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Bei mitteleuropäischen Läuferinnen und Läufern ist kaum ein Meeting so beliebt wie jenes in Oordegem. Das Meeting der World Athletics Continental Tour Bronze in einem mittelbelgischen Dorf gut 30 Kilometer außerhalb Brüssels lässt den Laufdisziplinen enormen Raum, teilweise in mehreren Durchgängen. Und bietet eine Bühne, die zum kompetitiven Wettkämpfen und schnell Laufen einlädt. Österreichs Läufer*innen-Quartett gelang jedoch keine Erfolgsmeldung.
Lena Millonig (ULC Riverside Mödling) war mit großen Zielen in die Saison gestartet. Die 27-Jährige wollte nach drei EM-Teilnahmen in diesem Jahr den nächsten Schritt machen, einen großen: Debüt auf der globalen Bühne. Dafür hängen im 3.000m-Hindernislauf der Frauen mittlerweile die Trauben richtig hoch. Das Limit liegt bei einer Zeit von 9:18,00 Minuten, das ist fast eine halbe Minute unterhalb Millonigs ÖLV-Rekord. Stand Anfang August sind 23 Plätze der 36 vorgesehenen Startplätze im Vorlauf über das Direktlimit an die nationalen Verbände vergeben, die, Titelverteidigerin exklusive, maximal drei Plätze an die eigenen Athletinnen vergeben können. 1.215 Punkte im Schnitt aus den drei besten Leistungen sind gegenwärtig gefordert, um den letzten Qualifikationsplatz über die Weltrangliste einzunehmen. Die Belgierin Eline Dalemans hat ihn gegenwärtig inne.
Davon ist Millonig zurzeit weit entfernt – und die Freiluftsaison 2025 geht langsam dem Ende zu. Sie lief bisher alles andere als nach Plan, nur ein gutes Rennen, jenes bei den Staatsmeisterschaften im Rahmen der Track Night Vienna, steht für sie zu Buche. Zwei Top-Top-Resultate bräuchte sie für eine realistische Chance, an den Weltmeisterschaften teilnehmen zu können. Das Direktlimit liegt realistischer außer Reichweite.
Am Samstag in Oordegem kam keines dazu. In einer Zeit von 10:00,91 Minuten war nicht mehr als Platz 14 drin, Landsfrau Katharina Pesendorfer (SVS Leichtathletik) war sogar noch um fast eine Sekunde und eine Position besser. Für die Salzburgerin, die in Leverkusen trainiert, war die persönliche Bestleistung von 10:00,16 Minuten ein kleines sportliches Lebenszeichen. Gewonnen hat den Wettkampf in Oordegem übrigens die Französin Flavie Renouard, die in einer Zeit von 9:17,27 Minuten das WM-Limit erledigte.
Das Wettkampfjahr 2025 ist nach wie vor auch nicht jenes von Sebastian Frey (DSG Wien). Dem 23-Jährigen gelang in einer Zeit von 13:34,93 Minuten zwar eine Saisonbestleistung im 5.000m-Lauf, allerdings blieb der On-Athlet deutlich über seiner Bestleistung aus dem vergangenen Jahr. Nicht nur das WM-Limit von 13:01,00 Minuten zeigt, wo das globale Niveau angesiedelt ist. In Oordegem reichte diese Zeit nur zu Platz 21. Im B-Lauf!
Im A-Lauf schafften der Schweizer Jonas Raess und der Deutsche Sam Parsons auf den Rängen 19 und 20 jeweils Outdoor-Bestleistungen. Sieger des in der Dichte unglaublich engen Wettkampfs war der Kenianer Cornelius Kemboi in 12:57,80 Minuten. Sechs Athleten, fünf Afrikaner und Luis Grijalva aus Guatemala, blieben unter 13 Minuten, der Ire Darrah McElhinney war als Achter bester Europäer. Der Sieg im B-Lauf ging an Harbert Kibet aus Uganda in 13:11,87 Minuten.
Der vierte österreichische Läufer im Einsatz war Bernhard Neumann (DSG Wien) im 3.000m-Hindernislauf. Mit einer Saisonbestleistung von 9:07,25 Minuten belegte er Rang 16 im B-Lauf, das Schlusslicht. Sieger im A-Lauf war der Franzose Louis Gilavert in einer Zeit von 8:11,49 Minuten. Acht Läufer, darunter sieben Europäer, unter ihnen wiederum der Deutsche Niklas Buchholz, unterboten das WM-Limit von 8:15,00 Minuten.
Im 800m-Lauf der Frauen glänzte Rocio Arroyo, zuletzt Silbermedaillengewinnerin bei der U23-EM, mit einem neuen spanischen U23-Rekord von 1:59,17 Minuten. Damit setzte sie sich im Wettkampf gegen die Britin Isabelle Boffey und die Amerikanerin Olivia Baker durch. Die Deutsche Jolanda Kallabis schaffte beim Sieg der Spanierin Marina Martinez auf Platz sieben eine neue 1.500m-Bestzeit von 4:04,64 Minuten.
