roten Farben bei den U20-Europameisterschaften in Jerusalem.

So richtig wollte der Übergang von den Junioren in die U23-Kategorie nicht gelingen. Kurz vor dem geplanten Saisonvorbereitungscamp 2024 in Südafrika zog sich Lachkovics einen Bänderriss im Knöchel zu und verpasste es. Die Hallensaison rettete er mit dem Staatsmeistertitel in Linz, in der Freiluftsaison gelang eine Steigerung der Bestleistung auf eine Zeit von 1:48,38 Minuten in Wien. 2025 konnte er diesen Trend nicht fortsetzen, es gelang kein 800er unter 1:50 Minuten und auch diese Freiluftsaison endete recht früh. Zuletzt trainierte der 800m-Spezialist unter Olympia- und WM-Teilnehmer Raphael Pallitsch.

Zwei prominente internationale Rücktritte nach der Saison 2025

🇺🇸 Jahrelang ärgerte er die Kenianer in deren Spezialdisziplin, dem 3.000m-Hindernislauf. Even Jager gewann Olympisches Silber 2016 in Rio de Janeiro und WM-Bronze ein Jahr später in London, zudem gelangen ihm vier weitere Top-Sechs-Platzierungen bei globalen Großereignissen. 2017 gewann der 36-Jährige, der siebenmal in Folge US-Meister wurde, in Monaco sein einziges Diamond-League-Rennen. Es war ein historischer Sportmoment, denn es war der erste Diamond-League-Sieg in dieser Disziplin eines nicht in Afrika geborenen Athleten.

2015 schrammte der Amerikaner beim Diamond-League-Meeting in Paris an einer sub-8-Minuten-Zeit vorbei. Wäre er auf dramatische Art und Weise nicht am letzten Hindernis gestürzt, wäre diese ihm auch gelungen – als erster und bis heute einziger nicht in Afrika geborener Läufer der Geschichte. So liegt sein noch gültiger Nordamerikarekord bei einer Zeit von 8:00,45 Minuten. Damit liegt er auf Position 16 der ewigen Weltbestenliste im 3.000m-Hindernislauf.

Jager trainierte den Großteil seiner Karriere unter Jerry Schumacher im von Nike gesponserten Bowerman Track Club. 2009 gab er seine WM-Premiere im 5.000m-Lauf, drei Jahre später wechselte er zum Hindernislauf. Die letzten Jahre seiner Karriere waren von Verletzungen geprägt, aufgrund einer hartnäckigen Fußverletzung verpasste er vor der Pandemie rund eineinhalb Jahre. Mit Ausnahme von Platz sechs bei der Heim-WM 2022 gelang die Rückkehr zur alten Leistungsstärke nicht mehr. 2024 feierte er ein erneutes Comeback nach einer verpassten Wettkampfsaison und scheiterte beim Versuch einer Qualifikation für die Spiele von Paris 2024. Wie Runner’s World berichtete ist Jager Vater einer dreijährigen Tochter und lebt mit seiner schwedischen Frau in deren Heimatland.

🇪🇸 Der Wechsel in den Marathon hat der Karriere von Ayad Lamdassem noch einmal großen Schwung verliehen. Im Alter von 39 Jahren stürmte der Spanier in Sapporo zum eindrucksvollen fünften Platz im Olympischen Marathon von 2021. Es war die Hochzeit seiner Leistungsfähigkeit, trotz des fortgeschrittenen Alters und einer Karriere, die bereits im Jahr 2000 mit einer Teilnahme am Juniorenbewerb der Crosslauf-WM begonnen hat.

Mit einem spanischen Marathonrekord von 2:06:35 Stunden beim Valencia Marathon 2020 hat sich Lamdassem für die Olympischen Spiele qualifiziert. Gut ein Jahr später steigerte er seinen Rekord beim Sevilla Marathon 2022 um zehn Sekunden. Diese nationale Bestleistung hielt mehr als eineinhalb Jahre lang, ehe Tariku Novales sie beim Valencia Marathon 2023 verbesserte.

Im Alter von 44 Jahren ist die Karriere des in Marokko geborenen und seit 2007 mit der spanischen Staatsbürgerschaft ausgestatteten Athleten, der zweimal EM-Silber im Crosslauf gewonnen hat, nun zu Ende – geplagt von Rückenbeschwerden und einer Fußverletzung.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / @wolf.amri

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