Der Sieg im 800m-Lauf der Männer ging an den Iren Cian McPhilipps in 1:44,34 Minuten. Im 1.500m-Lauf der Männer war Kieran Lumb in einer Zeit von 3:34,49 Minuten der Schnellste. Der Deutsche Marc Tortell belegte in einer persönlichen Bestleistung von 3:35,17 Minuten Platz drei hinter dem Briten Henry McLuckie. Der Erfolg des Kanadiers ist unter einem Gesichtspunkt spannend, denn der 27-Jährige hat es zuletzt in die internationalen Schlagzeilen geschafft. Lumb, der früher in Vancouver und Seattle trainierte, wechselte vor kurzem nach Norwegen unter die Fittiche von Trainer Gjert Ingebrigtsen – mit konkreten Absichten, nach Norwegen zu ziehen. Wie das kanadische Leichtathletik-Magazin „Athletics Illustrated“ berichtet, hat Lumb norwegische Vorfahren mütterlicherseits, aber keine direkten Verwandten im skandinavischen Land. Der Athlet sei begeistert von der norwegischen Trainingsmethode, die ihn zu dieser drastischen Veränderung motiviert habe.
🇦🇹 Beim Internationalen JOSKO Laufmeeting in Andorf, der letzten Station der Austrian Top Meetings in diesem Jahr, hat Julian Mesi (Sportunion IGLA long life) den 1.000m-Lauf in einer persönlichen Bestleistung von 2:28,46 Minuten gewonnen. Sein jüngerer Bruder Jonas lief in 2:29,92 Minuten einen neuen österreichischen U16-Bestleistung und wurde hinter Daniel Karner (KSV Alutechnik) Dritter. Bei den Frauen wurde Marie-Theres Gruber (Union Salzburg Leichtathletik) in einer Zeit von 2:48,59 Minuten Zweite hinter der überelgenen Siegerin Diana Mezulianikova aus Tschechien (2:42,21 Minuten). Oberösterreichs Lauftalent Elena Trinks (LAG Genböck Haus Ried) kam als Dritte ins Ziel.
🇸🇰 Die slowakische EM-Medaillengewinnerin Gabriela Gajanova hat sich mit einem Heimsieg beim TIPOS P-T-S Meeting in Banska Bystrica am Freitagabend, ein Meeting der World Athletics Continental Tour Silber, Sebstvertrauen geholt. Mit einem deutlichen Wettkampferfolg in einer Zeit von 1:58,53 Minuten gelang der 25-Jährigen in dieser Saison erstmals der Sprung unter zwei Minuten. Auch die Schweizerin Valentina Rosamilia, die zuletzt bei der U23-EM mit dem Vorlauf-Aus enttäuschte, schaffte als Vierte mit einer Zeit von 1:59,61 Minuten ein sportliches Lebenszeichen. Vor ihr platzierten sich noch die Polin Angelika Sarna und die Belgierin Camille Laus, beide mit persönlichen Bestleistungen.
🇸🇪 Andreas Almgren, Europarekordhalter im 5.000m-Lauf, hat vor heimischen Publikum ebenfalls einen Sieg gefeiert. Beim Folksam Grand Prix Sollentuna, ein Meeting der World Athletics Continental Tour Bronze, gewann der 30-Jährige den 3.000m-Lauf in einer Zeit von 7:31,42 Minuten. Der Kroate Marino Bloudek siegte im 800m-Lauf in 1:44,88 Minuten, Nelly Jepkosgei setzte sich über 1.500m in einer Zeit von 4:09,26 Minuten knapp gegen Claudia Hollingsworth durch.
🇵🇱 Die deutsche Mittelstreckenläuferin Tanja Spill feierte im Rahmen eines Meetings im polnischen Bialystok den Sieg im 1.000m-Lauf. In einer persönlichen Bestzeit von 2:38,77 Minuten setzte sie sich mit einer Sekunde Vorsprung auf Salma Elbadra aus Marokko durch.
🇺🇸 Ky Robinson, im März Hallen-WM-Medaillengewinner im 3.000m-Lauf, hat das Meilenrennen beim Meeting „Sir Walter Miler“ im US-amerikanischen Raleigh, ein Meeting der Kategorie Silber, in einer Zeit von 3:50,80 Minuten gewonnen. Der 23-jährige Australier setzte sich einen Hauch vor seinem Landsmann Oliver Hoare durch, das Duo erzielte die mit Abstand besten Leistungen der Meetinghistorie. Dritter wurde der Amerikaner Sean McGorty. Bei den Frauen ging der Sieg an Gracie Morris aus den USA in 4:23,74 Minuten.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / wolf.amri – Lena Millonig bei den Europameisterschaften von Rom 2024.